Lockdowns sorgten für eine Flut von Rolex-Uhren und Dior-Handtaschen

Die Nachfrage nach teuren Handtaschen, Autos und Uhren erholte sich wieder, sobald wohlhabende Verbraucher aus ihren Häusern auftauchen und einen Teil des Geldes ausgeben konnten, das sie während der Abriegelung gespart hatten.

Glauben Sie, dass Abriegelungen schlecht für den Luxus sind? Denken Sie noch einmal nach.

Die Umsätze der Mode- und Lederwarenabteilung von LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton SE stiegen im dritten Quartal um 12% (ohne Währungseffekte) – nicht weit entfernt von dem Niveau, das sie vor der Pandemie erreicht hatte. Der Bloomberg-Konsens der Analystenerwartungen für diesen Zeitraum lautete auf einen Rückgang um 0,9%.

Stattdessen zeigt die Stoßstangenleistung, wie die Nachfrage nach teuren Handtaschen, Autos und Uhren wieder ansprang, sobald wohlhabende Verbraucher ihre Häuser verlassen und einen Teil des Geldes ausgeben konnten, das sie während des Lockdown gespart hatten. Es lohnt sich, sich daran zu erinnern, dass Europa wieder einmal die Bewegungsbeschränkungen verschärft.

In China, dessen Konsumenten laut Jefferies in diesem Jahr 45% der weltweiten Luxusverkäufe ausmachen könnten, behandelten sich die Käufer wie wiedereröffnete Geschäfte. Und dieses so genannte „Racheausgaben“-Phänomen hat sich auf die USA und sogar auf Europa ausgeweitet, da wohlhabende Einzelpersonen Geld, das sie bei Urlaubsreisen in Übersee und Restaurantbesuchen ausgegeben hätten, in hochklassige Boutiquen umleiten.

Bis vor kurzem haben sich die Aktienmärkte stark erholt, was die US-Konsumenten typischerweise zum Kauf animiert. Infolgedessen könnten sich Frauen für eine Tasche von Christian Dior Bobby entscheiden. Männer könnten sich eine Designeruhr kaufen. Die Uhren der Schweiz Group Plc, des in Großbritannien ansässigen Uhren- und Schmuckeinzelhändlers, berichteten kürzlich über besser als erwartete Verkäufe.

Aber diese Ergebnisse beschränken sich nicht nur auf Luxusartikel, die man tragen kann.

Am späten Donnerstag meldete der Mercedes-Benz-Eigentümer Daimler AG für das Quartal Juli bis September einen erstaunlichen Free Cash Flow der Industrie von 5,1 Milliarden Euro. Seine hauptsächlich wirtschaftsnahe Kundschaft scheint von der Pandemie weniger betroffen gewesen zu sein als der hart betroffene Dienstleistungssektor. Autos sind auch recht praktisch geworden, wenn man Angst hat, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen, oder wenn man einen Umzug von der Stadt aufs Land erwägt.

Die große Präsenz von Mercedes-Benz in China – wo die Verkäufe im dritten Quartal im Jahresvergleich um 23% gestiegen sind – war ebenfalls ein großer Vorteil.

Mit Blick auf die Zukunft könnte ein weiterer Nutznießer dieses Bling-Booms die Apple Inc. sein, deren Spitzenmodell iPhone 12 Pro ab Freitag vorbestellt werden kann. Nachdem die Verbraucher während der Sperrfrist etwas Geld gespart haben, sind sie vielleicht eher bereit, für die teureren neuen Mobiltelefone zu schwärmen: Das iPhone 12 Pro Max kostet 1.199 Dollar, während das iPhone 12 Mini, mit weniger Schnickschnack, 649 Dollar kostet.

Aber es gibt Gründe zur Vorsicht, da die Erholung des Luxus möglicherweise nicht gleichmäßig über die gesamte Branche verteilt ist. Wenn Verbraucher einen Sonderkauf tätigen, dann wahrscheinlich bei einem der bekanntesten Namen. LVMH hat zwei: Louis Vuitton und Christian Dior. Wenn es um Uhren geht, sind die angesagtesten Marken im Moment Rolex (es gibt bereits Wartelisten für die neuen farbenfrohen Oyster Perpetual-Modelle), Patek Philippe und Audemars Piguet – alle in Privatbesitz.

Uhren, Handtaschen und Schmuck sind ebenfalls Artikel, die in lässiger Umgebung funktionieren. Andere hochmodische Produkte, wie z.B. Gesellschaftskleider und Stöckelschuhe, sind möglicherweise vom Mangel an Veranstaltungen, für die man sich verkleiden muss, stärker betroffen. Eine Ausnahme bilden die Kugelschreiberjacken von Moncler SpA, die im nahenden Winter nachgefragt werden könnten, vor allem, wenn die Geselligkeit unter freiem Himmel stattfinden muss.

In der Zwischenzeit, da die Besorgnis über die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie zunimmt, könnte der Nervenkitzel der Ausgaben abnehmen. Rechnet man den Schaden einer zweiten Viruswelle in Europa und die Unsicherheit im Zusammenhang mit den Wahlen in den USA hinzu, dann könnten sich sogar wohlhabende Verbraucher dafür entscheiden, ihr Geld zu verstecken, anstatt es zu verprassen.

Zurzeit ist das Bling jedoch wieder da. Luxusgüterkonzerne sollten das Beste daraus machen, solange sie können.

(Diese Geschichte wurde aus einem Wire-Agency-Feed ohne Änderungen am Text veröffentlicht.)

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