Droht Eskalation im Ukraine-Konflikt? – Russland kündigt Teilmobilisierung der Reserve an

Offenbar hat man in Moskau nun auf die jüngsten Erfolge der Ukraine auf dem Schlachtfeld reagiert. Allem Anschein nach will der russische Präsident Wladimir Putin nun den Krieg weiter ausweiten und hat deshalb eine Teilmobilmachung der russischen Streitkräfte angeordnet. Damit können nun russische Bürger im wehrfähigen Alter zum Militärdienst eingezogen werden. Das russische Verteidigungsministerium plant offenbar, sämtliche Reservisten die bereits in der Armee gedient haben und über einschlägige militärische Erfahrung verfügen, zu mobilisieren. Dies hatte der russische Präsident bei einer Fernsehansprache am Mittwoch mitgeteilt. Experten werten dies als einen Schritt zur weiteren Eskalation des Konflikts.

Wladimir Putin will Reservisten an die Front schicken

Wie Wladimir Putin bei seiner Ansprache verdeutlichte, sollen nun Reservisten eingezogen werden, die dann den gleichen Status und die gleiche Vergütung wie aktuelle Vertragssoldaten erhalten sollen. Diese Männer sollten vor dem Fronteinsatz allerdings noch einmal eine ausführliche militärische Schulung erhalten. Aus dem russischen Verteidigungsministerium hieß es, dass es sich etwa um eine Einberufung von 300.000 Reservisten handeln soll. Kurz nach dieser Ankündigung hatte die deutsche Bundesregierung die Mobilmachung in Russland verurteilt. Wie der deutsche Vize-Kanzler Robert Habeck am Mittwoch in Berlin erklärte, sei diese Aktion ein weiterer schlimmer und falscher Schritt, der eine Eskalation des laufenden Konflikts bedeutet. Über die Folgen dieser Entscheidung werde sich die Bundesregierung kurzfristig beraten.

Russland strebt Referendum in besetzten Gebieten an

Außerdem soll wohl noch an diesem Wochenende in den Regionen Luhansk und Donezk sowie rund um die ukrainische Großstadt Cherson ein Referenden stattfinden, bei denen die Bevölkerung der Gebiete über einen Beitritt zu Russland abstimmen soll. Allerdings werden diese Scheinreferenden international nicht anerkannt werden. Sie sollen zwischen dem 23. und 27. September stattfinden. Auf diese Weise wird Russland nun auf die Erfolge der ukrainischen Gegenoffensive reagieren. Auf ähnliche Weise hatte Russland im Jahr 2014 bereits die ukrainische Halbinsel Krim annektiert. Auch damals war die Abstimmung international nicht anerkannt worden. Letztlich hatte sich die russische Führung jedoch von den Sanktionen der westlichen Staaten nicht aufhalten lassen. Bei seiner Ansprache am Mittwoch betonte Putin, dass Russland alle Mittel einsetzen werde, um seine territoriale Unversehrtheit zu schützen. Dabei schloss er auch den Einsatz von strategischen Nuklearwaffen nicht aus. Offenbar steht der Ukraine-Konflikt nun also kurz davor eine ganz neue Dimension anzunehmen.

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