Liegt das Bernstein-Zimmer im gesunkenen Frachtschiff „Karlsruhe“? Tauchgänge starten – taucht der Schatz wieder auf?

In Polen läuft seit dem heutigen Tag eine großangelegte Suchaktion nach dem legendären Bernsteinzimmer. Offenbar gibt es Hinweise, dass das Zimmer bei der Flucht der Nazis vor den in Richtung Ostpreußen vorrückenden russischen Truppen mit dem Frachtschiff „Karlsruhe“ in Sicherheit gebracht werden sollte. Doch die „Karlsruhe“ war bei der Reise in Richtung Westen von russischen Torpedobombern versenkt worden. Nun werden Taucher die Ladung des im Vorjahr entdeckten Wracks genauer unter die Lupe nehmen.

Suche nach dem Bernsteinzimmer – Tauchgänge zur „Karlsruhe“ beginnen am Montag

Das Frachtschiff „Karlsruhe“ wurde genau wie 160 weitere Schiffe die bei der Evakuierung im April 1945 eingesetzt wurden, versenkt. Jetzt wollen Hobbytaucher aus Polen, Schweden, Großbritannien und Finnland in einer elf Tage andauernden Tauchmission zu dem in 88 Metern Tiefe liegenden Wrack herauszufinden, was in den zahlreichen Kisten im Frachtraum des Schiffes gelagert ist. Einer der Experten, der es für möglich hält, dass das Bernsteinzimmer tatsächlich an Bord des Schiffes sein könnte, ist Bernsteinzimmer-Experte und WELT-Herausgeber Stefan Aust (75). „Es ist gegen Ende des Krieges in 26 bis 28 Kisten verpackt worden, die sind verschwunden“, erklärte Aust gegenüber BILD TV. „Entweder sind die im Schloss in Königsberg verbrannt oder noch wegtransportiert worden. Dass dies auf einem Schiff gewesen sein kann, ist nicht abwegig“, kommt Aust zu einem optimistischen Fazit. Am 11. April 1945 war das Schiff am Abend aus dem Hafen Pillau bei Königsberg ausgelaufen. Mit einer Fracht von 360 Tonnen Gewicht und 1.083 Flüchtlinge und Soldaten sollte das Schiff dann das von Deutschland besetzte Dänemark erreichen und war dabei von zwei Minensuchbooten und einem militärischen Schnellboot begleitet worden.

Russen versenkten die „Karlsruhe“

Doch wegen des hohen Gewichts der Fracht konnte das Schiff sich lediglich mit einer Geschwindigkeit von 7 statt 9 Knoten fortbewegen und viel so hinter die restlichen Boote des Konvoys zurück. Am 13. April wurde das Schiff am Morgen gegen etwa 9.15 Uhr von einem sowjetischen Torpedobomber versenkt. Die beiden Minensucher konnten im Anschluss an den Angriff 150 Menschen aus dem Wasser retten und auch eines der sowjetischen Flugzeuge abschießen. Lange blieb das Wrack der „Karlsruhe“ dann unentdeckt, bis es im Sommer 2020 von den polnischen Hobbytauchern gefunden wurde. Nun soll mit Hilfe eines 80 Meter lange Spezialschiffs des holländischen Reeders Klaas Wiyj (58) eine 11-tägige Tauchexpedition zu dem Wrack stattfinden. Schon bald dürfte also geklärt werden, ob sich das Bernsteinzimmer tatsächlich an Bord des Schiffes befunden hat.

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.