Irrer Lösungsvorschlag von Klinikärzten – Corona-Infizierte sollen für 10 Tage ins Hotel

Die Infektionszahlen in Deutschland steigen weiter an. Einer der Gründe dafür ist häufig, dass bereits ein infiziertes Mitglied der Familie ausreichend ist, um die restlichen Familienmitglieder anzustecken. Vor allem bei beengten Wohnverhältnissen ist dieses Risiko latent, das sich die Mitglieder der Familie quasi nicht aus dem Weg gehen können. Nun jedoch schlagen Klinikärzte vor, positiv auf das Coronavirus getestete Menschen stattdessen für 10 Tage in Hotels zu schicken.

Ärzte schlagen Hotelaufenthalt für Corona-Infizierte vor

Viele Familien kennen dieses Problem! Ein Mitglied der Familie wird positiv auf das ansteckende Coronavirus getestet und muss die nächsten Tage in häuslicher Quarantäne verbringen. Vor allem wenn niemand sonst in der Familie sich angesteckt hat, könnte das Zusammenleben sich besonders bei Familien mit kleinen Wohnungen zu einem Problem entwickeln. Schließlich besteht selbst bei kleinen Unaufmerksamkeiten die Gefahr weitere Familienmitglieder mit dem Virus zu infizieren. Nun jedoch hat die Chefin des Klinikärzte-Vernbands Marburger Bund einen Vorschlag, um die Ausbreitung des Virus in genau diesen Fällen zu verhindern. Aus diesem Grund schlägt Dr. Susanne Johna vor, solche Patienten zukünftig für 10 Tage zur Quarantäne in ein Hotelzimmer zu schicken. „Wenn man zu viert auf 80 Quadratmetern wohnt, ist es oft kaum möglich, sich wirklich abzusondern. Beengte Wohnverhältnisse gefährden den Erfolg der Quarantäne“, erklärte Johna am Sonntag gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Gleichzeitig sei dies eine Möglichkeit den durch die Krise gebeutetelten Hotels und Pensionen Einnahmen zu verschaffen. Johna regte außerdem an, dass der Staat die Kosten für die Unterbringung der infizierten Menschen übernehmen solle. Beim Gespräch mit der „Bild“-Zeitung erklärte Johna, dass dies ein Option für Personen sei, die mit einer Quarantäne ohne den Rest der Familie keine Probleme hätten.

Ärztin will Option auf Hotel-Quarantäne für infizierte Menschen

Dr. Johna kann sich diese Option vor allem für Menschen mit schwachen Symptomen vorstellen. „Das Angebot sollte freiwillig sein und nur für Menschen gelten, die gar keine oder nur schwache Symp­tome haben.“ Mit dieser Maßnahme könnten die Infizierten einen enormen Druck loswerden. Denn die Sorge andere Familienmitglieder anzustecken dürfte mit Sicherheit viele der Covid-19-Infizierten stark beschäftigen. Ines Hartges, die Geschäftsführerin des Hotel- und Gaststätten-Bundesverbandes Dehoga, findet die Idee jedenfalls sehr interessant. „Wenn Unterstützung notwendig ist, sind Hotels sicherlich bereit, Corona-Infizierte oder Quarantänepflichtige aufzunehmen, es ist jedoch Sache des einzelnen Unternehmers, dies zu entscheiden.“ Schon im Frühjahr habe es diese Option in Bayern gegeben. Doch Thomas Bareiß (45, CDU), der Tourismus-Beauftragte der Bundesregierung, sieht den Vorschlag von Dr. Johna kritisch. Nach seiner Ansicht sollten Patienten dort behandelt werden, wo die beste Versorgung möglich sei. Und dies sei nun mal in den eigenen vier Wänden. „Ich glaube auch nicht, dass man den Hotels einen Gefallen tut. Soll man denn der eh schon schwer gebeutelten Branche diese Aufgabe auch noch aufdrücken? Außerdem kann der Bund keine zusätzlichen Kosten übernehmen“, erteilt der Politiker solchen Überlegungen eine Absage.

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