Kommt die Schluckimpfung gegen Corona – deutsche Forscher sind ganz nah dran!

Bisher gibt es nur wenige Impfstoffe gegen das potenziell tödliche Coronavirus. Und zur Zeit gibt es lediglich Impfstoffe, die gespritzt werden müssen. An der Uni Würzburg forschen nun 5 Mikrobiologen, um eine Schluckimpfung gegen das Coronavirus zu entwickeln. Seit April 2020 arbeitet die Forschergruppe unter Leitung von Professor Thomas Rudel (58) an diesem Projekt.

Forscher der Uni Würzburg wollen Schluckimpfung gegen Coronavirus entwickeln

Wird die Spritze bei den Corona-Impfungen schon bald unnötig? Dies ist jedenfalls das Ziel von Professor Thomas Rudel und seiner Forschergruppe der Universität Würzburg. Seit April 2020 arbeitet man dort an einer Schluckimpfung gegen das hochansteckende Virus. Nun erklärt Rudel, wie die Impfung zukünftig funktionieren soll: „Wir fügen schon vorhandenen Impfbakterien gegen Typhus die Gen-Information bei, die sie brauchen, damit sie Antigene gegen Corona bilden.“ Und wie genau soll dies zukünftig funktionieren? „Damit die zusätzliche Information eingepflanzt werden kann, muss sie zuerst aus dem Virus extrahiert werden. Als Alternative können wir sie aber auch synthetisch herstellen mithilfe der chemischen Synthese von Nukleinsäure“, erklärt der Wissenschaftler. Rudel und sein Team planen einen sicheren Schutz gegen das Virus zu entwickeln, der auf einfache Art angewendet werden kann. „Der Patient schluckt eine Woche lang Kapseln mit Typhus-Impfbakterien, die Antigene gegen Coronaviren bilden. Die Darmschleimhaut nimmt die Bakterien auf, unterhalb liegende Zentren erkennen die Corona-Antigene und geben die Information an alle Schleimhäute im Körper weiter und schützen sie. Auch die Atemwegsschleimhaut“, erklärt der Wissenschaftler die Funktionsweise der Schluckimpfung.

Bakterien sollen Antigene produzieren

Im Anschluss beschreibt Professor Rudel dann, wo die Unterschiede zwischen Schluckimpfung und normaler Impfung liegen. Während bei der normalen Impfung die Zellen im menschlichen Körper so verändert werden, dass sie im Fall einer Infektion mit dem Coronavirus Antigene erzeugen, verfolgt die Schluckimpfung einen vollkommen unterschiedlichen Ansatz. „Die Antigenproduktion übernehmen dagegen bei der Schluckimpfung, die wir entwickeln, die Bakterien. Die immunisierten Schleimhäute wirken wir ein Schutzschild, blockieren das Virus. Es kommt zu keiner Infektion“, beschreibt Professor Rudel die gewünschte Wirkungsweise. Ziel der Schluckimpfung sei es zu Erreichen, dass infizierte Personen das Virus nicht mehr weiter übertragen können und natürlich auch vor der Ansteckung geschützt werden. Mittlerweile sind die Forschungen an dem Projekt bereits fortgeschritten. „Wir befinden uns noch in der präklinischen Phase und bereiten alles für die klinische Testung vor. Wir hoffen, dass wir bei den klinischen Prüfungen dadurch einen Vorteil haben, dass es bereits eine breite Erfahrung mit dem Impfstamm gibt. Wann die Impfung auf den Markt kommt, kann ich aber noch nicht sagen“, gibt Rudel eine Zusammenfassung über den aktuellen Stand der Dinge.

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