Das niederländische Unternehmen Fairphone präsentiert auf dem Mobile World Congress zwar kein neues Smartphone, kündigt aber für das Fairphone 2 neue Kamera-Module und ein Android-Update an.

Auch hier auf dem Blog setzen wir uns eindeutig zu wenig mit den ethischen und ökologischen Konsequenzen der Produktionsprozesse all der technischen Spielereinen auseinander, mit denen wir uns täglich so umgeben. Es erscheint oft aber auch zu verlockend angesichts der Neuvorstellungen all das auszublenden und sich stattdessen Gedanken darüber zu machen, ob ein Snapdragon 821 für das LG G6 nun ausreicht, oder ob bei der nächsten Vertragsverlängerung nun das neue Huawei P10 oder doch das Sony Xperia XZ Premium ansteht…

Fairphone, ein niederländisches Unternehmen, nimmt sich seit einigen Jahren dennoch der unbequemen Thematik an und hat spätestens mit dem zweiten Modell ein Smartphone geschaffen, das Mineralien und Gold aus konfliktfreien Gebieten verwendet, transparent zusammengesetzt und unter wesentlich besseren Arbeitsbedingungen gefertigt wird. Zu dem Konzept gehört aber auch, dass das Fairphone 2 einfach zu recyceln und vom Nutzer selbst zu reparieren sein soll. Und die volle Punktzahl bei den Spezialisten von iFixit spricht hier für sich: Ob Display, Kamera, Akku oder Optik…das Smartphone ist modular aufgebaut und auf der offiziellen Website lassen sich die einzelnen Bestandteile problemlos nachbestellen (das könnten sich einige andere Hersteller gerne abschauen). Ebenso kann man natürlich verbesserte Komponenten einbauen und sein Smartphone so über einen längeren Zeitraum auf dem neuesten Stand halten.

Auf dem MWC in Barcelona hat man daher zwei neue Kamera-Module präsentiert, die nicht nur in künftigen Chargen direkt verbaut werden, sondern eben auch separat erwerbbar und vom Nutzer selbst zu wechseln sind. Die alten Kameramodule können für die ordnungsgemäße Entsorgung dem Unternehmen zugesandt werden. Das alles ist wesentlich nachhaltiger, als ein neues Smartphone kaufen zu müssen, um die gestiegenen Ansprüche zu befriedigen. Wie spürbar die Verbesserung ausfallen wird, muss sich aber natürlich noch beweisen. Auch bei der Software gibt es aber Neuerungen zu vermelden, denn hier hängt das Unternehmen noch etwas hinterher. In den nächsten Wochen soll aber zumindest Android 6.0 Marshmallow inklusive aller Sicherheits-Updates nachgeliefert werden.

Details zu den neuen Kamera-Modulen gibt es leider noch nicht, zur weiteren technischen Ausstattung des Fairphone gehören aber ein 5 Zoll großes Full HD-Display, sowie ein Qualcomm Snapdragon 801, 2 GB Arbeitsspeicher und 32GB erweiterbarer interner Speicher. Nicht ganz aktuell also und viele hätten sich wohl eher einen Nachfolger mit aktualisierter Hardware gewünscht, das Kamera-Upgrade scheint aber bei genauerer Betrachtung besser zur Firmen-Philosophie zu passen. Denn wie Daniel schon neulich schrieb: Smartphones haben mittlerweile ein Niveau erreicht, bei dem man nicht ständig die neueste Hardware braucht, weil die alte oft einfach noch gut genug ist. Und wenn es doch einmal nicht mehr reicht, scheint der Gedanke des eigenständigen und kostengünstigen Wechselns einzelner Komponenten doch eigentlich recht attraktiv, oder?

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