Mobile Impfteams für Hotspots! Intensivmediziner fordern höheres Tempo bei den Impfungen

Weil die Nachricht von den Corona-Impfungen in sozialen Brennpunkten nicht immer ankommt oder verstanden wird, fordern die Intensivmediziner nun, in diesen Gegenden verstärkt mobile Impfteams einzusetzen, um das Impftempo weiter zu erhöhen. Könnte diese Maßnahme tatsächlich erfolgreich sein?

Experten empfehlen mobile Impfteams in sozialen Brennpunkten

Wie es scheint, kommt die Nachricht der Impfungen bei Menschen, die nicht perfekt Deutsch verstehen oder in sozial schwachen Wohnverhältnissen leben, nicht ausreichend gut bei den Menschen an. Dies zeigt sich vor allem an den Zahlen und der Herkunft der Covid-Patienten. Aus diesem Grund fordern Intensivmediziner nun größere Anstrengungen, um die betreffenden Bevölkerungsgruppen schneller als bisher vorgesehen zu impfen. Die Mediziner appellieren deshalb nun verstärkt Impfungen in sozialen Brennpunkten vorzunehmen. Auch durch diese Maßnahme könnten die Intensivstationen der Krankenhäuser auf lange Sicht entlastet werden. „Auf den Intensivstationen liegen überdurchschnittlich viele Menschen aus ärmeren Bevölkerungsschichten, Menschen mit Migrationshintergrund und sozial Benachteiligte“, stellt Christian Karagiannidis klar, der als wissenschaftliche Leiter des Intensivbettenregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) arbeitet, „Um diese Menschen besser zu schützen und die Intensivstationen zu entlasten, sollten alle Bürgermeister und Gesundheitsämter mobile Impfteams in die sozialen Brennpunkte ihrer Städte schicken. Das würde eine Menge bringen, denn das Impftempo ist derzeit vielversprechend“, machte Karagiannidis in einem Interview mit der Tageszeitung „Rheinische Post“ klar.

Sozial benachteiligte sollen schneller geimpft werden

Auch der Deutsche Städtetag unterstützt Maßnahmen und

Anstrengungen, damit sozial Benachteiligte schneller geimpft werden können. „Soziale Unterschiede dürfen nicht dazu führen, dass ein Teil der Menschen abgehängt wird, weil für sie der Zugang zu Impfungen zu schwer ist“, fordert der Städtetags-Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy bei der Funke Mediengruppe. Um diese Aufgabe zu bewältigen sollen nun auch mobile Impfteams stärker als bisher eingesetzt werden. Zudem sei es wichtig die Menschen in sozialen Brennpunkten besser zu informieren. Dazu sei es unter Umständen auch notwendig mehrsprachige Informationen bezüglich der Impfungen unter den Menschen zu verteilen. Schon seit längerem ist erwiesen, dass ein Zusammenhang zwischen sozioökonomischem Status und Gesundheit besteht. Die Menschen aus sozial schwachen Gebieten leiden deutlich häufiger unter Vorerkrankungen als finanziell besser gestellte Menschen und weisen dementsprechend in der Corona-Pandemie ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf der Erkrankung auf. Auch das beengte Platzangebot in den Wohnungen sei ein Faktor für die verstärkte Verbreitung des Coronavirus in sozialen Brennpunkten.

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