Bald auch leere Regale bei Aldi und Lidl? Lieferengpässe in Deutschland erreichen die Discounter!

Wie es scheint, spitzen sich die internationalen Lieferschwierigkeiten nun auch in Deutschland zu. Nun kommt es nämlich offenbar bei einigen Gütern zu massiven Lieferproblemen. Discountern

Jetzt ist es offiziell. Auch die Supermarktkette Aldi Nord leidet mittlerweile unter Lieferengpässen. So wird jetzt informiert, dass die Versorgung der Filialen mit „Non-Food“-Aktionsware schon seit der vergangenen Woche nicht mehr wie gewünscht funktioniert und es deshalb bereits erste Lücken in den Regalen gegeben hat. Glücklicherweise betreffen diese Lieferengpässe aber keine Lebensmittel. Die Versorgung der Bundesbürger ist also weiter gesichert. Doch wie Aldi eingesteht, wirken sich die Lieferprobleme vor allem auf Aktions-Artikel aus. Wie beispielsweise die „Aldi Original“-Fan-Kollektion. Den Verkaufsstart seines Fan-Sortiments hatte Aldi verschieben müssen, weil nicht alle Teile rechtzeitig geliefert wurden. Aus diesem Grund sind nicht nur die Kunden enttäuscht, sondern dies sorgt bei den Discountern auch für Umsatzeinbußen. „Das kostet richtig Umsatz“, erklärt Handels-Professor Carsten Kortum von der Dualen Hochschule Heilbronn. Durch das fehlende Angebot leidet dann nämlich die Kundenfrequenz. „Aktuell ist noch nicht absehbar, wie lange die Situation anhalten wird“,erklärt eine Sprecherin von Aldi Süd, während es bei Lidl heißt: „Bei einzelnen Artikeln unseres Non-Food-Sortiments kommt es wegen des Rückstaus im Seefrachtverkehr weiterhin zu Lieferverzögerungen.“ Doch auch bei Lidl ist die Versorgung mit Lebensmittel sichergestellt.

Gesamter deutschen Handel von Lieferproblemen betroffen

Offenbar ziehen sich die aktuellen Lieferprobleme aber nicht auf einzelne Branchen sondern quer durch den gesamten deutschen Handel. Mittlerweile werden bereits Probleme bei der Beschaffung gemeldet. Hauptursache für diese Probleme sind die Corona-Pandemie und der Mangel an Containern. Probleme der Lieferketten, die ihren Ursprung im asiatischen Raum haben, schlagen immer mehr auf die deutsche Wirtschaft durch. Ein weiteres Problem scheint offenbar auch eine Rationalisierung von Strom in China zu sein. So habe ein chinesischer Zulieferer an Aldi gemeldet: „Wir hatten letzte Woche nur zwei Tage Strom.Wir wissen wirklich nicht, wie lange das so bleibt. Die kommenden Lieferungen werden sich verzögern.“ Außerdem soll auch die zeitweise Blockade des Suez-Kanals und vorgenommene Sperrungen der chinesischen Häfen Yantian und Ningbo schwere Auswirkungen auf den internationalen Frachtverkehr gehabt haben.

Droht etwa eine Geschenke-Krise zu Weihnachten?

Wenn die Probleme nicht bald beseitigt werden, könnte die aktuelle Situation sogar Auswirkungen auf das Weihnachtsgeschäft haben. Besonders bei Elektronikartikeln könnte es zu Engpässen kommen.

„Verschiedene Hersteller haben signalisiert, dass es beim Nachliefern in den kommenden Monaten zu Engpässen kommen könnte“, hatte Steffen Kahnt, Geschäftsführer des Handelsverbandes Technik (BVT), bestätigt. Eine Einschätzung, die auch Jochen Cramer, Einkaufsleiter der Verbundgruppe „Electronic Partner“ teilt: „Die Situation wird auch noch unbestimmte Zeit andauern und sich somit aufs Weihnachtsgeschäft auswirken“, ist sich der Manager sicher. Auch im Textilhandel sind die Auswirkungen bereits zu spüren. Dort rechnet man sogar erst im Frühjahr mit einer Verbesserung der Situation.

Experten rechnen mit Preisanstiegen

Durch die aktuelle Situation wird es wohl demnächst zu Preisanstiegen kommen. Denn durch die Lieferprobleme werden vermutlich auch die Preise weiter ansteigen. „Insgesamt muss sich der Handel auf zunehmend unberechenbare Transportwege, auftretende Produktionsengpässe und damit auch steigende Produktions- und Beschaffungskosten einstellen“, prognostiziert Stefan Genth, der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE).

Und auch Vincent Stamer vom Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel warnt, dass sich die Verbraucher auf „höhere Preise“ einstellen müssen. Stamer rechnet mit Preisanstiegen von bis zu 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

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