Bayerns Ministerpräsident greift die norddeutschen Bundesländer an – Stromkrieg in Deutschland eskaliert!

Bayerns Ministerpräsident greift die norddeutschen Bundesländer an! Allem Anschein nach sollen nämlich die norddeutschen Flächenländer aktuell fordern, Deutschland in unterschiedliche Strompreiszonen aufzuteilen. Doch dies würde zu Lasten der Bundesländer in Süddeutschland gehen. Hintergrund des Streits sei nach einem Bericht der Zeitung “Welt am Sonntag“, dass die norddeutschen Bundesländer auf diese Weise günstige Strompreise für ihre Landesbewohner und Unternehmen durchsetzen wollen. Eskaliert der Stromkrieg jetzt auch in Deutschland?

Droht ein Streit wegen unterschiedlicher Strompreise?


Diese Debatte hatte vor allem Niedersachsens Energieminister Olaf Lies (SPD) angestoßen, der in einem Interview mit der Zeitung erklärt hatte: “Menschen, die dort wohnen wo Energie produziert wird, müssen auch in den Genuss niedrigerer Preise kommen.“ Nach Lies Meinung müsse der Norden bereits seit Jahren die Hauptlast der Energiewende tragen. Auf diese Behauptung hatte vor allem die bayerische Staatsregierung entrüstet reagiert und ihrerseits eine Gegenrechnung mit dem Länderfinanzausgleich aufgemacht. Die Forderungen von Lies bezeichnete der bayerische Ministerpräsident Markus Söder bei einem Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk als absurd. Auch sein Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) bezeichnete die norddeutschen Forderungen als unverschämt. Nun droht ein offener Streit, über den in der Energiebranche bereits seit einigen Jahren diskutiert wird. Denn in den letzten Jahren war die Windstromproduktion vor allem in Norddeutschland stark ausgebaut worden. Dagegen sei die Nachfrage nach Strom im Süden Deutschlands wegen der dort angesiedelten energieintensiven Industrien deutlich höher. Der Transport des Stroms von Nord nach Süd verursacht außerdem teure Maßnahmen zur Sicherung und Stabilisierung des Stromnetzes.

Ungleicher Stromverbrauch verursacht ebenfalls hohe Kosten

Dabei geht es auch um den sogenannten “Redispatch“. Dieser sorgt dafür, das zeitweise teure Kraftwerke im Süden von Deutschland laufen müssen, weil billiger Windstrom aus dem Norden wegen zu niedriger Kapazitäten nicht in den Süden transportiert werden kann. Insgesamt beziffert der Bundesverband der Energie und Wasserwirtschaft (BDEW) die Kosten des sogenannten “Engpassmanagements“ auf bis zu 2,3 Milliarden Euro im Jahr. Allein 590 Millionen Euro davon entfallen auf den „Redispatch“. Ein Großteil dieser Summe wird nach Angaben des BDEW im Gebiet des Netzbetreibers Tennet in Bayern fällig. Norddeutschland kritisierte zudem, das der Bau neuer Windräder durch Widerstand in der Bevölkerung in Bayern praktisch zum Erliegen gekommen sei. Dies hatte zur Folge, dass seit dem Jahr 2016 in Bayern fast keine neuen Windräder mehr ans Netz gegangen sind. Erst in diesem Jahr scheint ein Umdenken stattgefunden zu haben. Dieses Thema dürfte nun bei den explodierenden Strompreisen auf jeden Fall diskutiert werden.

Beliebteste Artikel Aktuell: