Immer mehr aggressive Impf-Vordrängler – so nehmen sie anderen den Platz weg! Impfzentren kämpfen gegen Schummler und Drücker

Viele Menschen versuchen sich bereits jetzt eine Impfung gegen das potenziell tödliche Coronavirus zu verschaffen, obwohl sie eigentlich noch nicht an der Reihe sind. Offenbar hängt dieses Verhalten auch damit zusammen, dass jetzt Geimpfte wieder mehr Rechte bekommen. Erste Experten fordern nun Strafen gegen diese Impfbetrüger. Denn wie es scheiont wird auch das Verhalten der Menschen immer aggressiver.

Impfzentren schlagen Alarm – Immer mehr Menschen versuchen Impfung gegen Corona zu erschleichen

In den letzten Wochen beobachten die Impfzentren in ganz Deutschland immer mehr Personen, die versuchen sich vorzeitig eine Impfung gegen Covid-19 zu sichern. Und dass, obwohl diese Leute eigentlich noch nicht an der Reihe sind. Weil sich diese Situation zukünftig durch die Rechte die geimpfte Personen bekommen noch zuspitzen könnte, fordern nun bereits Experten Strafen für die Impfbetrüger festzulegen. Allein in Hamburg waren zuletzt rund 2.000 Impfbetrüger pro Woche aufgeflogen. Auch in München waren mehr als 350 Personen entdeckt worden, die sich vorzeitig impfen lassen wollten, obwohl sie darauf noch kein Anrecht hatten. „Die Stimmung wird aggressiver“, beschreibt Martin Helfrich, der Sprecher der Hamburger Sozialbehörde die aktuelle Situation. „Den Menschen ist teilweise sehr klar, dass sie nicht berechtigt sind und trotzdem versuchen sie, sich impfen zu lassen.“ Und der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, bestätigt: „Zwar werden Tausende erwischt, aber es fehlt an Sanktionen. Sich beim Impfen vorzudrängen, ist weiterhin keine Ordnungswidrigkeit.“

So gehen die Impfbetrüger vor

In vielen Fällen machen die Impfbetrüger falsche Angaben zu Alter oder Beruf oder geben sich oft auch als priorisierte Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen oder Schwangeren aus. Auf diese Weise wollen sie eine frühere Impfung gegen das Coronavirus erschleichen. So kann eine pflegebedürftige Person tatsächlich zwei Kontaktpersonen benennen, die sich vorrangig impfen lassen können, Mittlerweile gab es jedoch bereits Fälle, dass auf den Namen eines Pflegebedürftigen bis zu acht junge und gesunde Leute geimpft wurden. Diese verteidigen sich: „Im Impfzentrum hat keiner nach den Dokumenten gefragt.“ Viele Impfzentren seien bei der Kontrolle eingeschränkt und vertrauen daher auf wahre Angaben der Impfwilligen.

Aufhebung der Impf-Reihenfolge könnte problematisch werden

Aktuell haben nach den Zahlen der ständigen Impfkommission rund zehn Millionen Menschen mit erhöhtem Risiko auf einen schweren Covid-19-Verlauf noch kein Angebot für eine Impfung erhalten. Trotzdem soll die Priorisierung laut Bundesregierung und Gesundheitsministerium bereits im Juni aufgehoben werden. „Leider Gottes ist aber auch das Problem der Impfung gegen Covid-19 mittlerweile Gegenstand der politischen Auseinandersetzung und vielleicht sogar zum Wahlkampfthema geworden. Das tut aus meiner Sicht den Dingen, der sachlichen Beurteilung, nichts Gutes“, sieht der Vorsitzende der STIKO, Prof. Thomas Mertens, ein Problem. Und auch der Moraltheologe Prof. Franz Josef Borman von der Universität Tübingen hält die Aufhebung der Priorisierung für eine schlechte Idee:

„Zu erwarten ist, dass sobald der Startschuss fällt, der große Run auf die Arztpraxen erfolgt. Und ich finde es nicht richtig, dass man die Organisations-Last jetzt einfach den Arztpraxen aufdrückt“, erklärt Borman, der für die Zukunft Probleme prognostiziert: „Es gibt eine neue Knappheitssituation und das führt zu Frustrationen, zu Ärger und wachsender Ungeduld.“

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