Lockdown-Verlängerung: Was passiert mit Schulen und Kitas? Zoff um Öffnungen droht zu eskalieren

Am Dienstag werden beim Corona-Gipfel zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Bundesländer die Weichen für das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie gestellt. Allerdings droht es eine unharmonische Sitzung zu werden. Denn bei der Frage was mit Schulen und Kitas passieren soll, konnten die verschiedenen Bundesländer offenbar noch keine gemeinsame Linie finden. Nun droht eine Eskalation des Konflikts.

Einigkeit bei der Verlängerung des Lockdowns

Während der Corona-Pandemie hatte man gesehen, dass es gar nicht einfach ist die Interessen aller Bundesländer unter einen Hut zu bringen. Vor der Sitzung mit der Kanzlerin am 5. Januar droht diesmal tatsächlich großes Konfliktpotenzial. Man konnte sich in den Bundesländern nämlich offenbar lediglich auf eine Verlängerung des aktuellen Lockdowns einigen. Allerdings gibt es auch hier verschiedene Positionen wegen der Dauer der Verlängerung. Während einige Bundesländern dafür stimmen, den Lockdown bis zum 24. Januar zu verlängern, möchten vor allem die stark von der Corona-Pandemie betroffenen Bundesländer der Lockdown bis zum 31. Januar verlängern. Der heftigste Streit droht jedoch beim Thema Schulen und Kitas. Denn dort scheint es in den verschiedenen Bundesländern zahlreiche unterschiedliche Standpunkte zu geben. Keine guten Voraussetzungen für ein einheitliches Vorgehen. Schon am Montag wollen die Kultusminister der Bundesländer über das weitere Vorgehen abstimmen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder will die Schulen und Kindergärten weiter geschlossen lassen. „Es darf keine überstürzte Öffnung von Schulen und Kitas geben. Es wäre angesichts der hohen Infektionszahlen verantwortungslos, Lehrer und Schüler einfach wieder komplett in die Schulen zu schicken“, argumentierte Söder. Einen ähnlichen Standpunkt vertritt auch Gesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU): Der Gesundheitsminister stimmt zwar darin überein, dass geschlossene Schulen und Kindergärten für die Eltern ein Problem seien. „Aber auch da gilt: Es ist für alle leichter, jetzt eine Woche länger die Schulen zuzuhaben, als sie aufzumachen und dann irgendwann in einigen Wochen wieder vor Debatten zu stehen“, erklärte Spahn gegenüber dem Fernsehsender RTL.

Politiker haben unterschiedliche Standpunkte wegen Öffnung der Schulen und Kindergärten

Auch der bayrische Kultusminister Michael Piazolo (61, Freie Wähler) kann sich eine Öffnung Schulen und Kindergärten nicht vorstellen: „Wenn ich mir die aktuellen Infektionszahlen ansehe, gehe ich nicht von einem allgemeinen Präsenzunterricht für alle aus“, erklärte Piazolo bei der „Augsburger Allgemeinen“. Ins gleiche Horn stößt

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke), der für sein Bundesland bereits entschieden hat, die Corona-Beschränkungen keinesfalls vor Ende des Monats zu lockern. Dies gelte nach Ansicht von Ramelow auch für Schulen und Kindergärten. Doch es gibt auch Befürworter für die Öffnung der Schulen. Allen voran Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (56, CDU), die fordert Kitas und Grundschulen „unabhängig von den Inzidenzzahlen“ wieder zu öffnen. „Auch wenn der Lockdown über den 10. Januar hinaus verlängert wird, sollten Kitas und Grundschulen wieder öffnen für Präsenzunterricht. In diesen Altersklassen ist es unerlässlich, dass Kinder in Kitas gehen und in Schulen lernen“, argumentierte Eisenmann gegnüber der Bild. Einen Standpunkt, den offenbar auch

Friedrich Merz (65, CDU) vertritt. Der CDU-Politiker befürchtet einen massiven Schaden bei der Bildung durch die geschlossenen Schulen. Nach Ansicht von Merz würden besonders Kinder aus sozial schwachen und bildungsfernen Familien unter dieser Situation leiden.

Lehrerverbands-Chef fordert langfristige Lösungen

Kritik gab es außerdem vom Lehrerverbands-Chef Heinz-Peter Meidinger. Dieser forderte die Politik dazu auf sich längerfristige Gedanken um ein tragfähiges Konzet in der Pandemie zu machen.“Man kann nicht endlos nach hinten schieben“, kritisiert Meidinger. Längere Schul-Schließungen würden die Abschluss-Vorbereitungen erschweren. Durch die aktuelle Situation seien schlechtere Abschluss-Zensuren möglich, die dann möglicherweise über Zugang oder Nicht-Zugang zu Wunschberuf und Studienplatz entscheiden könnten. „Für einen Teil der Abschlussschüler ist es vielleicht sinnvoll, ein Jahr mehr Zeit zu haben bis zur Abiprüfung. Man sollte es auf jeden Fall dies denjenigen einräumen, die das wollen und das darf nicht als Sitzenbleiben zählen“, fordert Meidinger. Eine andere Möglichkeit sei eine erneute Verschiebung des Abiturs in den Mai oder Juni. „Aber spätestens Ende Mai oder im Juni ist damit Schluss, denn dann gehen die Bewerbungen an den Unis und auf die Ausbildungsplätze los“, stellt Meidinger klar.

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