Der Schul- und Kita-Schock! Alles bleibt zu – Kultusministerkonferenz muss klein beigeben! Lockdown wird verlängert

Noch immer sind die Inzidenzwerte in Deutschland trotz der in den letzten Tagen fallenden Zahlen viel zu hoch. Aus diesem Grund gilt es als sicher, dass der bis zum 10. Januar beschränkte Lockdown auf jeden Fall ausgeweitet werden wird. Und nun hat sich auch die Kultusministerkonferenz, die aus den Bildungsminister der einzelnen Bundesländer besteht, darauf geeinigt, dass die Schulen während des Lockdowns geschlossen bleiben werden.

Schulen und Kitas bleiben bei Lockdown weiter geschlossen

In den letzten Tagen hatten verschiedene Verbände und Politiker aus des Landes- und Bundespolitik Druck auf die Kultusministerkonferenz (KMK) ausgeübt, damit diese ihren Widerstand gegen eine befristete Verlängerung der Schulschließungen aufgibt. Nun haben sich die Kultusminister dazu entschlossen die Schulen auch weiterhin geschlossen zu lassen. Damit wurde offenbar auch hier ein Kurswechsel eingeleitet. „Die Kultusministerkonferenz bekräftigt die große pädagogische Bedeutung des Präsenzunterrichts für die Schülerinnen und Schüler“, erklärte die neue KMK-Vorsitzende, Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst. „Wenn sich in den Ländern Spielräume für Lockerungen ergeben, sollen die Grundschülerinnen und Grundschüler bzw. die unteren Jahrgänge als erste wieder die Schule besuchen können. Für die Abschlussklassen sollen mit Blick auf die Abschlüsse und Prüfungen weiterhin Ausnahmen vom Distanzunterricht möglich sein“, gibt die SPD-Politikerin das weitere Vorgehen vor. Allerdings bezweifelt wohl die Mehrheit der KMK, dass eine Möglichkeit für Lockerungen in der aktuellen Phase der Pandemie besteht. Aus diesem Grund werde es vorerst keinen Präsenzunterricht in den einzelnen Bundesländern geben,

Kultusministerkonferenz wechselt den Standpunkt

Diese Entscheidung kommt durchaus überraschend, denn bislang war von Seiten der Kultusminister eigentlich stets wiederholt worden, dass die Schulen keine Infektionstreiber in der Pandemie seien. Mit diesem Argument wurde unter anderem erklärt, warum man den Sommer nicht dazu genutzt hatte, um die Schulen auf einen zweiten Lockdown vorzubereiten. Besonders vehement war diese Position von Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann vertreten worden, die noch vor wenigen Tagen dafür plädiert hatte Kitas und Grundschulen sowie die Klassen 5, 6 und 7 „unabhängig von den Inzidenzzahlen“ nach den Winterferien wieder zu öffnen. Nun jedoch zeigt sich, dass die CDU-Politikerin mit dieser Position sogar in ihrer eigenen Partei „politisch isoliert“ ist. Für ihren Standpunkt hatte Eisenmann auch von den Lehrergewerkschaften harte Kritik einstecken müssen. „Als Lehrkräfte wissen wir natürlich ganz genau, dass Präsenzunterricht auch durch den besten digitalen Fernunterricht nicht zu ersetzen ist“, hatte der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, im Interview mit ntv.de zugegeben. „Ich glaube auch, dass beim von uns geforderten Hygienestufenplan eine Differenzierung nach Altersgruppen gerechtfertigt ist, weil kleinere Kinder nach den vorliegenden Studien weniger infektiös sind. Aber das heißt noch lange nicht, dass es verantwortbar ist, Kitas und Grundschulen ohne Rücksicht auf Inzidenzwerte im Januar wieder im vollen Präsenzbetrieb zu öffnen, also ohne Abstandsregelungen“, kritisierte Meidinger weiter.

Viele Bundesländer plädieren dafür die Schulen geschlossen zu lassen

In den vergangenen Tagen hatten sich die Politiker in vielen Bundesländern offenbar darauf geeinigt die Schulen und Kitas weiter dicht zu lassen. Besonders in der Ländern mit hohen Inzidenzzahlen war diese Entscheidung offenbar relativ schnell gefallen. Doch dies stellt die KMK nun vor ein großes Problem. Denn genaue Richtlinien, welche Maßnahmen in welcher Situation für welchen Jahrgang vorzusehen sind, gibt es bisher offenbar nicht, weil die Kultusministerkonferenz seit dem Start des ersten Lockdowns im März 2020 nicht an einem Plan B gearbeitet hat. „Es gibt bis heute keinen Plan B für einen Schulbetrieb bei steigenden Infektionszahlen“, kritisiert die Webseite „News4Teachers“. Eine Meinung, die auch Lehrerverbandschef Meidinger vertritt. „Sie haben sich ausschließlich auf das Szenario des Präsenzunterrichts konzentriert und den Eindruck erweckt, dass es keinen neuerlichen Lockdown mit Auswirkungen auf die Schulen geben werde. Gleichzeitig wurde versäumt, die Schulen ausreichend auf Digitalunterricht und eine neue Phase des Distanzlernens vorzubereiten“, legt Meidinger die Fehler der KMK offen. Außerdem glaubt Meidinger, dass es vor allem an den Schulen selbst gelegen habe, dass der Unterricht während der Lockdowns nicht komplett zusammengebrochen sei. „Trotzdem oder vielleicht auch gerade deshalb ist in dieser ersten Zeit des Lockdowns ab März des letzten Jahres unheimlich viel an Schulen passiert. Es gab einen regelrechten Digitalisierungsschub, schulinterne Lehrerfortbildungen fanden in großer Zahl statt, Schulleitungen entwickelten eigene Modelle für den Wechselunterricht“, erkennt Meidinger die Leistungen der Schulen an, ohne allerdings in diesen Dingen die Handschrift der KMK erkennen zu können.

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