Alarm auf deutschen Intensivstationen – Immer mehr jüngere Menschen erkranken schwer am Coronavirus

Deutschland befindet sich noch immer mitten in der 3. Welle der Corona-Pandemie. Und dies schlägt sich noch immer in den Patientenzahlen auf den Intensivstationen nieder. Diese füllen sich bereits seit einigen Wochen immer weiter. Die Ärzte besorgt nun vor allem, dass immer mehr jünger Patienten auf den Intensivstationen liegen.

Ärzte schlagen Alarm – Covid-19-Intensivpatienten werden jünger

Zuletzt hatte die Impfkampagne in Deutschland deutlich an Fahrt aufgenommen. Mittlerweile sind die Menschen in Deutschland über 80 Jahren fast vollständig geimpft. Trotzdem füllen sich auch in dieser Welle die Intensivstationen wieder auf. Dort liegen nun allerdings deutlich jüngere Corona-Patienten als noch während der 2. Welle. Doch wieso befällt das Virus nun vermehrt jüngere Menschen? Einer der Gründe, wieso sich die Intensivstationen in der 2. Welle so schnell gefüllt hatten, war die massive Ansteckung von Menschen ab 80 Jahren. Dies sorgte für hohe Todeszahlen. Zwischenzeitlich wurden bis zu 1.000 Covid-Tote pro Tag gemeldet. Heute ist die Zahl der Todesopfer durch die Impfungen der älteren Menschen deutlich nach unten gegangen. Doch die Intensivstationen füllen sich auch weiterhin. Experten und Mediziner befürchten schon bald ihre Kapazitätsgrenzen zu erreichen. Allerdings liegt der Altersschnitt diesmal deutlich niedriger.

Ärzte bestätigen Senkung des Alters der Covid-Patienten

Dies wird von den Ärzten auf den Intensivstationen bestätigt. „Im Vergleich zur zweiten Welle liegt der Altersdurchschnitt der Patientinnen und Patienten auf der Corona-Normalstation etwa 10 Jahre drunter, im Intensivbereich sind es ungefähr 5 Jahre“, bestätigt Oberarzt Christoph Boesecke, Oberarzt vom Universitätsklinikum Bonn. Ein Großteil der Patienten sei zwischen 50 bis 70 Jahre alt. „Das sind durchaus noch Leute, die bis zu ihrer Erkrankung noch voll berufstätig waren“ erklärt Boesecke. Zuletzt hatte der Ärzt auch deutlich mehr jüngere Patienten mit schweren Verläufen auf seiner Station zu sehen bekommen als am Jahresende. Einer der Gründe liege in der deutlich ansteckenderen britischen Mutante B.1.1.7. „Wir sehen im Wesentlichen nur noch die B.1.1.7-Variante“, bestätigt Boesecke. „Das führt dazu, dass auch jüngere Leute eher auf die Intensivstation müssen“, ist sich der Mediziner sicher. Allerdings haben die jüngeren Menschen auch eine bessere Chance den Kampf gegen die Erkrankung zu gewinnen. „Ihre Organe sind zum Teil noch wesentlich fitter als bei den älteren Patienten“, macht Boesecke deutlich. Doch nach dessen Beobachtung verlängern sich nun die Liegezeiten der Patienten auf den Intensivstationen. Aktuell werden rund 5.200 Menschen auf den Intensivstationen behandelt. Auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie um den Jahreswechsel waren es mit 5.800 Patienten gerade mal 600 Fälle mehr.

Keine Entspannung in Sicht

Wie es scheint könnte sich die Situation im Laufe der nächsten Wochen noch weiter zuspitzen. Denn eine Entspannung ist augenblicklich nicht ersichtlich. Die Fallzahlen unter jungen Menschen steigen immer weiter an. Zuletzt hatten sich auch Schulen und Kitas in Hotspots verwandelt. „Das Virus sucht sich andere Wirte. Die jüngeren Leute haben letztlich mehr soziale Kontakte. Die Älteren waren besorgter und haben sich daher eher freiwillig isoliert“, erklärt der Mediziner die höheren Infektionszahlen. Die aktuelle Welle bedrohe diesmal eher die jungen und ungeimpften Menschen. „Die Mitarbeit im Lockdown klappt gerade im Vergleich zur ersten Welle zurzeit weniger gut“, nennt der Mediziner einen weiteren Grund für erhöhte Infektionszahlen. Einen anderen Grund sieht er in der hohen Mobilität der Bundesbürger, die in Deutschland fast schon wieder auf dem Niveau vor dem Start der Pandemie liegt. Nun hofft Boesecke auf einen letzten Kraftaufwand der Bundesbürger, der es erlaubt die 3. Welle der Infektion zu brechen.

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