Herzmuskelentzündungen nach Corona-Impfungen – Risiko für Frauen und Männer unterschiedlich hoch!

Herzmuskelentzündungen sind ein bekanntes Krankheitsbild, das jedoch seit dem Start der Corona-Impfungen eine neue Bedeutung gewonnen hat. Denn vor allem Impfskeptiker glauben, dass ihnen von den Impfungen gesundheitliche Risiken drohen. So wurde Herzmuskelentzündungen als seltene Nebenwirkungen der Impfungen aufgenommen. Allerdings sind diese nach Meinung von Prof. Christian Hamm von der Uniklinik Gießen äußerst selten. Eine Covid-19-Erkrankung würde nach Meinung des Mediziners viel häufiger zu dieser Krankheit führen. Und – das Risiko für Männer und Frauen ist komplett unterschiedlich!

Herzmuskelentzündungen sind seltene Nebenwirkungen der Impfungen

Knapp über 62 Prozent der Bundesbürger sind aktuell bereits vollständig gegen Covid-19 geimpft worden. Doch noch immer ist man deutlich von einer möglichen Herdenimmunität entfernt. Dazu müssten nach Meinung der Weltgesundheitsorganisation WHO mindestens 80 Prozent der Deutschen gegen das Virus geimpft werden. Doch zahlreiche Bundesbürger verweigern noch immer eine Impfung. Unter anderem weil sie Sorgen haben an einer der seltenen Nebenwirkungen, wie beispielsweise einer Myokarditis, also einer Herzmuskelentzündung, zu erkranken. Diese können nämlich in der Tat in seltenen Fällen nach der Impfung auftreten, wie Prof. Christian Hamm, Direktor der Medizinischen Klinik I am der Uniklinik in Gießen bestätigt. „Aber das ist extrem selten“, startet Hamm seine Erklärung.

In den letzten Monaten gab es an seiner Uniklinik insgesamt 3 Fälle von Herzmuskelentzündung, bei denen der Verdacht bestanden hatte, dass sie von den Corona-Impfungen ausgelöst worden sein könnten. Allerdings könne laut Hamm auch eine zuvor nicht entdeckte Covid-19-Infektion für die Fälle verantwortlich gewesen sein. „Die Fälle sind alle harmlos verlaufen und konnten ambulant behandelt werden“, erklärt der Mediziner, der das Risiko besonders für Frauen als äußerst gering einschätzt. 75 % der entdeckten Fälle von Herzmuskelentzündungen nach den Impfungen seien bei Männern unter 40 Jahren aufgetretenen. Sowohl Frauen als auch ältere Menschen trifft diese Nebenwirkung offenbar noch viel seltener.

Herzmuskelentzündung: Nur sehr wenige Fälle nachgewiesen

Die Patienten, die Hamm selbst in der Klinik behandelt hatte, seien ebenfalls alle Männer unter 40 Jahren gewesen. Der Grund dafür sei bisher noch unklar. Hamm vermutet, dass es etwas damit zu tun haben könnte, wie das Immunsystem von jüngeren Männern auf das Virus reagiere. Wie selten solche Fälle jedoch sind verdeutlich Hamm mit den von ihm genannten Zahlen: „Bei 100 000 Impfungen sind im Schnitt drei bis vier Männer betroffen und eine ›halbe‹ Frau“, verdeutlicht der Mediziner ein sehr geringes Risiko. Laut Hamm seien Herzmuskelentzündungen bei zahlreichen Krankheiten aufgetreten. Viele der Fälle würden entweder gar nicht oder durch Zufall bei einer Kernspintomografie entdeckt werden. Bei Covid-19-Infektion würde eine Myokarditis auch manchmal auftreten, verdeutlicht Hamm. „Und das deutlich häufiger als nach einer Impfung“, macht der Mediziner klar. Statistisch gesehen sei das Risiko an einer Corona-Erkrankung zu sterben deutlich höher als nach einer Impfung an einer Herzmuskelentzündung zu erkranken. „Wir kennen keinen Todesfall durch eine Myokarditis im Zusammenhang mit einer Impfung“, macht der Mediziner noch einmal deutlich. Herzmuskelentzündungen wurden bisher lediglich bei der Verabreichung von mRNA-Impfstoffe, also Biontech und Moderna, beobachtet. Außerdem seien die Symptome meist wenige Tage nach der 2. Impfung aufgetreten.

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