Pipeline-Sabotage: Spur führt nach Russland! – Waren Kampftaucher oder Drohnen verantwortlich?

Seit dem Montag schießen Unmengen von Gas aus den insgesamt 3 Lecks der Gaspipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2. Viele Experten vermuten hinter diesem rätselhaften Vorfall eines Sabotageaktion. Zudem scheint für viele Politiker im Westen klar zu sein, dass höchstwahrscheinlich Russland hinter diesem Vorfall steckt. Beweisen können wird man dies wegen der Komplexität des Vorfalls vermutlich nicht.

So könnte es zu den Explosionen gekommen sein


Mittlerweile haben sich die Experten auf 2 mögliche Szenarien festgelegt. Bei Szenario 1 könnten Kampftaucher die Sprengsätze in unmittelbarer Nähe der Pipelines platziert haben. Wie der dänische Forscher Anders Puck Nielsen erklärt, sei dies technisch gesehen keine große Sache. Seiner Meinung nach erfordere dies lediglich ein Boot und ein paar Taucher, die im Umgang mit Sprengstoff geschult sind. Der Einsatz von U-Booten-Booten sei zu diesem Zweck eher ungeeignet, heißes aus britischen Militärquellen. Dort wo die Pipelines beschädigt wurden, ist die Ostsee nur selten tief genug, um ein U-Boot zu verbergen. Denn in dieser Gegend weist die Ostsee nur selten Tiefen von mehr als 100 Meter auf. Die Gefahr der Entdeckung wäre in diesem Fall also sehr groß gewesen. Deshalb wird davon ausgegangen, dass vermutlich Kampftaucher aus einem Handelsschiff heraus die Sprengsätze bereits vor Tagen oder sogar Wochen platziert haben.

Wurden die Leitungen mit Unterwasserdrohnen gesprengt?

Beim zweiten Szenario gehen die Experten von einem Einsatz von Unterwasserdrohnen aus.“Diese Drohnen kann man einfach fernsteuern. Sie könnten dann die Leitungen orten und den Sprengstoff darauf oder daneben platzieren“, erklärt Kenneth Ohlenschläger Buhl, ein norwegischer Militärexperte. Dabei ist es sogar möglich, dass das explosive Material bereits vor längerer Zeit platziert wurde. Lediglich die Langlebigkeit der Batterien sei bei einem solchen Vorgehen zu beachten. Am Montag hatten unter anderem norwegische Ölbohrplattformen berichtet in letzter Zeit verstärkt Drohnen unbekannter Herkunft gesichtet zu haben. Diese wurden als Risiko bezeichnet, da man sie für vorsätzliche Angriffe nutzen könnte. In diesem Zusammenhang ermitteln nun bereits die norwegischen Behörden. Mittlerweile gilt es als sicher, dass die Lecks durch einen gezielten Angriff entstanden sind. Zahlreiche Politiker in Europa sprechen von vorsätzlichen Handlungen. Darin stimmen auch viele Militärexperten überein. “Lecks an Gaspipelines sind extrem selten“, bestätigt auch der norwegische Militärwissenschaftler Tor Ivar Strömmen. Besonders bei den Pipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2, die beiden noch relativ neu sind. Dänische und schwedische Messstationen hatten außerdem Detonationen unter Wasser registriert, bevor es zu dem Druckabfall in den Gasleitungen gekommen war. Offenbar soll von Seiten des US-Geheimdienstes CIA schon vor Wochen über mögliche Anschläge auf die Gaspipelines gewarnt worden sein. Darüber soll man auch im Kanzleramt in Berlin informiert gewesen sein, wie der “Wir“ jetzt berichtet. Verhindern konnte man die Sabotage aber nicht.

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