Inzidenzwerte bald unter 50! Corona-Experten sicher – die Zahlen werden fallen

Am Donnerstag haben mehrere Corona-Experten im Deutschen Bundestag ihre Einschätzung abgegeben, wie es in der Corona-Pandemie in Deutschland weitergehen wird. Nach Ansicht der Physikerin Viola Priesemann wird Deutschland schon bald wieder unter einen Inzidenzwert von 50 rutschten. Dieses Ergebnis sei allerdings nicht die Wikung des aktuellen Lockdowns.

Experten glauben nicht an weiter steigende Inzidenzwerte

Viele Corona-Experten sind sich offenbar einig, dass die Zahlen der Neuinfektionen in der Corona-Pandemie vermutlich keine neuen Höchststände mehr erreichen werden. „Ich rechne nicht mehr mit einer Zunahme, aber auch nicht mit einer schnellen Abnahme“, erklärte der Mobilitätsforscher Kai Nagel, der an der TU Berlin forscht. Nagel war einer der Experten, der am Donnerstagnachmittag seine Expertise bei einer Anhörung im Parlamentarischen Begleitgremium Covid-19-Pandemie des Bundestags abgegeben hatte. Sogar noch optimistischer zeigte sich bei der Anhörung die Physikerin Viola Priesemann vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation. Diese rechnet fest damit, dass bereits in den nächsten Wochen Inzidenzwerte von unter 50 erreicht werden. Dafür machte Priesemann allerdings nicht den aktuellen Lockdown, sondern viel mehr den aktuellen Fortschritt bei den Impfungen verantwortlich.

Abgeordnete stellen Fragen an die Experten

Bei der Anhörung konnten die Abgeordneten des Bundestages den anwesenden Experten ihre Fragen im Zusammenhang mit der Pandemie stellen. Von Eva Grill, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie, kam der Ratschlag zukünftig auf mobile Impfteams in sozial schwachen Orts- oder Stadtteilen zurückzugreifen. Mit dieser Maßnahme könne man das Impftempo noch weiter beschleunigen und die dort wohnenden Menschen besser in die Impfaktion miteinbeziehen. Zudem plädierte Grill auch dafür in diesen Gegenden generell häufiger Schutzmasken zu verteilen und die Menschen auf die Nutzung der Masken hinzuweisen. Kritisch sah Grill hingegen Experimente bei den Öffnungen, wenn die Inzidenzwerte wie im Augenblick noch zu hoch liegen. Mobilitätsforscher Nagel schlug vor, geeignete Innenräume zu zertifizieren, die dann wieder genutzt werden könnten Zudem schlug Nagel vor, bis auf weiteres einen Schnelltest vor privaten Treffen durchzuführen und dies als nette Geste zu sehen, die gleichzeitig ein wenig mehr Sicherheit biete, sich nicht ungewollt mit Covid-19 anzustecken.

Epidemiologe fordert weiter Verbot von Großveranstaltungen

Der Epidemiologe Gérard Krause vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung hatte sich bei der Anhörung weiter dafür ausgesprochen auch weiterhin auf eines Durchführung von Großveranstaltung zu verzichten. Der Mediziner sieht darin den größten Einzeleffekt in der Bekämpfung der Pandemie neben den aktuell fortschreitenden Impfungen. Alles andere Maßnahmen hätten im Vergleich mit diesen Maßnahmen nur eine halb so große Schutzwirkung. Allerdings seien nach Krauses Ansicht mit dem Wissen der heutigen Zeit verschiedene Differenzierungen möglich. Durch klare Konzepte könnten kleinere Veranstaltungen im Freien wieder durchgeführt werden. Auch in großen Sälen mit hohen Decken könnten kleine Veranstaltungen bald wieder möglich werden. Zudem plädierte Krause für die Öffnung der Außengastronomie mit klaren Konzepten. Was die Öffnung der Innengastronomie angehe, sei dies nach Meinung von Krause allerdings aktuell noch zu früh und beinhalte ein zu hohes Ansteckungsrisiko.

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