Ärzte besorgt! Lage der Kinder während Corona in Deutschland immer schlimmer!

Besonders die Kinder und Jugendlichen sollen besonders stark unter den Belastungen der aktuellen Corona-Pandemie leiden. Offenbar verkraften diese die harten Maßnahmen im Kampf gegen das Virus weit weniger gut als Erwachsene. Aus diesem Grund schlagen immer mehr Ärzte Alarm, die die Folgen für die Kinder tagtäglich in ihrer Praxis zu sehen bekommen.

Studie zeigt: Kinder und Jugendliche leiden stärker als Erwachsene

Eine Studie aus dem Februar 2021 beweist, dass durch die Corona-Pandemie fast jedes dritte Kind psychisch auffällig ist oder ein auffälliges Verhalten aufweist. Einer der Gründe dafür sollen die Kontaktbeschränkungen während der Corona-Pandemie sein. Tatsächlich scheinen die Kinder also einer der großen Verlierer der Pandemie zu sein. Die jetzt gestartete Bundes-Notbremse wird diese Lage sogar weiter verschlechtern. Denn nun werden fast in ganz Deutschland wieder viele Schulen und Kitas geschlossen, weil in den jeweiligen Gegenden der Inzidenzwert von 165 überschritten wird. Mediziner fordern die Politik deshalb auf, nach Lösungen zu suchen, damit sich die Lage nicht noch weiter verschlechtert. „Der Kollateralschaden durch die Maßnahmen ist bei Kindern wirklich immens“, warnt zum Beispiel Dr. Martin Karsten (61). Der Kinderarzt aus Berlin erklärt gegenüber der „Bild“-Zeitung, dass seine jungen Patienten .mit „psychosomatischen Beschwerden und psychischen Auffälligkeiten“ zu kämpfen hätten. „Die Kinder leiden unter Kopf– und Bauchschmerzen. Der Bewegungsmangel sorgt teils für Übergewicht“, macht der Mediziner deutlich, der beklagt, dass die Kinder nun mal keine Lobby in der Politik hätten. „Wir haben jetzt ein Jahr Solidarität mit den Alten gezeigt, warum kommt jetzt nicht die Solidarität mit den Kindern?“, fragt der 61-jährige Mediziner offen.

Magersucht, Suizidgedanken und Selbstverletzungen sind die Folgen der Kontaktbeschränkungen

Noch immer erkranken sowohl Kinder und Jugendliche seltener an Covid-19 und haben in diesen Fällen dann auch meist einfachere Verläufe als die Erwachsenen. Dafür aber zeigen sich immer mehr psychische Probleme bei den Kindern. Aus diesem Grund stellt Karsten immer häufiger Suizidabsichten und Fälle der Selbstverletzungen in seinem Arbeitsalltag fest. „Auch das selbstverletzende Verhalten durch Ritzen hat extrem zugenommen – das sehe ich inzwischen jeden zweiten Tag! Magersucht wird auch immer häufiger“, gibt der Mediziner bei „Bild“ einen Einblick in die aktuelle Lage. Zudem fordert der Mediziner Pandemie-Maßnahmen auf der Basis von Daten und nicht Vermutungen zu treffen. „Es muss endlich geklärt werden, ob Kinder tatsächlich Treiber der Pandemie sind oder nicht. Maßnahmen wie Kita- und Schulschließungen wären dann besser nachvollziehbar“, ist sich der Fachmann sicher. Mit Kinder- und Jugendarzt Dr. Michael Achenbach (52) aus Plettenberg (NRW) schätzt ein weiterer Experte die Lage als „relativ dramatisch“ ein. Ihn besorgt vor allem der durch die Pandemie enstandene Bewegungsmangel. Dieser sei nach seiner Ansicht für Kinder und Jugendliche „verheerend“. Zuletzt hatte der Mediziner ein Kind behandelt, welches im Laufe von nur einem Jahr 35 Kilogramm an Gewicht zugelegt habe. Zudem seien dem Mediziner eine Häufung der Fälle augefallen, bei denen Kinder und Jugendliche „chronische, unspezifische Symptome wie Bauchschmerzen, Kopfschmerzen oder Verspannungen äußern.“ Viele Fälle seien nach Aschenbach wohl ein Ausdruck von seelischer Belastung.

Kinderärzte warnen vor psychischen Folgen für die Kinder

Beobachtungen die auch dem Bielefelder Kinderarzt Dr. Uwe Büsching (67), nicht unbekannt sind, der nebenher auch als Vorstandsmitglied im Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte Deutschlands fungiert. „Bei etwa 15 Prozent merke ich, dass sie psychisch angegriffen sind“, warnt der 67-jährige Mediziner. Zu einer ähnliche Einschätzung kommt auch Prof. Julian Schmitz (38), Kinder- und Jugendpsychotherapeut der Uni Leipzig. Auch er beobachtet, dass viel Kinder zunehmend „Verhaltensstörungen mit Wut und Aggression zeigen“. Zudem häufen sich laut Schmitz auch die Fälle von Depressionen und Ängsten. Besonders häufig sei „Angst, den Schulstoff nicht bewältigen zu können“. Zudem fürchten die Kinder den Kontakt zu ihren Freunden zu verlieren, erklärt der Experte. Deshalb fordern die Mediziner nach Lösungen zu suchen, die auch die Kinder in der Pandemie unterstützen. Sie plädieren zum Beispiel für Sportangebote in Gruppen sowie verstärkte Hilfe für psychisch belastete Kinder.

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