Nachdem man auf dem Mobile World Congress das neue High-End-Smartphone präsentiert hatte, machte sich LG kaum Freunde mit den verschiedenen Varianten. Nun folgen ein G6+ und ein weiteres Modell, das aus einer erneuten Kooperation mit B&O entstanden ist, und dürften erneut für Unmut sorgen.

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Auch wenn ich an in meiner Review des LG G6 nicht viel an dem High-End-Smartphone auszusetzen hatte, waren die wenigen Kritikpunkte (kein Wireless Charging, nur 32GB Speicher, kein Quad DAC) eigentlich nur dem Umstand geschuldet, dass ich das falsche Modell hatte. Nämlich ein europäisches – hierzulande müssen wir auf diverse Features verzichten und das rückt LGs Hoffnungsträger unnötig in ein schlechtes Licht. Dennoch setzt man diese fragwürdige Modellpolitik anscheinend fort und hat noch zwei weitere Varianten vorgestellt.

LG G6+: Das volle Programm – Quad DAC, Wireless Charging, 128GB Speicher

In den Farben Astro Black, Optical Terra Gold und Optical Marine Blue wird LG künftig (in ausgewählten Regionen) ein G6-Modell vertreiben, das sowohl den bisher Südkorea-exklusiven Quad DAC, als auch Wireless Charging mitbringt. Zudem kombiniert man beides mit 128GB internem UFS 2.0-Speicher und 6GB RAM. Ansonsten sind die technischen Daten identisch, auch weiterhin gibt es eine Dual-Cam, den Snapdragon 821 und ein Display im 2:1-Format. Softwareseitig hat man sich des Low Power-Modus angenommen, die Kamerafeatures erweitert und eine Gesichtserkennung integriert – diese Funktionen sollen bestehende G6-Besitzer im nächsten Monat per Update nachgereicht bekommen.

LG G6: Mit B&O-Headset und Logo

In den selben neuen Farben kommt eine Variante, die in puncto Ausstattung dem bisherigen Modell entspricht, ebenfalls nur 32GB-Speicher bietet (zu den anderen bisher regionsspezifischen Features wissen wir noch nichts), aber auf der Rückseite ein kreisrundes B&O-Logo zu bieten hat. Das ist dem Umstand geschuldet, dass (wie wohl auch beim G6+) ein entsprechendes B&O Play-Headset in der Verpackung enthalten ist. Der Lieferumfang meines Review-Modells beinhaltete kein Headset, die bisherige Soundqualität kann ich also nicht beurteilen – vermutlich wird man hier aber einen Unterschied mitbekommen. Die Software-Verbesserungen wird es auch hier ab Werk geben, zu den Preisen liegen noch keine Informationen vor. Angekündigt ist das Modell bisher nur für Südkorea.

Die wohl dämlichste Modellpolitik ever

Nach der Vorstellung auf dem Mobile World Congress dämpften die Details zu den verschiedenen Ausstattungen schon bald die Vorfreude auf jenes Smartphone, das für LG das Comeback sein sollte. Ein dringend benötigtes Comeback wohlgemerkt, denn nachdem der modulare Ansatz des Vorgängers nicht nur uns kaum überzeugen konnte, sorgte die strauchelnde Mobile-Sparte im letzten Quartal 2016 für einen operativen Verlust von umgerechnet 30 Millionen US-Dollar.

Mit dem G6 hat es LG dann geschafft, dass jeder etwas daran auszusetzen hatte: Sei es nun an dem zu kleinen Speicher, dem nicht vorhandenen Quad DAC oder der fehlenden Wireless Charging-Unterstützung (oder wie in Europa: alles davon). Keine gute Ausgangsposition, wenn man dann nur zeitgleich mit dem Galaxy S8 in den Handel kommt und ohnehin bereits den aktuellen Snapdragon-SoC nicht bekommen hat. Nun sind aber alle Modelle keine zwei Monate später bereits „veraltet“ und das LG G6+ lässt nebenbei die andere B&O-Variante völlig obsolet werden – mit nur 32GB ist das Modell aus südkoreanischer Perspektive sogar ein Downgrade, das sich hoffentlich auch im Preis bemerkbar machen wird. Für das bisherige Top-Modell dürfte der Wiederverkaufswert jedenfalls gerade deutlich gesunken sein.

Auch in Zukunft dürften sich damit viele Interessenten genauer überlegen, ob man eine Neuvorstellung von LG vorbestellt oder in den ersten Wochen (mit entsprechenden Gewinnmargen für das Unternehmen) kauft – das nächste Modell könnte ja immer schon vor der Tür stehen. Aber vor allem sollte LG da ein wenig konsequenter vorgehen, denn erst das LG G6+ ist das Smartphone, das wir schon auf dem MWC sehen wollten.

Review LG G6: Der Hoffnungsträger im Test