Erdogans Corona-Irrsinn! Touristen dürfen baden während Türken Zeit im Lockdown verbringen

Um die wirtschaftliche Krise in der Türkei zu überwinden, sind die Touristen in der Türkei vom Lockdown ausgenommen. Doch weil die Touristen viel mehr dürfen, als die türkische Bevölkerung, sind Ärger und Frustration natürlich ein allgegenwärtiges Thema.

Frustration bei den Türken – Nur die Touristen düfen zum Baden

Offnbar steigt das Konfliktpotenzial in der Türkei, weil Touristen deutlich mehr Lockerungen zugestanden wird, als denEinheimischen.

„Türkei unbegrenzt, jetzt ohne Türken erhältlich“, wird nun bereits auf satirische Weise für einen Urlaub an den mediterranen Küsten des Landes geworben. Auf einem Werbeplakat sieht man unter anderem zwei Kinder an einem leeren Strand entlanglaufen. Darunter steht geschrieben: „Machen Sie sich keine Sorgen, Millionen sind zu Hause.“ Dieses Plakat ist offenbar Teil einer Satire-Kampagne, die mit Witz und Zynismus auf die gelockerten Lockdown-Regeln für die Touristen hinweist, die von der Regierung des türkischen Präsident Recep Tayyip Erdogan beschlossen wurde. Denn noch bis zum 17. Mai dürfen die einheimischen Türken nur aus dringenden Gründen auf die Straße. Diese dürfen lediglich zum Einkaufen, arbeiten gehen oder für einen Arztbesuch ihre Häuser verlassen. Entgegen dieser strengen Regeln dürfen sich die Touristen im Land frei bewegen. Deshalb kommt es zum Teil auch zu absurden Szenen. Zuletzt musste ein türkischer Bürger Strafe zahlen, weil er zum Schwimmen an den Strand gegangen war, während die Touristen diese Tätigkeit unbehelligt durchführen dürfen. So dürfen diese auch Alkohol kaufen, während für die Einheimischen absolutes Verkaufsverbot gilt. Für die Touristen hat der Lockdown aber natürlich fast ausschließlich Vorteile.

Touristen können sich frei bewegen und Sehenswürdigkeiten besichtigen

Dies führt zu ungewöhnlichen Szenen in der Istanbuler Altstadt. Dort haben die Touristen mittlerweile den berühmten Platz zwischen der Hagia Sophia und der Blauen Moschee ganz für sich alleine. Die Polizisten kontrollieren den Zutritt. Während die Touristen eingelassen werden, dürfen Einheimische den Platz wegen des Lockdowns nicht besuchen. Deshalb ist es dort nun ungewöhnlich ruhig. Man hört sogar Vogelgezwitscher statt des Verkehrslärms. Auch von den sonst zahlreichen Straßenhändlern ist nichts zu sehen. „Ich fühle mich wie jemand Besonderes in Istanbul“, gibt der 34-jährige Niederländer Arif lachend zu Protokoll. Er habe seine Reise bereits vor Monaten gebucht und sich trotz des Lockdowns zu der Reise entschlossen. Eine Entscheidung, die er nicht bereut hat. Auch Artem (28) aus der Ukraine ist von der Situation vor Ort begeistert. „Es ist wundervoll“, gibt er offen zu. „Es ist ein Segen, weil wir herumlaufen können, wo wir wollen, die ganzen Sehenswürdigkeiten besichtigen und alle Fotos machen können“, erklärt er. Gleichzeitig verstehe er aber, dass die ungleiche Behandlung bei den Einheimischen nicht gut ankomme. Die aktuelle Regelung geht auf das Konto der Regierung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, der so versucht die hohen Corona- Fallzahlen zu kontrollieren, ohne der wichtigen Tourismusbranche zu schaden.

Infektionszahlen in der Türkei sind hoch

Denn die Infektionszahlen in der Türkei sind noch immer sehr hoch. Mitte April wurden bis zu 60.000 Neuinfektionen täglich in dem Land gemeldet, dessen Einwohnerzahl mit Deutschland vergleichbar ist. Kritiker werfen Erdogan vor, dass dieser die Situation selbst verschuldet habe. Unter anderem sollen Partikongresse in vollen Hallen abgehalten worden sein. Mittlerweile sinken die Zahlen wegen der strikten Pandemie-Regeln für die Einheimischen wieder. Aktuell werden 20.000 Neuinfektionen am Tag gemeldet. Ziel ist es die Infektionszahlen auf unter 5.000 pro Tag zu drücken. Der Tourismus ist ein wichtiger Teil der türkischen Wirtschaft, der seit dem Beginn der Pandemie um 70 Prozent eingebrochen ist. Die Bevölkerung leidet zudem unter einer Inflation von 17 Prozent, die auch die Lebensmittel deutlich verteuert hat. Im April haben 27 Prozent der Türken bei einer Umfrage angegeben, dass ihr Einkommen nicht mehr ausreicht, um die Kosten der Grundbedürfnisse zu decken. In der vergangenen Woche hatte der türkische Außenminister Werbung bei einem Besuch in Berlin gemacht, um die Deutschen für einen Sommerurlaub in der Türkei zu begeistern. Alle Türken, die mit den Touristen in Kontakt kommen, sollten bis Ende Mai geimpft werden, versprach Außenminister Mevlüt Cavusoglu. Eine Aussage die bei den Türken viel Frust auslösen dürfte. Denn nach dem Blitzstart der Impfkampagne in der Türkei verlaufen die Impfungen in der Aktualität eher schleppend.

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