Neue Corona-Supervariante aus Südafrika – das wissen wir bisher über B.1.1.529

Das Auftauchen einer neuen Variante des Coronavirus in Südafrika versetzt die Wissenschaftler rund um den Globus in Alarmstimmung. Denn erste Untersuchungen der neuen Variante B.1.1.529 lassen nicht Gutes verheißen. In Südafrika waren die Zahlen der Infektionen in den letzten Tagen unverhältnismäßig stark angestiegen. Eine Entwicklung zu der offenbar die neue Variante maßgeblich beigetragen hat.

Erste Länder ziehen Konsequenzen

Nachdem in Südafrika eine neue Variante des Coronavirus aufgetreten ist, die sich offenbar schnell und massiv ausbreitet, haben erste Länder bereits Konsequenzen beschlossen. Ab Samstag wird zum Beispiel Deutschland Südafrika und seine Nachbarländer zum Virusvariantengebiet erklären. Auch Großbritannien und Israel haben den Flugverkehr ins südliche Afrika bereits eingestellt. Bisher wurde nämlich in Südafrika und Botswana Fälle der neuen Variante B.1.1.529 registriert. Zudem gibt es gemeldete Fälle aus Belgien, Israel und Hongkong. Am Freitag wird sich die Weltgesundheitsorganisation WHO mit der neuen Variante befassen. Vermutlich wird diese „Ny“ genannt werden. Dann muss die WHO klären ob sie B.1.1.529 als „Variante von Interesse“ oder gleich als „besorgniserregende Variante“ einstuft. Die neue Variante scheint auf jeden Fall ansteckend zu sein. Von gut 100 Fällen am Tag waren die Infektionszahlen in Südafrika auf 1.200 Fälle nach oben geschossen. Und dass, obwohl im südlichen Afrika gerade erst der Sommer beginnt.

Wissenschaftler besorgt wegen der neuen Variante

Doch warum sind die Wissenschaftler so besorgt, nachdem die neue Variante am 22. November zum ersten Mal entdeckt wurde? Zunächst einmal weist sie sehr viele Mutationen im Vergleich zu anderen Varianten des Coronavirus auf. „Was uns Sorgen bereitet, ist, dass diese Variante nicht nur eine erhöhte Übertragbarkeit haben könnte, sich also effizienter ausbreitet, sondern auch in der Lage sein könnte, Teile des Immunsystems und den Schutz, den wir in unserem Immunsystem haben, zu umgehen“, beschreibt der Experte Richard Lessells die Besorgnis bei den Forschern. Lessells sprach zudem von einem „Evolutionssprung“ der neuen Variante. Ein positive Aspekt sei lediglich, dass sich auch die neue Variante weiter mit einem PCR-Test nachweisen lasse. Ein weitere Grund für die Befürchtungen der Wissenschaftler sind zahlreiche Mutationen am Spike-Protein der neuen Variante. Alle zugelassenen Impfstoff basieren auf dem Spike-Protein des Virus, so dass nicht ausgeschlossen werden kann, dass die neue Variante die Schutzwirkung der Impfungen mindern könnte.

Auch deutsche Experten besorgt wegen neuer Corona-Variante

In Deutschland haben sich RKI-Präsident Lothar Wieler, SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach und Virologe Alexander Kekulé wegen der neuen Variante zu Wort gemeldet. Lothar Wieler, den Chef des RKI beunruhigen die vielen verschiedenen Mutationen von B.1.1.529. Vor allem die Mutationen an Stellen, an denen normalerweise die neutralisierende und therapeutische Antikörper andocken, müsse man nach Wielers Ansicht beobachten. Außerdem gibt es nach Wielers Aussage Mutationen in der Nähe der sogenannten Furin Cleavage Site. Diese könnten entscheidenden Einfluss auf das Eindringen des Virus in die menschlichen Zellen haben. „Das spricht dafür, dass es eine erhöhte Transmission sein könnte“, verdeutlichte Wieler am Freitag auf einer Pressekonferenz in Berlin. „Wir sind tatsächlich in sehr großer Sorge“, bestätigt Wieler. Eine Einschätzung die SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach teilt. „Wir müssen Zeit gewinnen. Nichts ist schlimmer als eine neue Variante in eine laufende Welle hinein“, hatte Lauterbach in der Nacht zum Donnerstag bei Twitter geschrieben. Lauterbach forderte deshalb so schnell wie möglich Reisebeschränkungen einzuführen. Besorgt äußerte sich außerdem Virologe Alexander Kekulé. „B.1.1.529 könnte nach vorläufigen Daten aus Pretoria und Johannesburg ansteckender als Delta sein und theoretisch (!) häufiger Impfdurchbrüche verursachen“, deutet Kekulé bereits an. Man wird wohl abwarten müssen, wie gefährlich die neue Variante tatsächlich ist.

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