Lösen Corona-Impfungen bei Kindern Herzmuskelentzündungen aus? – Diese Studie bringt Klarheit

Zuletzt war entdeckt worden, dass die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna in sehr seltenen Fällen zu Herzmuskelentzündungen führen können. Wie oft treten diese Beschwerden jetzt bei Kindern und Jugendlichen auf? Dies wollten nun das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) und das MYKKE-Register herausfinden. MYKKE gilt als größtes Register für Herzmuskelentzündungen bei Kindern und Jugendlichen weltweit.

mRNA-Impfstoffe können Herzmuskelentzündungen auslösen

Schon vor Wochen hatten israelische und amerikanische Studien zum Ergebnis geführt, dass der Einsatz von mRNA-Impfstoffen in sehr seltenen Fällen zur Bildung von Herzmuskelentzündungen führen kann. Diese Fälle sind sehr selten und wurden in lediglich 1,3 Fällen pro 100.000 Impfungen beobachtet. In der Altersklasse zwischen 16 und 19 Jahren tritt diese Nebenwirkung dann aber deutlich häufiger auf. In dieser Altersgruppe wurden13,7 Fälle pro 100.000 Impfungen beobachtet. Mittlerweile werden die mRNA-Impfstoff in Europa auch zur Impfung von Kindern ab 12 Jahren genutzt. Schon relativ zeitnah soll dann auch die Zulassung für Kinder ab 5 Jahre erfolgen. Kein Wunder also, dass man von Seiten des Paul-Ehrlich-Institut (PEI) und des Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel und auch dem „MYKKE“-Register daran interessiert ist, schnellstmöglich Daten zu erhalten, die zeigen wie oft Herzmuskelentzündungen in dieser Altersgruppe zu erwarten sind. Das „MYKKE“-Register existiert bereits seit 2013. Dort werden sämtliche Herzmuskelentzündungen von Kindern und Jugendlichen registriert.

Daten des Registers werden zur Auswertung genutzt

Nun wird man bei der Ermittlung der Daten auf die seit Jahren bestehende Infrastruktur des „MYKKE“-Registers zurückgreifen, um die Daten der Kinder und Jugendlichen auszuwerten, die nach einer Impfung gegen Covid-19 von einer Myokraditis berichten. Die Studie, die in Zusammenarbeit zwischen dem Paul-Ehrlich-Institut und dem „MYKKE“-Register ablaufen wird, soll die Häufigkeit und vor allem den langfristigen Verlauf der Herzerkrankung nach der Covid-19-Impfung analysieren. Die soll dadurch sichergestellt werden, dass alle Patienten nach einheitlichen Standards diagnostiziert und behandelt werden. Im Anschluss sollen zwölf Monate lang Nachuntersuchungen gemacht werden. „Wir werden mit dieser Studie zwar keine definitive Aussage über die prozentuale Häufigkeit von Herzmuskelentzündungen nach einer Impfung gegen COVID-19 machen können, aber wir erhoffen uns wertvolle Erkenntnisse über den Schweregrad und Verlauf der Erkrankung, um unsere Patientinnen und Patienten bestmöglich behandeln und Folgeschäden vermeiden zu können. Unser Dank gilt an dieser Stelle allen am MYKKE-Register beteiligten Kolleginnen und Kollegen für ihre Mitwirkung“, erklärt Studienärztin Dr. Franziska Seidel vom Deutschen Herzzentrum Berlin.

Myokarditis bei Kindern und Jugendlichen nach Corona-Impfung

Schon im Mai 2021 beziehungsweise im Juli 2021 wurden die Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und „Spikevax“ von Moderna für Kinder und Jugendliche zugelassen, die 12 Jahre oder älter sind. Zudem gilt nach wissenschaftlichen Beobachtungen als gesichert, dass in sehr seltenen Fällen beim Einsatz der mRNA-Impfstoffe Herzmuskelentzündungen auftreten können. Auch aus diesem Grund weist die Ständige Impfkommision (Stiko) in ihrer Empfehlung für die Impfung der Kinder und Jugendlichen auf dieses Thema hin. Zuletzt war empfohlen worden, alle Personen unter 30 Jahren mit dem Impfstoff von Biontech zu impfen, weil es dort offenbar weniger Fälle von Herzmuskelentzündungen als bei dem Moderna-Impfstoff gegeben hat. Von der Nebenwirkung sind vor allem Jungen und junge Männer häufiger betroffen als Mädchen und junge Frauen. Bisher konnten allerdings alle Patienten in Deutschland rechtzeitig behandelt werden, so dass die Krankheit einen unkomplizierten Verlauf genommen hat.

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