Ist das die Chance aufs Lockdown-Ende? Deutschland geht den Tübinger-Weg!

Eigentlich sollte die neue Strategie mit Schnelltests von Gesundheitsminister Jens Spahn bereits am 1. März beginnen. Zu diesem Zeitpunkt wollte Spahn eigentlich kostenlose Tests für die Bundesbürger zur Verfüngung stellen, um damit die Lockerungen voranzutreiben. Doch zunächst wird der Plan bis nach dem Bund-Länder-Gipfel am 3. März verschoben, weil dort noch einmal über das Thema diskutiert werden soll. Die Idee mit der Teststrategie stammt allerdings nicht von Jens Spahn sondern von der Tübinger Notzärztin und DRK-Vorsitzenden Dr. Lisa Federle.

Deutschland soll den Tübinger Weg einführen

Die Frau hinter der Teststrategie von Jens Spahn ist die 59-jährige Notärztin Dr. Lisa Federle. „Ich freue mich, dass der Tübinger Weg endlich den Weg nach Berlin gefunden hat“, sagt die Ärztin zufrieden. Schon seit mehreren Monaten hatte die Ärztin kostenlose Schnelltests zur Kontrolle der Pandemie gefordert. Ein Vorschlag der nun von Jens Spahn aufgegriffen wurde. Der Kontakt sei über den Pressesprecher des Gesundheitsministers zustande gekommen. Dieser habe sie angerufen, damit sie nach Berlin komme und ihr in Tübingen erfolgreich angewendetes Konzept vorstelle. Denn Dr. Federle ist Verfechterin einer sinnvollen Teststrategie, In Tübingen hatte sie bereits im März des Vorjahres begonnen PCR-Tests in Altenheimen durchzuführen. In Tübingen gibt es bereits seit November die Möglichkeit zu kostenlosen Schnelltests am dortigen Marktplatz. „Es geht doch nicht, dass die alten Menschen ihre Enkel nicht sehen können!“, nennt Federle ihre Beweggründe. Als pragmatische Person sei sie immer auf der Suche nach effizienten Lösungen. Eine Gabe, die ihr auch in ihrer Arbeit als Notärztin nützt. Doch in der Krise sei es nicht immer einfach Lösungen zu finden. „Unsere Bürokratie steht uns momentan viel zu oft im Weg“, glaubt Federle und fügt hinzu: „Es gibt viele Menschen, die etwas machen wollen, aber ausgebremst werden.“ Besonders in der aktuellen Pandemie-Phase seien Kreativität, Engagement und Eigeninitiative aber besonders wichtig.

Strategie in Tübingen ein voller Erfolg

Die Strategie von Dr, Lisa Federle hat in Tübingen erfolgreich funktioniert und soll nun auch bundesweit ausprobiert werden. In Tübingen liegt der Inzidenzwert im Augenblick bei 37,6. Zu keinem Zeitpunkt der Pandemie hatte sich die schwäbische Stadt in einen Corona-Hotspot verwandelt. Mehr als 50 Landkreise setzen mittlerweile das Konzept von Federle erfolgreich um. Auch die Verschiebung des Starts der Teststrategie wird sie nun garantiert nicht aus der Bahn werfen, denn die Ärztin ist es gewohnt ihren Weg zu gehen. Mit 30 Jahren hatte Federle ihr Abitur nachgeholt und studierte anschließend Medizin und zwar als Mutter von 4 Kindern.

Trotzdem hofft Lisa Federle, dass ihre Strategie nun bald umgesetzt werden kann. „Aber sie wissen ja, wie das ist. Die Tests müssen beschafft werden. Ausschreibung, Bestellung, Lieferung“, kennt Federle den Aufwand, Doch die Zeit drängt: „Sonst schlittern wir mit Wums in den nächsten Lockdown!“, ist sich Lisa Federle sicher. Bleibt also nur zu hoffen, dass ihr der Bund-Länder-Gipfel am Mittwoch endlich grünes Licht gibt.

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