Mauerbau im August 1961: Neue „Charité“-Staffel startet im Januar

Krebsforschung in der DDR

Die dritte Staffel der historischen Krankenhausserie „Charité“ (seit 2017) startet am 12. Januar um 20:15 Uhr im Ersten. Das nächste Kapitel der Medizingeschichte und des weltberühmten Berliner Krankenhauses spielt im August 1961, als die Charité durch den Mauerbau über Nacht zum Grenzgebiet zwischen Ost und West wurde. Wo stand das Berliner Krankenhaus in dieser Zeit politisch? Wie wichtig war die Forschung und die medizinische Arbeit in den 1960er Jahren? Was hat die historischen Figuren geprägt und wie waren ihre Lebensläufe? Diese Fragen beantwortet die Serie.

Regie führte bei den sechs neuen Folgen Christine Hartmann (geb. 1968), sie folgte auf Sönke Wortmann (61, Staffel eins) und Anno Saul (57, Staffel zwei). Auch das Schauspielensemble wurde wieder komplett ausgetauscht. Die fiktive junge Forscherin Dr. Ella Wendt (Nina Gummich) steht im Mittelpunkt der neuen Staffel. Außerdem werden die Geschichten dieser drei realen Mediziner erzählt: Kinderärztin Dr. Ingeborg Rapoport (1912-2017, gespielt von Nina Kunzendorf), Serologe und Gerichtsmediziner Prof. Dr. Otto Prokop (1921-2009, Philipp Hochmair) und Gynäkologe Prof. Dr. Helmut Kraatz (1902 -1983, Uwe Ochsenknecht).

Darum geht es in der neuen Staffel

Berlin, Sommer 1961: Die junge Ärztin Dr. Ella Wendt kommt aus der Provinz an die Charité in Berlin. Das Krankenhaus steht in diesen Tagen vor großen Problemen, immer mehr Ärzte und Pflegepersonal zieht es in den Westen – es droht personell auszubluten. Über Nacht wird die Mauer gebaut und die Charité zum Grenzgebiet.

Dr. Ella Wendt will an der Charité ihre Forschung zur Krebsfrüherkennung voranbringen, und sucht den Kontakt zu Prof. Otto Prokop, der einen herausragenden Ruf als Serologe genießt. Prokops eigentliches Steckenpferd ist jedoch die Gerichtsmedizin. Seine Obduktionen tragen zur Klärung von Kriminalfällen bei, deren Ergebnisse er in einem Atlas der Gerichtsmedizin zusammenstellt. Auch die ersten Mauertoten liegen auf seinem Tisch.

Ella kann nur nach Feierabend forschen, denn die Arbeit auf der Inneren Station fordert sie. Sie stemmt den Klinikalltag gemeinsam mit ihrem ehemaligen Kommilitonen Dr. Alexander Nowack (Max Wagner). Doch die politischen Ereignisse erschüttern das gegenseitige Vertrauen – besonders als Ella sich zunehmend auf den Chirurgen Dr. Curt Bruncken (Franz Hartwig) einlässt, der sie mit seinem Freiheitsdrang und seiner rebellischen Art fasziniert.

Dem gegenüber steht die leidenschaftliche Kinderärztin Ingeborg Rapoport als überzeugte Anhängerin der sozialistischen Idee. Rapoport entwickelt als Spezialistin der Säuglingsmedizin einen visionären Ansatz, um die Säuglingssterblichkeit zu senken. Damit eckt sie immer wieder bei dem konservativ denkenden Gynäkologen Prof. Helmut Kraatz an.

Serie und Dokumentation

Im Anschluss an die ersten beiden Folgen (12.1.) folgt um 21:50 Uhr die begleitende Dokumentation „Die Charité – Ein Krankenhaus im Kalten Krieg“. Die Episoden drei bis sechs werden als Doppelfolgen immer dienstags ab 20:15 Uhr gezeigt. Bereits ab 5. Januar gibt es alle Folgen vorab in der ARD Mediathek zu sehen.

Die zweite Staffel (2019) der UFA-Fiction-Produktion, die in der Zeit des Nationalsozialismus spielte, war bei den International Emmy Awards in der Kategorie „Beste Dramaserie“ nominiert, ging bei der Preisverleihung im November 2020 aber leer aus.

(ili/spot)

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