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Huawei Mate 20 Pro Test: Was kann das neue Flaggschiff?

Das Mate 20 Pro ist das aktuelle Flaggschiff Smartphone des chinesischen Herstellers Huawei und wir haben uns das Gerät in unserem Testbericht mal genauer angeschaut.

Mit dem Mate 20 Pro macht Huawei vor allem einen Riesensprung bei der Kamera-Leistung, der künstlichen Intelligenz und Performance. Den Grundstein für das Gerät wurde bereits mit dem P20 Pro gelegt und mit dem Mate bauen sie den Fortschritt konsequent weiter aus. Dennoch gibt es ein paar Sachen, die ich nicht so gut finde. Welche das sind, erfahrt ihr in unserem ehrlichen Testbericht zum Mate 20 Pro. Das Gerät wurde über Tradingshenzhen bezogen,vielen Dank dafür. Vorweg, wir haben hier die China-Variante, die sich allerdings nur softwareseitig von dem EU-Modell unterscheidet. Welche das sind erfahrt ihr ebenfalls in dem Test.

Mate 20 Pro – Lieferumfang

Der Lieferumfang des Phablets ist, wie für ein Flaggschiff in dieser Preisklasse zwar üppig aber auch üblich. Die Verpackung ist unspektakulär in tiefschwarz gehalten, und es sind lediglich  Logos und Schriftzüge auf der Front. Im Karton befinden sich neben dem Smartphone eine Kurzanleitung, Garantiekarte, ein USB Typ-C Ladekabel, ein USB Typ-C auf 3,5mm Klinkenadapter, ein Sim-Öffner und ein 10V 4A China-Schnellladegerät (Super Charger). Ein Displayschutzglas ist leider ab Werk nicht angebracht, aber dafür liegt eine transparente Silikon-Hülle bei.

Wireless Charging

Alternativ könnt ihr das Mate 20 Pro auch via Wireless Charging aufladen, welches dann aber als Sonderzubehör erhältlich ist. Ist zwar nicht ganz günstig, aber lohnt sich in meinen Augen trotzdem. Der Original Charger enthält dann die Dockingstation, ein USB Typ-C Kabel und auch ein zusätzliches 10V / 4A Netzteil. Zu den Ladezeiten sage ich im Akku-Abschnitt noch etwas mehr.

Mate 20 Pro

Design und Verarbeitung

Mit den Abmessungen von 157,8 x 72,3 x 8,6mm und einer Displaygröße von 6,39 Zoll empfinde ich das Mate 20 Pro jetzt nicht als riesig oder zumindest nicht größer als Geräte anderer Hersteller. Zudem ist es mit 8,6mm sehr dünn. Auf Grund der extrem schmalen Ränder spart man sich hier und da auch gut ein paar Millimeter. Auch das Gewicht von 189 Gramm ist für ein Gerät dieser Größe in Ordnung. Die Vorderseite besteht vollständig aus Glas und ist nach 2.5D abgerundet und mit Gorilla Glas 5 geschützt.

Mate 20 Pro

Anders als noch beim P20, sind sowohl die Ränder auf der Vorderseite, als auch die auf der Rückseite abgerundet. Besonders durch die abgerundeten Seiten auf der Rückseite, ist das Mate 20 Pro ein richtiger Handschmeichler und liegt einfach gut in der Hand. Auch die Rückseite besteht vollständig aus Glas und ist ebenfalls mit Gorilla Glas 5 geschützt. Dadurch wirkt es optisch sehr edel, aber hat wie alle Glasrückseiten den Nachteil, dass es sehr rutschig ist. Im Alltag würde ich das Gerät zumindest nicht ohne eine Hülle verwenden. Dafür zieht es aber relativ wenig Fingerabdrücke an.

Auf der Oberseite unübersehbar, die vier Öffnungen mit den insgesamt drei Kameralinsen und dem LED-Blitz. Darüber der Leica und auf der Unterseite dann noch der Huawei Schriftzug. Der Rest der Rückseite ist Clean, denn einen Fingerabdrucksensor gibt es hier nicht mehr, der ist nämlich auf die Vorderseite in das Display gewandert.

Mate 20 Pro

Als Farbvarianten stehen hier Schwarz, Blau, Grün, Rose-Gold und Twilight zur Auswahl. Wir haben hier die blaue Variante ausgesucht, die aber auf den Fotos heller aussieht, als es real ist. In bestimmten Lichtkegeln und Winkeln ist zusätzlich ein Muster zu erkennen.

Beim restlichen Rundgang haben wir auf der rechten Seite, wie üblich,v  die Lautstärkewippe und den Powerbutton. Beim Powerbutton hat Huawei hier einen kleinen Akzent gesetzt und ihn rot eingefärbt. Auf der Oberseite gibt es hier sogar einen Infrarot-Sensor, womit Ihr das Mate 20 Pro auch als Universal-Fernbedienung verwenden könnt. Auf der Unterseite befindet sich der USB Typ-C Anschluss und der Dual-Simkartenschacht für zwei Nano-Simkarten oder einer NanoSim + Nano Memory Card-Speicherkarte. Wie immer ist die Verarbeitung absolut tadellos und ohne Makel, wie es sich für ein Flaggschiff in dieser Preisklasse gehört.

Fingerabdruck & Face-Unlock

Auch beim Mate 20 Pro setzt Huawei auf einen Fingerabdruck-Sensor im Display. Die Meinungen zu der Zuverlässigkeit gehen hier stark auseinander. Im Vergleich zu meinem vorherigen Dailydriver dem OnePlus 6t empfinde ich ihn aber doch unzuverlässiger und vor allem langsamer. Und den beim 6t fand ich schon irgendwie nervig. Vielleicht ist es einfach noch ein wenig zu früh dafür und wir müssen uns noch ein paar Generationen gedulden, bis diese schneller und zuverlässiger werden. Auch die Fläche, die den Abdruck scannen kann, empfinde ich als zu klein und so funktioniert es auch hier einfach zu oft nicht.

Zum Glück gibt kann aber hier alternativ auch Face-ID oder Face-Unlock genutzt werden. Dieser unterstützt eine 3D Gesichtserkennung und funktioniert mit Infrarot, wie das Xiaomi Mi8 auch im Dunkeln. Und das äußerst präzise, so dass es kaum einen Winkel oder Situation gab, wo das mal nicht funktionierte. Erfreulicherweise kann dieser sogar für gesperrte Apps verwendet werden, was über den nicht ganz so gut funktionierenden Fingerabdrucksensor hinwegsehen lässt. Außerdem könnt ihr zusätzlich auch einen weiteren Look hinterlegen, also z.B. wenn ihr einen Hut/Cappi oder Brille etc. tragt.

Fingerabdruck und FaceID in Aktion (Video)

Huawei Mate 20 Pro – Fingerprint im Display & FaceID

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Display

Das Mate 20 Pro besitzt ein 6,39 Zoll großes OLED Display (16,23 cm) mit einer maximalen Auflösung von 1440 x 3120 Pixel (538ppi). Dabei ist die Displayauflösung in 3-Stufen einstellbar: HD+ 1560 x 720, FHD+ 2340 x 1080 oder WQHD+ 3120 x 1440. Ab Werk ist es auf FHD+ eingestellt und trotzdem wirkt alles sehr scharf. Erstmalig erhaltet ihr im normalen Mate 20 Pro auch die WHQD+ Auflösung, die sonst nur den exklusiven Geräten im Porsche Design vorbehalten waren. Auf Wunsch lässt sich der Farbmodus und die Temperatur nach den eigenen Vorlieben einstellen.

Das P-OLED-Display liefert eine ausgezeichnete Farbwiedergabe und Schwarzwert ohne übertrieben zu wirken. Schwarz ist Schwarz und kein grau, was ihr vielleicht von den LCD-Kollegen kennt. Auch bei der Blickwinkelstabilität gibt es nichts zu klagen, selbst bei komischen Winkeln lassen sich Inhalte gut ablesen. Zusammen mit dem Edge-Design kommt das schon echt sehr gut rüber, obwohl ich kein besonderer Fan der Ecken bin. Empfand das schon immer nur als optisches Highlight aber für die Bedienung im Alltag doch eher überflüssig. Passend zu dem grandiosen Display, könnt Ihr mit dem Mate 20 Pro auch HDR-Inhalte wie bei Youtube abspielen.

Ansonsten reagiert der 10-Punkt Touchscreen sehr präzise und ohne Verzögerungen. Die Einstellung der Displayhelligkeit reagiert prompt und ohne große Verzögerung. Ein Always-On-Modus ist zwar integriert, aber es lässt sich hier leider nur die Uhrzeit, Datum und den Akkustand anzeigen. Weitere Modifikationen sind nicht möglich und so lassen sich auch keine Benachrichtigungs-Icons dort anzeigen. Zudem funktionierte dann im Test das ‚Display einschalten bei einer Benachrichtigung‘ nicht mehr richtig.

Display-Notch

Tja da ist sie wieder die Hass-Liebe einer Notch (Display-Kerbe), welche auch hier beim Mate wieder recht riesig ausfällt, weil neben der Frontkamera, dem Telefonhörer, Helligkeitssensor noch der Infrarot-Sensor/Kamera Platz finden muss. Somit bleibt hier auch wenig Platz für die Notification-Icons in der Leiste, aber zumindest werden welche angezeigt, was andere Hersteller oft nicht hinbekommen. Ansonsten ist die Notch auch in diversen Apps schon entsprechend gut angepasst worden, so das bei Games oder YouTube trotzdem der vollständige Bildschirm ohne lästige Ränder genutzt werden kann.

Mate 20 Pro Notch

Display Helligkeit im Vergleich

Farbe Mi MIX 2s Xiaomi Mi8 Mate 20 Pro Honor Note 10 OnePlus 6t
rot 126 152 191 186 239
blau 185 241 276 276 282
grün 302 370 529 518 477
weiß 605 770 733 770 785

Software

Das Mate 20 Pro kommt ab Werk mit Android 9.0 Pie und der hauseigenen Oberfläche EMUI 9.0. Das Sicherheitspatchlevel ist mit Januar 2019 recht aktuell. Unsere Chinaversion des Phablets kommt natürlich auch mit allen Sprachen (Multi-Language), hat aber gegenüber der EU-Version noch ein paar Unterschiede. Zum einen sind ab Werk, wie bei allen Geräten für den China-Markt, keine Google Dienste und Apps installiert. Stattdessen gibt es nur den Huawei eigenen App-Store. Über Apkmirror.com lassen sich die aber problemlos nachinstallieren. So müsst Ihr auch damit Leben, dass nur der hauseigene Sprachassistent HiVoice genutzt werden kann. Zudem sind Drittanbieter-Launcher, wie Nova oder Apex, nicht auswählbar bzw. nutzbar. Warum Huawei diese Restriktion für China eingebaut hat, ist mir schleierhaft und wieso bevormundet die User dort so? Die Frage bleibt leider unbeantwortet. FunkyHuawei hat aber laut letzten Twitter-Eintrag schon ein Möglichkeit gefunden, wie ihr das Mate 20 Pro rooten und evtl. auch bald die EU-Version auf diesem Gerät installieren könnt.

Mate 20 Pro

Ansonsten besitzt es die üblichen EMUI-Funktionen, welche die meisten Leser und Leserinnen von anderen Geräten aus dem Hause Huawei und Honor schon kennen sollten. Mit EMUI 9.0 hat Huawei seine doch recht unübersichtlichen Einstellungen gegenüber 8.0 etwas aufgeräumt, so dass die meisten Funktionen jetzt schneller auffindbar sind. Dennoch gibt es auch hier auch ein paar tief verschachtelte Optionen, besonders wenn es um die Benachrichtigungen geht. So müsst ihr gleich diverse Optionen setzen, um nur die Notifications auf dem Sperrbildschirm anzeigen zu können. Hier gibt es eine Menge Kombinationen mit dem Always-On-Display, FaceID etc. die dafür sorgen, dass diese nicht angezeigt werden. Da sollte Huawei versuchen sich wieder auf die Basis von Google’s Android Funktionen zu berufen, statt für alles immer was Eigenes zu bauen. Aber dafür gibt es eine Menge individuelle Optionen für fast jede Funktion des Smartphones, so dass ihr das Gerät ganz nach euren Vorlieben einstellen könnt. Besonderheiten sind hier auch die super Geesten-Funktion, woran man sich nach kurzer Zeit schnell gewöhnt hat. Hier und da hakelt es mal leicht. So beispielsweise, wenn ihr in einem Game seid, um das wieder verlassen zu können. Eine elementare Geeste fehlt mir hier leider und das ist das runterswipen für die Benachrichtigungsleiste.

Beim Launcher gibt es zwei Varianten. Bei der ersten werden alle Apps direkt auf den Homescreens verteilt, für die zweite aktiviert ihr den separaten Appdrawer, um die Homescreens übersichtlicher gestalten zu können. Von Haus aus sind bereits eine Menge Apps vorinstalliert, wie zum Beispiel Huawei-eigene Musik- und Videoplayer, Health, Reader, Design-Store, Game-Center und ein hauseigener App-Store. Leider kommt es auch mit einer Menge Bloatware daher, die sich nur zum Teil deinstallieren lässt.

Leistung

Das Herzstück des Mate 20 Pro ist der neue HiSilicon Kirin 980 Octa-Core (Acht-Kern) mit 2x Cortex A76 2,6 GHz + 2x Cortex A76 1,92 GHz + 4x Cortex A55 1,8 GHz. Die GPU ist die Mali-G76 MP10 mit 720 MHz Core-Speed. Gerade beim Prozessor hat Huawei gegenüber dem Platzhirschen Qualcomm mit den Snapdragons gut aufgeholt, liegen aber immer noch etwas dahinter, wenn ihr stumpf auf die Benchmarkzahlen schielt. In der Praxis merkt ihr davon so nichts mehr. Selbst gegenüber dem 6t mit SD845, welches ich noch bis vor kurzem als Daily-Driver verwendet habe, sind hier keine signifikanten Unterschiede festzustellen. Auch die sonst gelegentlich auftretenden Hick-Ups, welche die Huawei oder Honor Geräte gerne mal hatten, sind nun Geschichte und nach gut 2 Wochen nicht einmal aufgetreten.

Was der neue 7nm SoC tatsächlich drauf hat, zeigen aber auch die sehr guten Benchmark-Werte. Aber noch viel beeindruckender als die SoC/GPU Benches, fand ich die RAM und Speicherleistung. Hier knallt euch das Mate 20 Pro sage und schreibe bis zu 27Gbps von den verbauten 6GB LPDDR4X RAM um die Ohren. Der schnelle interne UFS Speicher liefert hier Werte von 600MB/s bis 900MB/s READ und 150MB/s bis 185MB/s WRITE, was ebenfalls Spitzenwerte sind.

Auch beim Gaming leistet sich das Mate keinerlei Schwächen. Alle Spiele laufen in höchster HDR Auflösung butterweich, egal ob Pubg oder ähnliche grafikintensive Games.

Netz und Sprachqualität

Auch bei der Sprachqualität des Mate 20 Pro gibt es nichts zu bemängeln. Die Sprach- und Klangqualität ist ausgezeichnet. Der Simkartenschacht kann entweder zwei Nano-SIM oder eine Nano-SIM + die neue Nano Memory Card aufnehmen. Der Slot unterstützt für beide SIMs natürlich auch Dual-Standby. Außerdem werden alle gängigen LTE-Frequenzen inkl. dem Band 20 mit 800MHz auch in der CN-Version unterstützt. Ansonsten gibt es noch VoLTE – telefonieren über LTE.

Netzstandards:
2G/CDMA1X / EVDO (BC0), 2G/GSM 850/900/1800/1900MHz (B5/B8/B3/B2)
3G/WCDMA 850/900/1900/2100MHz (B5/B8/B2/B1), 3G/TD-SCDMA 1900/2000MHz (B39/B34)
4G/FDD-LTE 850/900/1800/2100/2600MHz (B5/B8/B3/B1/B7)
4G/TD-LTE 1900/2100/2300/2500/2600MHz (B39/B34/B40/B41/B38)

Mate 20 Pro

Konnektivität

Das Mate 20 Pro funkt im Wi-Fi 802.11 b/g/n/ac Netz und unterstützt Dual-Band mit 2.4GHz & 5GHz. Wie bei Huawei gewohnt, ist die Empfangsleistung außerordentlich gut! Ich hatte nur sehr wenige Geräte, welche eine ähnlich hohe Reichweite und einen so hohen Daten-Durchsatz hatten.

Ein besonders praktisches Feature ist der WiFi-Bridge Modus von Huawei, denn damit verwandelt Ihr das Mate quasi in eine Art Router. Aktiviert den Modus so können sich zusätzlich bis zu drei weitere Geräte mit dem 20 Pro verbinden und gemeinsam das Wlan Netz nutzen, praktisch wenn Ihr im Hotel nur einmal das Wlan für ein Gerät gebucht habt. Die übliche Hotspot-Funktion für das Teilen des Mobilfunknetzes gibt es natürlich auch noch.

Für die Navigation steht GPS, A-GPS, GLONASS und BeiDou zur Verfügung. Der GPS-Fix ist in sehr schnellen 0,2 Sekunden erledigt und bis auf 4m genau. Dabei baute es zu sehr vielen Satelliten eine stabile Verbindung auf. Wie es sich für ein aktuelles Flaggschiff gehört, bietet es Bluetooth 5.0 und einen integrierten NFC-Chip.

Sound- & Audioqualität

Bei den Lautsprecher liefert Huawei wieder voll ab und bestückt das Sahnestück mit Stereo-Speakern. Genauer gesagt ist einer im USB Typ-C Anschluss integriert und der Telefonspeaker wird mitgenutzt. Die Qualität ist für das Volumen super und liefert sogar etwas Bass. Zudem sind die Speaker Dolby Atmos-zertifiziert und kann über die Quicksettings oder Optionen aktiviert werden.  Mit Dolby Atmos bekommt der ganze Klang noch einmal mehr Räumlichkeit und eignet sich so aufbereitet besonders für Streaming und Videos und Filme schauen generell. In den Dolby Atmos-Einstellungen selbst kann das Klangbild noch weiter verfeinert werden. Zur Auswahl stehen hier „Smart“, „Film“ oder „Musik“ als feste Modi. Bei letzterem könnt Ihr dann noch ein paar Equalizer-Presets auswählen.

Zum Lieferumfang zählen endlich auch mal wieder Kopfhörer. Die schlichten in weiß gehaltenen In-Ears würde ich mal als durchschnittlich bezeichnen. Die liefern jetzt keinen bahnbrechenden Sound, aber bis zu einer gewissen Lautstärkepegel gehen die voll in Ordnung. Ab einem gewissen Level tendieren sie aber leicht zu übersteuern. Wer viel Wert auf sehr guten Klang bei hoher Lautstärke legt, sollte sich dann aber doch besser nach einer Alternative umschauen. Einen separaten Klinkenanschluss gibt es auch hier nicht mehr und ihr müsst den mitgelieferten USB-C auf 3,5mm- Adapter verwenden.

Mate 20 Pro

Kamera

Die Kamera ist natürlich hier beim Mate 20 Pro das Highlight und es wurde bereits im Vorfeld viel darüber gesprochen. Machen wir zuerst einen kleinen Abstecher auf das Datenblatt. Schon auf dem Papier beeindruckend: Leica-Triple-Kamera mit 40 Megapixel (Haupt/Weitwinkel) mit f/1.8 Blende + 20 Megapixel (Ultra-Weitwinkel) mit f/2.2 und eine 8 Megapixel (Telefoto) mit f/2.4, unterstützt mit Autofokus (Laserfokus, Phasenfokus, Kontrastfokus) und Huawei’s hauseigene AIS, der KI-gesteuerten Bildstabilisierung. Unterstützt werden hier Videoaufnahmen mit [email protected], [email protected], [email protected] (gyro-EIS), [email protected] Die Frontamera liefert 24 Megapixel mit einer f/2.0 Blende, unterstützt auch 3D-Depth-Sensing und ermöglicht Videoaufnahmen mit [email protected] Zudem könnt professionelle Fotografen auch auf die RAW Bilder zugreifen und diese weiter bearbeiten.

Soweit zu dem Datenblatt, was heißt das jetzt genau für die Praxis? Ihr habt also quasi drei verschiedene Objektive verbaut und damit auf drei Brennweiten von 16, 27 und 83 Millimeter zurückgreifen. Das ermöglicht einen riesigen Spielraum bei der Fotografie und dürfte die meisten Geräte in den Schatten stellen. Vor allem die Weitwinkel-Linsen kannte man bisher nur von den Geräten von LG. Dafür musste dem Mate aber der Monochrome-Sensor weichen, der sonst für mehr Fotoschärfe und Kontrast gesorgt hat. Des Weiteren kann das Objektiv auch für Makrofotografie genutzt werden und ermöglicht damit Objekte aus einer Entfernung von gerade mal 2,5 Zentimetern fotografieren zu können.

Mate 20 Pro

Intelligent wird es aber erst, wenn auch die Software entsprechend intuitiv und einfach zu bedienen ist. Und das ist die Huawei Kamera App auf jeden Fall, so könnt ihr allein im normalen Fotomodus einfach per Pitch-To-Zoom die unterschiedlichen Brennweiten verwenden. Zoomt ihr raus könnt Ihr direkt ein Weitwinkel Foto x0.6 schießen und zoomt ihr rein dann eins bis max. x10.0. Aber auch das restliche Menu und Einstellungen sind schnell und einfach erreichbar.

Natürlich ist auch Huawei’s eigenen AI wieder integriert, die standardmäßig in den Einstellungen unter dem Namen Master AI aktiviert ist. Dabei erkennt das Smartphone über die AI entsprechenden Objekte und Zustände woraus eine passende Szene bzw. Kameraeinstellung gewählt wird. Mit Hilfe der automatischen Voreinstellungen möchte Huawei seine Nutzer unterstützen, um mehr aus den Fotos herauszuholen. Meine Meinung ist da nach wie vor gespalten – ja es gibt Situationen, wo es helfen kann, aber teilweise auch wo die Bilder danach etwas unnatürlich oder übertrieben wirken. Zudem erkennt die KI nicht immer alle Szenen richtig. Sogar in Videos lässt sich jetzt die AI-Funktionen nutzen, um beispielsweise Personen im Vordergrund hervorzuheben oder aber Farbinformationen aus dem Hintergrund zu entfernen. Aber auch das funktionierte nicht immer zuverlässig.

Die Fotos bei Tageslicht sind gestochen scharf mit natürlichen Farben und einem sehr guten Dynamikumfang. Hervorzuheben ist hier wieder einmal der sehr gute Portrait-Effekt (Bokeh). Das hat Huawei einfach drauf und wird im Zusammenspiel mit den Linsen erzeugt. Dadurch wird das fokussierte Objekt aus dem Gesamtbild hervorgehoben und der Hintergrund weichgezeichnet. Das klappt sogar bei schwierigen Objekten mit vielen unterschiedlichen Details sehr gut. Fotos im Weitwinkel-Modus sind allerdings nicht ganz perfekt und werden zum Rand hin doch etwas unscharf. Die Videoqualität war bis jetzt nicht so Huawei’s Stärke, ist aber hier schon besser geworden, wenn auch es nicht mit Samsung oder iPhone mithalten kann. Dafür bekommt ihr aber eine recht gute Bildstabilisierung an die Hand, um wackelfreie Videos zu erstellen.

Nachtmodus (LowLight)

Gerade bei schlechten Lichtverhältnissen, wie in der Dunkelheit (LowLight) spielt das Mate 20 Pro seine Stärken aus. Die Kamerasoftware aktiviert dabei Quad-Binning, welches das Foto mit 10 Megapixeln knipst und dann auf 40 Megapixel hochskaliert. Gleichzeitig vervierfacht sich die Pixelfäche und jedes Pixel kann mehr Licht einfangen. Das funktioniert in der Realität tatsächlich sehr gut, obwohl Huawei ja auf eine Monochrom Sensor verzichtet hat. Dennoch sind die Bilder nicht ganz so scharf und rauschfrei wie mit so einem Sensor, wie es das P20 Pro hat. Das fällt dann auf, wenn ihr nah in das Bild hineinzoomt.

Frontkamera

Die Frontkamera erzeugt mit dem 24 Megapixel Sensor gute Selfies und auch der per Porträtmodus funktioniert hier sehr gut. Auf Wunsch kann hier mit den Lichteffekten gespielt werden und z.B. kleine Lichtspiegelungen in Herzchen, Kästchen etc. umgewandelt werden (Siehe Bild 3). Videoaufnahmen gehen hier nur mit max. 1080p, die insgesamt so La-La oder Ok sind, nicht mehr und nicht weniger. Aber generell Luft nach oben gibt es auch hier.

Akkulaufzeit

Huawei hat dem Mate einen 4200mAh großen Akku verpasst. In Kombination mit dem energiesparenden O-LED-Display und dem Kirin 980 erhaltet ihr ene ausgezeichnete Akkulaufzeit. In der Praxis kommt ihr je nach Nutzung locker 2 Tage mit einer Akkuladung aus. Ich als Poweruser kam mit Nutzung von sämtlichen Messengers, Emails, Social Network (Facebook, Twitter, Google+, Instagram), viel Musik hören und Youtube-Videos schauen auf Gute 1.5-2 Tage. Das sind bei meiner Nutzung definitiv Spitzenwerte und das trotz des riesigen Displays.

Sollte dann doch mal der Akku des Mate 20 Pro leer sein, könnt ihr mit satten 40 Watt und der Schnellladetechnik „Super Charge“ es rasend schnell wieder aufladen. In nur 30 Minuten ist das Gerät bereits wieder von 1 auf 70% aufgeladen. In 45 Minuten seid ihr schon bei wahnsinnigen 94% des 4200mAh Akkus. Allein diese extrem schnellen Ladezeiten stellen bei mir mein bisheriges Ladeverhalten in Frage. Wie bei den meisten Lade ich es sonst ganz einfach über Nacht wieder auf, aber wenn das Gerät so schnell wieder aufgeladen werden kann, ist das eigentlich überflüssig. Zudem bietet es auch Reverse-Charging, d.h. ihr könnt mit dem Mate sogar andere Smartphones aufladen, wenn die Geräte via Netzanschluss verbunden sind.

Wireless Charging

Das Mate 20 Pro unterstützt zusätzlich auch Wireless-Charging, welches als Sonderzubehör erhältlich ist. Laden geht übrigens auch mit einer installierten Hülle. In Verbindung mit dem 10V / 4A Netzteil schaffte ich von in 30 Minuten 30%, 50 Min. = 50%, 60 Min. 60% usw, zum Ende hin werden die Ladezeiten dann aber etwas länger.

Mate 20 Pro

Mate 20 Pro Wireless-Charging

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Fazit

Das Mate 20 Pro ist fast das perfekte Smartphone oder zumindest sehr nah dran. Ein paar Kleinigkeiten gibt es dann aber schon, die etwas stören. Bei so einem hochpreisigen Gerät muss sich Huawei auch kleinliche Kritik gefallen lassen. Das Mate ist auf jeden Fall top verarbeitet, da gibt es absolut nichts zu bemängeln. Auch das OLED Display dürfte zu einem der Besten auf dem Markt gehören, ist gestochen scharf und kontrastreich. Alles sieht auf dem Bildschirm immer wunderbar aus. Die Edges hätten für mich nicht sein müssen, aber das ist sicherlich Geschmackssache.

Herausragend ist auch die geniale Kamera, die in jeder Situation den richtigen Shot ermöglicht, sei es nun im Auto, Portrait, Pro oder Nachtmodus. Besonders im LowLight ist es einfach faszinierend, was Huawei aus den drei Linsen herausholt. Auch bei der Leistung braucht ihr keinerlei Abstriche zu machen, denn der Kirin 980 performt im Zusammenspiel mit dem schnellen UFS Speicher und RAM sehr gut. Die nervigen Hick-Ups der teilweise vorherigen Geräte sind endlich Geschichte.

Wenn ich was bemängeln müsste, wäre es auch hier der etwas nervige Fingerabdrucksensor im Display, denn das dauert mir einfach zu lange bis das Gerät entsperrt ist. Zum Glück gibt es hier den sehr gut funktionierenden 3D-Face Unlock, der sogar im Dunkeln funktioniert. Verbesserungspotential sehe ich vor allem bei der EMUI-Oberfläche, wie eine Swipe runter Geste für die Benachrichtungsleiste und die immer wieder auftretenden Probleme mit den Benachrichtigungen.

Insgesamt erhaltet Ihr mit dem Mate 20 Pro aber definitiv ein absolutes Top-Gerät, was dann aber auch seinen Preis hat.

 

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Mate 20 Pro
Huawei Mate 20 Pro Test: Was kann das neue Flaggschiff?
Display9.8
Performance10
Kamera9.7
Akkulaufzeit10
Software9.2
Verarbeitung9.5
Preis-Leistung9
Positiv
Brilliantes Display
Sehr gute Leistung
Top Triple Kamera
Wireless-Charging
Sehr gute Akkulaufzeit
Sehr guter Empfang
3D Face-Unlock
Schnelles Face-Unlock
Stereo Lautsprecher
Negativ
Große Notch
Fingerabdruck Display ungenau
Fingerabdruck Display langsam
Hoher Preis
kein 3,5mm Klinken-Anschluss
Drittanbieter Launcher Sperre (Nur CN)
9.6
Score

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