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Honor Note 10 Testbericht: das Monster Phablet Flaggschiff

Honor Note 10 – groß – größer – monströs – das neue Phablet besitzt nicht nur ein riesiges 6,95 AMOLED-Display, sondern auch einen gigantischen Akku.

Honors Präsident Zhao Ming hatte das Honor Note 10 bereits Anfang Juli bestätigt und das Telefon wurde nun Anfang September offiziell vorgestellt. Uns wurde das neue Phablet freundlicherweise vom CECT-Shop (Code PBIABL3T bis 07.10. 10€ sparen)* zur Verfügung gestellt. Ob eine gigantische Größe allein ausreicht, um zu überzeugen, und was das Smartphone sonst noch leisten kann, erfahrt ihr in diesem Testbericht.

Honor Note 10 – Lieferumfang

Das Phablet kommt in einem schlichten weißen Karton mit Note 10- und Honor-Schriftzug. Auf der Rückseite findet ihr eine Kurzübersicht der technischen Daten. Dem Smartphone liegen sonst eine Kurzanleitung, ein USB Typ-C Ladekabel, ein USB Typ-C auf 3,5mm Klinkenadapter, ein Sim-Öffner und ein 5V/4.5A CN-Netzteil (Super Charger) bei. Zudem erhaltet ihr ab Werk für die Sicherheit eures Telefones ein vorinstalliertes Displayschutzglas und eine Silikon-Hülle.

Design und Verarbeitung

Wer sich das Honor Note 10 zulegt, dem sollte natürlich eins klar sein: das Phablet ist mit den Abmessungen 177 x 85 x 8mm riesig und mit 230 Gramm entsprechend schwer. Eine Einhandbedienung ist nur schwer möglich oder nur mit sehr großen Händen machbar. Das Gerät werdet ihr überwiegend mit zwei Händen bedienen müssen. Von einem  Hosentaschenformat kann hier nicht mehr die Rede sein. Selbst bei tiefen Taschen schaut das Gerät gut 3cm aus der Tasche hervor. Liebhaber von großen Geräten, wie beispielsweise dem Mi Max 3, ist das natürlich bewusst. Das Phablet gibt es in den Farben Schwarz oder Blau .Bei beiden ist die Front ebenfalls komplett in Schwarz gehalten. Die Vorderseite besteht vollständig aus Glas und ist nach 2.5D abgerundet. Vermutlich besteht das Display aus einem gehärteten Glas. Welcher Standard und welche Stärke hier zum Einsatz kommen ist nicht bekannt.

Der obere und untere Displayrand beträgt ca. 7mm, an den Seiten ca. 2mm und das Note 10 hat keine Notch. Auf der Oberseite sind Helligkeitssensor, Telefonhörer und die Frontkamera verbaut. Etwas weiter rechts befindet sich noch eine kleine farbige Benachrichtigungs-LED.

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Auch die Rückseite besteht vollständig aus Glas. Das ist zwar optisch schick, weil die Farbe in einem schönen glänzenden Anthrazit-Schwarz glänzt, zieht dafür aber Fingerabdrücke magisch an. Zudem ist es dann für dieses Material typisch recht rutschig. In Kombination mit der gigantischen Größe und dem hohen Gewicht kann es dann einem doch mal schnell aus der Hand „flutschen“. Somit ist eine griffige Hülle Pflicht für die Haptik und Lebensdauer des Telefons. Die zwei separaten Linsen des Dual-Kamera Setups sind vertikal angebracht. Daneben befindet sich der AI-Schriftzug und auf der linken Seite ebenfalls vertikal der Honor- und Modell-Schriftzug.

Der Fingerabdruck-Sensor wurde mittig platziert, aber für meinen Geschmack ist er etwas zu weit oben platziert. Ich konnte trotz meiner großen Hände nicht ohne einmal umzugreifen vernünftig den Sensor erreichen. Auf den nachfolgenden Bildern habe ich mal festgehalten, wie das aussieht, wenn ich das Gerät umgreifen musste, um den Fingerabdruck-Sensor normal zu erreichen. Ist doch etwas umständlich, aber zum Glück kommt das Honor Note 10 auch mit einer Gesichtsentsperrung (Face-Unlock), wodurch der Fingerabdrucksensor nicht mehr oft benötigt wird. Die Erkennungsrate des Fingerabdruck-Sensors liegt bei100%, bei 10 von 10 Versuchen reagierte er zügig und korrekt. Das Gerät ist in unter einer Sekunde entsperrt. Face-Unlock funktioniert bei ausreichendem Licht ebenfalls recht gut, auch wenn es hier und da mal nicht klappte. Das ist manchmal etwas Winkelabhängig und bei Dunkelheit funktioniert es ebenfalls nicht, da hier nur die Frontkamera und kein Infrarot-Sensor, wie beispielsweise beim Mi8, verwendet wird.

Auf der Unterseite befindet sich der USB Typ-C Anschluss und einer der beiden Lautsprecher, denn das Honor Note 10 hat Stereo-Lautsprecher. Der zweite Lautsprecher befindet sich auf der Oberseite. Auf der rechten Seite findet ihr die Lautstärkewippe und den Powerbutton. Etwas weiter unten hat Honor zusätzlich einen weiteren Button integriert, der entweder als Kameraauslöser fungiert oder mit dem per Tastendruck ganz einfach der GPU-Turbo aktiviert werden kann. Auf der linken Seite befindet sich wie üblich der Hybrid Dual-Simkartenschacht, der entweder mit zwei Nano-Simkarten oder einer Sim + SD-Speicherkarte belegt werden kann.

Die Verarbeitung ist absolut tadellos und auf einem sehr hohen Niveau. Hier gibt sich Honor keinerlei Blöße.

Display

Das Display des Honor Note 10 misst gigantische 6,95 Zoll und hat je nach Einstellung der Auflösung ein 18:9 bei FHD oder 19:9 bei FHD+. Die maximale Auflösung beträgt somit 2220 x 1080 Pixel, wodurch das Gerät rechnerisch auf 355ppi kommt. Die reine Displayfläche beträgt 122,4cm², dies ergibt ein Display-Rand-Verhältnis von 81.5%. Als Displaytechnik setzt Honor diesmal auf ein modernes AMOLED-Panel, was für eine sehr gute Farbwiedergabe und Schwarzwert sorgt. Typischerweise ist die Farbdarstellung gegenüber LCD-Panels etwas erhöht. Das ist Geschmackssache und jeder bevorzugt in dieser Hinsicht etwas anderes. Farbmodus und -Temperatur können in den Einstellungen auf Wunsch noch angepasst werden. Kontrast und die Schärfe sind ebenfalls gut. Allerdings hätte es bei dieser Größe ruhig eine etwas höhere Auflösung sein dürfen. Bei diesem riesigen Display macht das farbenfrohe AMOLED-Display Spaß und spielt seine Stärken besonders beim Videos schauen aus. Leider hat auch das Note 10 nur die Widevine L1 Freigabe. Somit fällt Streamen in FullHD auf Netflix & Co. flach. Diese Entscheidung kann ich absolut nicht nachvollziehen, denn gerade mit so einem riesigen Gerät hätte es sehr viel Sinn gemacht.

Honor Note 10

Ansonsten reagiert der 10-Punkt Touchscreen sehr präzise und ohne Verzögerungen. Die Einstellung der Displayhelligkeit reagiert prompt und ohne große Verzögerung. Auch hier kann das AMOLED-Display seine Stärken ausspielen und lässt sich selbst bei direkter Sonneneinstrahlung noch gut ablesen. Die Leuchtkraft ist auf sehr hohen Niveau und schlägt im Test sogar das OnePlus 5t. Auch das Note 10 hat einen „Lesemodus“, mit dem Blaulicht herausgefiltert wird, um die Augen besonders am Abend oder im Dunkeln zu schonen. Leider hat es kein Always-on-Display, was bei der AMOLED-Displaytechnik ruhig hätte implementiert werden können, wie es Huawei bei anderen Modellen auch macht.

Display Helligkeit im Vergleich

Farbe UmiDigi Z Pro Mi MIX 2s Xiaomi Mi8 OnePlus 5t Honor Note 10
rot 96 126 152 218 186
blau 144 185 241 244 276
grün 280 302 370 478 518
weiß 509 605 770 751 770

Software

Das Honor Note 10 kommt mit Android 8.1 und der hauseigenen Oberfläche EMUI 8.2. Das Sicherheitspatchlevel ist mit August 2018  aktuell. Das Phablet ist zur Zeit dieses Testes erst einmal nur auf den chinesischen Markt verfügbar, trotzdem hat es eine Multi-Language ROM, also mit allen Sprachen. Es ist weitestgehend auch übersetzt. Hier und da gibt es dann aber doch noch ein paar Überbleibsel auf Chinesisch. Auch ist der hauseigene Sprachassistent auf Chinesisch für uns hier überflüssig, lässt sich aber aktuell leider auch nicht mit beispielsweise OK Google ersetzen. Auch fehlt eine richtige Gestensteuerung und so lassen sich die On-Screen-Tasten nicht vollständig ausblenden. Hier besteht nur die Möglichkeit, einen NaviDot einblenden zu lassen oder auf Einzeltastenbedienung umzustellen. Zumindest lässt sich die Anordnung  der Tasten anpassen.

Honor Note 10

Ansonsten besitzt es die üblichen EMUI-Funktionen, welche die meisten Leser und Leserinnen von anderen Geräten aus dem Hause Huawei und Honor schon kennen sollten. Beim  Launcher gibt es zwei Varianten. Bei der ersten werden alle Apps direkt auf den Homescreens verteilt, für die zweite aktiviert ihr den separaten Appdrawer, um die Homescreens übersichtlicher gestalten zu können. Von Haus aus sind bereits eine Menge Apps vorinstalliert, wie zum Beispiel Huawei-eigene Musik- und Videoplayer, Health, Reader, Design-Store, Game-Center und ein hauseigener App-Store. Leider kommt es auch mit einer Menge Bloatware daher, die sich nur zum Teil deinstallieren lässt. Das ist sehr zum Leidwesen vieler in China immer noch üblich. Im Werkszustand waren bei mir nur die Google Play-Dienste vorinstalliert, weil der vorherige Tester das Gerät auf Werkseinstellung zurückgesetzt hat. Im Auslieferungszustand vom CECT-Shop ist aber bereits alles vollständig vorinstalliert.

Leistung

Das Herzstück des Honor Note 10 ist der 2,4GHz HiSilicon Kirin Octa-Core mit Mali-G72 GPU. Der SoC hat vier ARM Cortex-A73 Prozessorkerne mit bis zu 2,4 GHz und vier Cortex-A53 Kerne mit bis zu 1,8 GHz im big.LITTLE Verbund. Der Chip kommt zwar aus dem Jahr 2017, ist u.a. aber noch in aktuelle Geräte, wie dem Honor 10, Huawei Mate 10 (Pro) und Huawei P20 (Pro) verbaut. Die Mali-G72 GPU mit 850MHZ (16nm) liegt von der Leistung zwischen einem Adreno 530 (Snapdragon 821) und einem Adreno 540 (Snapdragon 835).

Mit einem Software-Update lieferte Huawei und Honor den sogenannten „GPU Turbo“ nach. Durch den GPU-Turbo soll unter anderem die Gaming-Performance um bis zu 60 Prozent erhöht und der Energieverbrauch gleichzeitig um bis zu 30 Prozent reduziert werden. 60% mehr Leistung bei 30% weniger Energie klingt dann aber doch sehr nach Marketing. Im Prinzip wird hier die Taktung der Grafikeinheit angehoben und eine separate / integrierte  Flüssigkühlung sorgt dafür, dass der Chip nicht überhitzt. Nach ca. 20 Minuten Benchmark taktet die GPU dann aber trotzdem herunter. Dennoch liegt die Leistung hinter dem aktuellen Adreno 630 des Snapdragon 845 zurück. Diese Technik bringt einen minimalen Boost bei Games, aber ob der Effekt tatsächlich so spürbar ist wäre zu bezweifeln.

Honor Note 10

Nicht, dass wir uns falsch verstehen, der Kirin 970 bietet eine ausgezeichnete Leistung und nichts bringt das Smartphone momentan an seine Grenzen. Gepaart mit schnellem 6GB oder 8GB LPDDR4X RAM, je nach Speicherversion, und 64GB oder 128GB internen UFS 2.1 Speicher, sollten hier keine Wünsche offen bleiben. Und das bestätigen auch alle durchgeführten Benchmarks. Der RAM schafft mit 7700 MB/s einen recht guten Durchsatz, hätte aber ruhig etwas schneller sein können. Das Mi8 legt hier den doppelten Wert hin. Der interne UFS2.1 Speicher liefert mit ca. 526 MB/s LESEN und ca. 192 MB/s SCHREIBEN gute Werte ab.

Auch beim Gaming leistet sich das Honor Note 10 keinerlei Schwächen. Alle Spiele laufen in höchster Auflösung butterweich. Der GPU-Turbo bringt, wie schon eingehend erwähnt, nur einen minimalen Performanceschub. In PUBG bringt der Turbo euch ca. 1 FPS (Frame per Second) mehr, was sicherlich nicht bahnbrechend ist.

Honor Note 10

Netz und Sprachqualität

Die Sprachqualität des Note 10 ist während eines Telefonats ausgezeichnet und unsere Gesprächspartner konnten uns stets sehr gut verstehen. Der Simkartenschacht kann entweder zwei Nano-SIM oder eine Nano-SIM + MicroSD-Karte aufnehmen. Der Slot unterstützt für beide SIMs natürlich auch Dual-Standby. Das Phablet unterstützt alle gängigen Frequenzen außer dem LTE Band 20 mit 800MHz in der CN-Version. Ansonsten unterstützt es auch VoLTE – telefonieren über LTE.

Netzstandards:

2G/CDMA1X / EVDO (BC0), 2G/GSM 850/900/1800/1900MHz (B5/B8/B3/B2)
3G/WCDMA 850/900/1900/2100MHz (B5/B8/B2/B1), 3G/TD-SCDMA 1900/2000MHz (B39/B34)
4G/FDD-LTE 850/900/1800/2100/2600MHz (B5/B8/B3/B1/B7)
4G/TD-LTE 1900/2100/2300/2500/2600MHz (B39/B34/B40/B41/B38)

Honor Note 10

Konnektivität

Das Honor Note 10 funkt im Wi-Fi 802.11 a/b/g/n/ac Netz und unterstützt Dual-Band mit 2.4GHz & 5GHz. Besonders die Empfangsleistung im WLAN ist außerordentlich gut! Ich hatte bisher kaum ein Gerät in meinem Besitz, welches eine ähnlich hohe Reichweite und einen so hohen Daten-Durchsatz hatte. Ansonsten finden wir noch für Navigation GPS, A-GPS, GLONASS und BeiDou und einen elektronischen Kompass. Der GPS-Fix ist in sehr schnellen 0,1 Sekunden erledigt und bis auf 6m genau. Dabei baute es zu sehr vielen Satelliten eine stabile Verbindung auf. Kleine Abstriche müsst ihr beim Bluetooth-Standard machen, denn das Note 10 hat nur BT 4.2. Dafür hat Huawei bzw. Honor hier einen NFC-Chip verbaut. Die restliche Liste an Sensoren beläuft sich auf Licht-, Näherungs-, Beschleunigungs-Sensoren, einen Schrittzähler und ein Gyroskop.

Sound- & Audioqualität

Das Honor Note 10 hat zweifelsohne einen der, wenn nicht sogar die besten Lautsprecher, die ich jemals in einem Telefon getestet habe. Die Stereo-Speaker liefern richtig satten Sound mit etwas Bass. Zusätzlich sind die Speaker außerdem sogar Dolby Atmos-zertifiziert. Diese Option ist automatisch aktiviert, kann aber auf Wunsch über die Schnelleinstellungen ein- oder ausgeschaltet werden. Mit Dolby Atmos bekommt der ganze Klang noch einmal mehr Räumlichkeit und eignet sich so aufbereitet besonders für Streaming und Videos und Filme schauen generell. In den Dolby Atmos-Einstellungen selbst kann das Klangbild noch weiter verfeinert werden. Zur Auswahl stehen hier „Smart“, „Film“ oder „Musik“ als feste Modi. Bei letzterem könnt Ihr dann noch ein paar Equalizer-Presets auswählen.

Mit Kopfhörern kommt dann der volle Klang aus dem Telefon. Beim vorliegenden Honor Note 10 müsst ihr aber auf einen 3,5mm-Klinkenausgang verzichten und entweder den USB-C auf 3,5mm- Adapter oder einen USB-C-Kopfhörer verwenden. Der Klang ist absolut klar und das Volumen satt. Mit zugeschaltetem Dolby Atmos erhaltet ihr eine noch größere Bühne, im wahrsten Sinne des Wortes, und es macht einfach Spaß, damit Musik zu hören oder Filme zu schauen. Die Gesamtlautstärke hätte noch einen Tick höher sein können, aber geht so in Ordnung.

Honor Note 10

Kamera

Das Honor Note 10 präsentiert sich mit einem Dual-Kamera Setup auf der Rückseite. Es besteht aus einem 16 Megapixel RGB- und einem 24 Megapixel Monochrom-Sensor mit einer Blendenöffnung von f/1.8. Um welche Sensoren es sich genau handelt ist nicht bekannt. Es handelt sich anscheinend aber um die gleichen Sensoren wie im Honor 10. Der Frontkamera hat Honor hier leider nur eine 13 Megapixel-Linse mit einer f/2.0 Blende verpasst. Im Honor 10 wurde noch ein 24 Megapixel-Sensor verbaut. Videos lassen sich in 4K mit 30fps aufnehmen. Allerdings funktioniert in der höchsten Auflösung der elektronische Bildstabilisator nicht mehr. Somit sind wackelfreie Videoaufnahmen mit EIS nur mit 1080p und 60fps möglich.

Honor Note 10

Unübersehbar prangt auch der Schriftzug „AI Camera“ neben den Linsen. Die mit der AI gestützten Aufnahmen werden zum einen durch die KI des Prozessors elektronisch stabilisiert und zum anderen kann sie je nach Umgebung die Farbeinstellungen der Kamera noch vor der Aufnahme anpassen. Dadurch wählt die KI einen entsprechenden passenden Modus je nach Objekt und unterscheidet somit zwischen Pflanzen, Essen, Personen und einigen anderen Dingen mehr. Wie bei allen KI-gestützten Geräten funktioniert das je nach Objekt und Szene mal besser und mal schlechter. Die KI erkennt im Test nicht immer alle Szenen richtig, aber das Problem haben auch noch die Geräte der anderen Hersteller. Wer auf die KI verzichten will, kann diese einfach in der Kamera-App ausschalten.

Die Kamera-App ist im groben gut strukturiert und simpel aufgebaut. Manche Funktionen, wie zum Beispiel den Pro-, Panorama- oder HDR-Modus erreicht ihr allerdings nur über den Menüpunkt „Mehr“. Das finde ich gerade für den HDR-Modus etwas umständlich, den ich ganz gerne verwende.  Wäre zu verschmerzen, wenn es zumindest einen Auto-HDR-Modus geben würde. Der HDR-Modus funktioniert übrigens nicht mit eingeschalteter AI, d.h. ihr müsst euch für einen von beiden Modi entscheiden. Mein letztes Huawei/Honor Gerät ist schon etwas länger her, aber ich bin der Meinung, dass bestimmte Modi vorher schneller und direkter erreichbar waren. Ich kann mich aber auch irren. Honor hat sich zumindest hier für die Schnelltasten (Oben) „Scannen“, „Blitz“, „Momente“, „AI“ und die „Einstellungen“ entschieden.

Honor Note 10

Aber was ist denn nun mit der Kameraqualität? Mit dem Honor Note 10 lassen sich bei Tageslicht sehr gute Fotos machen und die Farben realistisch einfangen. Kontrast und Schärfe der Fotos sind immer ausreichend, alles wirkt scharf und detailliert. Mit eingeschalteter AI tendiert die Kamera aber dazu, etwas die Farben zu übersteuern und leicht unnatürlich wirken zu lassen. Dem Einen gefällt das und dem Anderen eher nicht – Ist halt Geschmackssache, ich zähle eher zu den zweiten Kandidaten. Hervorzuheben ist hier wieder einmal der sehr gute Portrait-Effekt (Bokeh). Das hat Huawei/Honor einfach drauf und wird im Zusammenspiel beider Linsen erzeugt. Dadurch wird das fokussierte Objekt aus dem Gesamtbild hervorgehoben und der Hintergrund weichgezeichnet. Das klappt sogar bei schwierigen Objekten mit vielen unterschiedlichen Details sehr gut. So kenne ich das von diesem Hersteller und es macht immer wieder Spaß, damit Bilder zu schießen.

Die Spreu vom Weizen trennt sich wie immer bei schlechten Lichterverhältnissen im so genannten Low-Light. Und auch hier kann die Dual-Cam überzeugen. Die Texturen und Konturen erscheinen weiterhin recht scharf und detailliert. Das Rauschen hält sich insgesamt noch in Grenzen und mit dem manuellen Modus ist sogar noch mehr drin, denn hier könnt ihr den ISO-Wert und die Belichtungszeit selbst anpassen. Mit dem „Nachtmodus“ kann man ebenfalls noch einiges mehr rausholen, dafür benötigt man allerdings einen festen Untergrund, sowie ein Stativ o.ä. auf das die Kamera montiert werden kann. Im Nachtmodus wird das Foto mit einer Langzeitbelichtung mit bis zu 5 Sekunden  aufgenommen. Das Ergebnis kann sich tatsächlich sehen lassen. Dennoch sind gerade bei den Lichter größere Schleier oder Striemen um Lichtkegel zu erkennen. Das bekommen die ganz teuren Flaggschiffen etwas besser hin, aber insgesamt finde ich das Ergebnis überzeugend.

Selfies gelingen mit der 13MP-Frontkamera leider nur mittelmäßig. Hier sind die Bilder meistens überbelichtet und wirken dadurch unnatürlich. Dadurch geht Dynamik flöten, wenn auch die Farben wohl passen dürften. Portrait-Aufnahmen sind ebenfalls mit der Frontkamera möglich, werden dann aber von der Software nachbearbeitet. Das Ergebnis sieht dann nicht so realistisch aus wie wenn die Aufnahmen mit zwei Linsen gemacht werden. Insgesamt hätte ich hier vom Selfieshooter etwas mehr erwartet und vielleicht kann Honor hier mit einem Update noch etwas nachbessern.

Akkulaufzeit

Monströs ist nicht nur das Display des Honor Note 10, sondern auch die Akkukapazität. Hier verpasst der Hersteller dem Phablet einen riesigen 5.000mAh Akku. Nur das Mi Max 3 hat hier mit 5.500mAh einen größeren Akku. In Kombination mit dem 6,95 Zoll großen AMOLED-Display und dem Kirin 970 erhaltet ihr mit dem Note 10 eine ausgezeichnete Akkulaufzeit. Das bestätigen auch die Akku-Benches mit PC-Mark von knapp 11 Stunden und Geekbench 4 mit 6.43 Stunden.

Real kommt ihr mit dem Note 10 sicherlich so 2-3 Tage ohne Strom aus, je nachdem wie ihr das Gerät nutzt. Ich als Poweruser kam mit Nutzung von sämtlichen Messengers, Emails, Social Network (Facebook, Twitter, Google+, Instagram), viel Musik hören und Youtube-Videos schauen auf gute zwei Tage und hatte am Ende des zweiten Tages noch etwa 10% übrig. Das sind bei meiner Nutzung definitiv Spitzenwerte und das trotz des riesigen Displays.

Sollte dann doch mal der Akku des Note 10 leer sein, hilft die Schnellladetechnik „Super Charge“, um das Phablet und den monströsen Akku wieder aufzuladen. Das mitgelieferte Netzteil schafft hier 5V mit 4,5A. Für das Aufladen von 0% bis 100% braucht ihr damit gerade mal knapp 1.50 Stunden. In nur 30 Minuten ist es über 40% und in ca. 1 Stunden wieder 80% aufgeladen. Das sind ebenfalls Spitzenwerte und ermöglich auch in kurzer Zeit schnelles Aufladen.

Fazit

Alle Liebhaber von riesigen Smartphones dürften mit dem Honor Note 10 so richtig ihre Freude haben und, obwohl ich Geräte bis max. 5,9 Zoll bevorzuge, hat das Phablet ein paar nette Vorzüge. So macht das Gerät mit dem großen 6,95 Zoll AMOLED-Display natürlich besonders beim Video schauen und Games Spaß. Doch wenn man sich bewusst für so ein Gerät entscheidet, weiß man, dass es nicht mehr so einfach in die Hosentasche passt und die Haptik flöten geht. Optisch sieht die Glasrückseite zwar echt schick aus, aber in Kombination mit dem hohen Gewicht lauft Ihr Gefahr, dass es euch aus der Hand flutscht. Die Verarbeitung ist sonst gewohnt auf sehr hohen Niveau.

Leistungsmäßig kann der Kirin 970 nicht ganz mit dem Snapdragon-Pendants mithalten, aber ihr braucht auch keine Angst haben, dass dem SoC bei irgendeiner Anwendung die Puste ausgeht. Lediglich die Mali-G72 GPU hängt etwas hinter der Konkurrenz hinterher, da hilft es auch nicht softwareseitig den „Turbo“ einzuschalten. Dennoch bringt es hier und da ein paar FPS bei Games und bezüglich einer möglichen Überhitzung braucht ihr euch auch keine Gedanken machen, denn das Note 10 besitzt ein Flüssigkeitssystem zur Kühlung.

Mit dem riesigen 5.000mAh Akku seid ihr ebenfalls für jeglichen Multimedia-Anwendungen gerüstet und sollte locker 2-3 Tage ohne Aufzuladen auskommen. Ansonsten gebe ich der Dual-Kamera des Note 10 ein noch gut. Sie könnte aber noch ein paar Optimierungen besonders in Bezug auf die AI vertragen. Müsste ich etwas bemängeln, dann fällt mir nur die etwas enttäuschend Frontkamera ein.

Für einen Preis von gerade mal ab 389 Euro (Mit Gutscheincode PBIABL3T 10€ sparen)* gibt es hier aber echt nicht viel zu meckern und ich gebe dem Monstrum eine Kaufempfehlung.

 

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Honor Note 10
Honor Note 10 Testbericht: das Monster Phablet Flaggschiff
Display9.8
Performance9.2
Kamera9
Akkulaufzeit9.8
Software8.8
Verarbeitung9.4
Preis-Leistung9.4
Positiv
Gutes AMOLED Display
Sehr gute Verarbeitung
Gute Dual-Kamera
Sehr gute Stereo-Lautsprecher
Dolby Atmos Unterstützung
Schneller Face-Unlock
Sehr gute Akkulaufzeit
Negativ
Fingerabdrucksensor zu hoch angebracht
Schlechte Haptik (rutschig)
Sehr schwer
Mäßige Frontkamera
Kein LTE Band 20 (CN-Version)
Kein 3.5mm-Klinkenanschluss
AI nur bedingt nutzbar
9.3
Score

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