Mediziner der Berliner Charité schlagen Alarm – Anzahl der Corona-Patienten steigt besorgniserregend an

Überall in Deutschland steigt die Anzahl von schwer kranken Corona-Patienten auf den Intensivstationen der Krankenhäuser wieder an. Nun schlägt die renommierte Berliner Charité Alarm. Denn dort beobachtet man die aktuelle Entwicklung der Patientenzahlen mit großer Sorge. Gerät schon bald das Gesundheitssystem an die Grenze seiner Belastbarkeit?

Mediziner warnen vor Ausbreitung des Coronavirus

Angesichts der stark ansteigenden Patientenzahlen in der 3. Welle der Corona-Pandemie sorgen sich Mediziner nun um den weiteren Verlauf. „Wenn die Anzahl schwer kranker Covid-Patienten die zweite Welle übertrifft, kommen wir in eine kritische Situation“, ist sich Martin Kreis sicher, der als Vorstand der Krankenversorgung in Deutschlands größter Uniklinik fungiert. In der 2. Welle sei die Charité schon an ihre absolute Belastungsgrenze gekommen. In dieser Zeit habe man unter anderem die Aufnahme von Patienten aus den Kliniken anderer Bundesländer ablehnen müssen. Allerdings mussten auch keine Charité-Patienten in andere Krankenhäuser verteilt werden. „Wir werden weiter alles daran setzen, Patienten aus der Region auch in Berlin zu versorgen“, verspricht Kreis. Allerdings zeichne sich ein deutlicher Anstieg der Patientenzahlen ab. Nun sei vorwiegend die Altersgruppe zwischen 30 und 60 Jahren betroffen, von denen viele noch keine Impfung gegen das Coronavirus erhalten haben. „Der Trend ist eindeutig, und er zwingt uns, zu reagieren“, macht Kreis deutlich. Gerade erst habe man eine Reserve-Intensivstation wieder vollständig öffnen müssen. Zudem sei man dazu übergegangen, die planbaren Operationen, die man aufschieben könne, abzusagen. Als positiven Punkt nannte Kreis jedoch, dass durch die Impfungen eines Großteils der Mitarbeiter nun wenigstens die Gefahr auf den Ausfall von Mitarbeitern durch Infektionen und Quarantänen nicht mehr gegeben sei.

Notfallmediziner befürchten eine Überlastung der Intensivstationen

Allerdings sei sowohl die physische als auch die psychische Belastung bei den Mitarbeitern hoch. Besonders Erschöpfung durch die Arbeitsbelastung und die Trauer um die Corona-Toten belasten die Belegschaft. An der Charité ist bisher rund ein Drittel der beatmeten Covid-Patienten gestorben. Trotz der Pandemie habe man noch medizinisches Personal und Intensivbetten für Patienten, die nichts mit der Pandemie zu tun haben. Niemand müsse bisher befürchten keine Behandlung zu bekommen, betonte Kreis. Allerdings warnten am Freitag zahlreiche Notfallmediziner vor einer drohenden Überlastung der Intensivstationen. Steffen Weber-Carstens von der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) sprach bereits von einer besorgniserregenden Entwicklung auf den Berliner Intensivstationen. In den letzten 3 Wochen sei die Anzahl der beatmeten Covid-19-Fälle um 100 Patienten gestiegen. Insgesamt gebe es in Berlin augenblicklich 280 beatmetet Intensivpatienten, die an Covid-19 erkrankt sind. In der Berliner Charité sind alleine 90 dieser Fälle untergebracht. Und offenbar deuten die Zahlen darauf hin, dass die Patientenzahlen auch weiterhin stark ansteigen werden.

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