Le Pen wirft Napoleon-Kritikern „ethische Waterloos“ und „Selbstgeißelung“ vor

Rechtspopulistin glorifiziert früheren Kaiser zum 200. Todestag

Zum 200. Todestag des französischen Kaisers Napoleon Bonaparte hat ihn die Rechtspopulistin Marine Le Pen als „unsterblich gewordene französische Legende“ bezeichnet und kritischen Stimmen in ihrem Land „Selbstgeißelung“ vorgeworfen. Alle Versuche, Napoleons Verdienste nachträglich zu schmälern, kämen „ethischen Waterloos“ gleich, sagte Le Pen in einem mit dramatischer Musik unterlegten Video, das die Chefin des Rassemblement National (Nationale Sammlungsbewegung) am Mittwoch in Online-Netzwerken teilte.

Le Pen sagte in dem fünfminütigen Video zu Bildern Napoleons, während seiner ebenso „kurzen wie brillanten Herrschaft“ habe Bonaparte Europa zwischen 1799 und 1815 eine „Botschaft der Freiheit“ gebracht und in dem Willen gehandelt, „Frieden zu stiften“. Als Kronzeuge zitierte die Rechtspopulistin unter anderem den deutschen Philosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel, der Napoleon anlässlich der Besetzung von Jena durch französische Truppen 1806 als „Weltseele“ bezeichnet hatte.

Mit dem Video distanzierte sich Le Pen von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der in einer Rede auch Napoleons unrühmliche Seiten zur Sprache bringen und unter anderem auf die Wiedereinführung der Sklaverei verweisen wollte. Le Pen tritt im kommenden Jahr bei der Präsidentschaftswahl an, Meinungsforscher sagen ihr ein Kopf-an-Kopf-Rennen gegen Macron voraus.

Napoleon war am 5. Mai 1821 auf der britischen Insel St. Helena gestorben. Dorthin war er nach der verlorenen Schlacht von Waterloo 1815 verbannt worden.

by Kenzo TRIBOUILLARD

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