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Pocophone F1 im Langzeittest – Potential eines Flagshipkillers?

Das Pocophone F1 von Xiaomi ist seit Monaten in aller Munde. Ich habe es nun seit gut 2 Monaten als Daily im Einsatz und werde euch alles in meinem erweiterten Testbericht näher bringen. Das Pocophone F1 wurde uns von Tradingshenzhen* zur Verfügung gestellt, vielen Dank an dieser Stelle.

Pocophone F1 – Lieferumfang

Das Pocophone F1, man könnte meinen, es hat etwas mit einem namhaften deutschen Fußballverein zu tun, wenn man die Verpackung sieht, dem ist natürlich nicht so. Die Front ist schwarz mit gelbem Logo, die Rückseite in Gelb gehalten, mit technischen Daten bespickt.

Der Lieferumfang ist gut, es sind ein USB-Typ C Ladekabel,ein EU-Netzteil, ein Case, einen Simslotöffner und die Anleitung enthalten.

Design und Verarbeitung

Das Pocophone erinnert klassisch, aufgrund des Kunststoffgehäuses, ein wenig an alte Zeiten, sehr schlicht und keine Glasrückseite etc. Dennoch wirkt es nicht billig, im Gegenteil, es ist trotz allem recht hochwertig. Die gesamte Verarbeitung ist 1a wie von Xiaomi gewohnt. Vom Gewicht her hält es sich ebenfalls in Grenzen, mit 182 Gramm ist es sicherlich nicht eines der schwersten Smartphones.

Auf der rechten Seite des Pocophone F1 befinden sich Lautstärkeregler und Powerbutton.  Die Knöpfe selbst bestehen ebenfalls aus Kunststoff, haben aber dennoch einen sehr guten Druckpunkt und wackeln oder klappern nicht. Auf der linken Seite befindet sich der Dual-SIM-Kartenschacht für zwei Nano-SIMs oder 1 Nano Sim und eine Mikro-SD. Auf der Unterseite befindet sich der USB 3.0 Typ-C Anschluss und der Mono-Lautsprecher. Auf der Oberseite haben wir dann noch einen 3,5mm Kopfhörer-Anschluss, ja ihr lest richtig, hier wurde der 3,5mm Klinkenanschluss nicht durch einen Adapter ersetzt, was wirklich lobend erwähnt werden muss.

Die Rückseite des Pocophone F1 besteht wie schon erwähnt aus Kunststoff. Im unteren Drittel prangt das Pocophone Logo. Die Kamera ist vertikal mittig auf der Rückseite mit leicht roten Akzenten um die Linsen und mit einem Dual-LED-Blitz rechts daneben.

Die Notch darf natürlich auch nicht fehlen. Von der Größe her ist sie in etwa mit der des Iphone XS identisch, leider kein Tropfendesign, sie wird aber von der Fläche her auch komplett genutzt. Neben der 20 Megapixel-Frontkamera und der IR-Kamera für die Gesichtserkennung ist noch die Hörmuschel in der Selbigen untergebracht. Die Benachrichtigungs-LED ist in den unteren Rand verschwunden, was aber nicht weiter tragisch ist. Zumindest ist sie noch vorhanden, im Gegensatz zu manch anderen Modellen, wo sie einfach nicht mehr existent ist.

Display

Das FHD+ Display des Pocophone F1 ist 6.18 Zoll groß. Xiaomi setzt hier auf ein normales LCD IPS Display mit einer Auflösung von 2246×1080 Pixel (403ppi). Die Body to Screen Ratio beträgt 82,13%. Das Display ist meiner Meinung nach recht gut, natürlich nicht zu vergleichen mit dem AMOLED Display des Mi 8 EE oder ähnlichem, aber in der Preiskategorie schon ordentlich. Display Bleeding konnte ich nicht feststellen und die Inhalte wurden scharf dargestellt. Spiegelungen auf dem Display waren bei direkter Sonneneinstrahlung vorhanden, lässt sich aber bei den meisten Geräten nicht vermeiden. Kontraste und Farben wurden ebenfalls gut dargestellt.

Bedienung und Software

Das Pocophone F1 hat eine Besonderheit was sein Betriebssystem angeht. Es ist das erste Smartphone von Xiaomi, welches offiziell die deutsche Sprache enthält. Bei Erhalt des Gerätes hatte das Pocophone F1 MiUI 9.6 mit Android 8.1 installiert, vor 3 Wochen kam dann endlich das Android 9 Update, MiUI Global 10.1. Stabilität und Handling unter MiUI sind sehr gut, wobei es bei der Version vom Pocophone F1 Anpassungen und Customizing  gegeben hat. So haben wir z.b einen Appdrawer, welchen es so in MIUI nie gegeben hat und den man durch „nach oben wischen“ im Hauptbildschirm öffnen kann. Der Sicherheitspatch ist von November 2018, könnte also etwas aktueller sein. Widevine unterstützt nur L3, deshalb sind noch keine Filme von Netflix und Co in HD möglich, Xiaomi arbeitet aber hier an einer Lösung.

Gesichtserkennung

Offiziell hat das Pocophone F1 eine IR-Kamera zur verbesserten Gesichtserkennung verbaut, jedoch keinen Menüpunkt unter Sicherheit wo ihr die Gesichtserkennung aktivieren könnt. Ihr wollt dennoch die Gesichtserkennung nutzen, ist ja verständlich, ihr habt das Feature, also bitte schön. Man kann es ganz leicht aktivieren, indem ihr die Region unter „Einstellungen, „erweiterte Einstellungen“ von Deutschland auf Polen ändert. Wenn ihr nun unter „Sperrbildschirm & Passwort“ schaut, gibt es nun den Unterpunkt Gesichtsdaten hinzufügen. Und schon könnt ihr das Gerät mit eurem Gesicht entsperren. Ich vermute, da die rechtliche Lage zum Thema Datenschutz, etc. nicht ganz klar ist, und für viele nicht EU Länder schlicht und ergreifend zu komplex ist, hat Xiaomi das in Deutschland ausgesperrt.

Leistung

Der Prozessor des Pocophone ist das kleine Highlight, meiner Meinung nach. Ein Snapdragon 845 Octa-Core mit 4x 2.8GHz Kryo 385 Gold- und 4x 1.8 GHz Kryo 385 Silver-Kernen von Qualcomm befeuert das Gerät.Es ist derselbe SoC der auch das Mi8 und die Mi 8 Explorer Edition befeuert. Er ist zwar schon etwas älter, aber die Werte sind nach wie vor spitze.  Die Grafikeinheit ist auch hier eine Adreno 630 GPU. Das Pocophone F1 hat in meinem Test 294.000 Antutu Punkte geschafft.Das sind sogar ein paar Punkte mehr als beim Mi8 EE. Dazu gibt es dann noch den schnellen 128GB UFS 2.1 Speicher und 6GB LPDDR4 RAM in unseem Testgerät.

Im Geekbench 4 schafft das Telefon 2393 Punkte im Single-Core-Benchmark und 8415 Punkte im Multi-Core-Benchmark. Im beliebten 3D-Mark Slingshot erreicht es 5275 Punkte. Damit hat das Pocophone F1 dank Android 9 und anderer Optimierungen eine bessere Punktzahl als das Mi8 und das Mi8 EE.

Auch Spielen ist mit dem kleinen Powergerät kein Problem. PubG lief reibungslos auf hoher Detailstufe. Selbst nach langem Spielen konnte ich auch keinerlei Hitzeentwicklungen am Gerät feststellen.

Netz und Sprachqualität

Die Sprachqualität des Pocophone F1 ist während eines Telefonats, wie auch schon von allen anderen Xiaomi Geräten gewohnt, ausgezeichnet. Die Kommunikation mit anderen Gesprächspartnern lief einwandfrei. Da das Pocophone eine globale Version, u.a. auch für den deutschen Markt ist, stehen uns auch alle LTE-Frequenzen zur Verfügung.

Netzstandards:

  • 2G/GSM 850/900/1800/1900MHz (B5/B8/B3/B2)
  • 3G/WCDMA 850/900/1700/1900/2100MHz
  • 4G/TD-LTE 1900/2000/2300/2500/2600MHz (B34/B38/B39/B40/B41)
  • 4G/FDD-LTE 700/800/850/900/1700/1800/1900/2100/2600MHz (B12/B17/B20/B5/B8/B4/B3/B2/B1/B7)

Konnektivität

In Sachen Konnektivität ist beim Pocophone alles, wie beim Mi8 und Mi8 EE. WLAN bietet Dualband mit MU-MIMO in den Standards 802.11a/b/g/n/ac 2.4GHz/5GHz. Bei der Übertragungsqualtität und Geschwindigkeit gab es bei meinem Test über WLAN und Mobil keinerlei Probleme. Der neueste Bluetooth-Standard 5.0 mit aptX und aptX-HD Unterstützung ist ebenfalls implementiert, aber ein NFC-Chip ist leider nicht mit dabei, hier wurde dann wieder etwas gespart. Ebenso wie beim GPS, hier wurde im Gegensatz zum Mi8 und Mi8 EE kein Dual GPS Sensor sondern nur ein einfacher verbaut.

Kamera

Bei der Dual-Kamera des Pocophone F1 setzt Xiaomi auf einen IMX Sensor wie schon bei der Mi8 Reihe. Verbaut ist hier also ein 12 Megapixel Sony IMX363 RS-Sensor mit f/1.9 Blende (1.4 µm) sowie einen 5 Megapixel Sensor mit f/2.0 Blende (1.12µm). Der Sony-Sensor ist für die Hauptaufnahmen zuständig und der zweite Sensor dient als Teleobjektiv, u.a. für die Portraitbilder.

Der Autofokus arbeitet sehr gut und zuverlässig. Auf eine optische Bildstabilisierung wurde leider verzichtet, tut der guten Qualität der Bilder aber keinen Abbruch.  Selbst bei Makro-Aufnahmen sind noch viele Details zu erkennen, was noch immer nicht jede Smartphone-Kamera der Oberklasse schafft.

Die Frontkamera des Pocophone F1 ist ein 20 Megapixel Sensor mit f/2 Blende. Die Bilder sind unglaublich gut, der Portraitmodus ist wie schon beim Mi8 EE auch hier mein Favorit.

Die Videoaufnahmen können mit dem Gerät in 4K gemacht werden, die optische Videostabilisierung greift allerdings nur bis FHD (1080p). Was ebenfalls merkwürdig ist, sowohl 4K als auch 1080p Videoaufnahmen können nur mit 30fps gemacht werden, 60fps ist nicht vorhanden. Des Weiteren sind Slo-Motion und Timelapseaufnahmen möglich.

Tageslicht (Normal)

Portrait-Modus

Low-Light

Frontkamera

Akkulaufzeit

Das Pocophone F1 besitzt einen 4000 mAh großen Akku. Dazu kommt noch QC 3.0, hier hätte man therotisch auch schon 4.0 installieren können, hat man da denke ich mal aus Kostengründen nicht. Der Akku ließ sich so in knapp 80 Minuten von 10 auf 100% laden. Die Laufzeit des Akkus variierte, wie auf unseren Screenshots zu sehen ist. Von „voll“ bis „leer“ konnte mal 16 Stunden dauern, ich hab es aber auch schon geschafft, dass der Akku nach 12 Std an die Ladebuchse musste. Im Schnitt komme ich damit auf so ca. 14 Stunden Akkulaufzeit.

Fazit Pocophone F1

Das Pocophone F1 war nun ca. 2 Monate bei mir als Daily im Einsatz. Von meiner anfänglichen Begeisterung ist nichts verschwunden, eher im Gegenteil. Das Gerät hat nur klitzekleine Sachen die stören können, oder auch nicht. Anfänglich dachte ich schon an die Größe, da ich ja eigentlich ein Riesen Max Fan bin, ohje das ist mit 6.18 Zoll doch zu klein, aber nein an die Größe gewöhnt man sich schnell. Miui 10 Global ist sehr nice, den Appdrawer brauche ich persönlich nicht, aber ich denke da gibt es einige die sich einen Drawer zurückgewünscht haben. Und auch ansonsten muss ich sagen, hier hat Xiaomi etwas mit einer Range von 300 – 350 Euro auf den Markt gebracht, was vermutlich sehr knapp kalkuliert war, weshalb hier und da ein paar kleine Abstriche gemacht werden mussten, wie z.B. das Kunststoffgehäuse, der Verzicht auf Bildstabilisierung bei der Kamera, oder das fehlende Dual-GPS. Eine Sache jedoch fand ich auch etwas komisch, anscheinend wird Gorilla Glas anfälliger. Denn durch das in die „Hosentasche stecken“ ist der untere Bereich des Displays leicht verkratzt, welches ich bei anderen Geräten nicht hatte.  Allerdings sind das, wie schon erwähnt, Sachen die viele gar nicht als Mängel bezeichnen würden. So haben wir im Gegensatz dazu den Snapdragon 845 verbaut, einen Highend SoC, welcher Spitzenwerte liefert. Dazu dann noch 6GB Ram, 128 GB ROM und ein, zwar nicht perfektes, aber durchaus sehr gutes IPS Display, welches sogar mit einer IR-Kamera für die Gesichtsentsperrung aufwartet. Alles in allem ist das ein Highend Gerät zu einem MidRange Preis von knapp 340 Euro, kein 100% Flagshipkiller, aber mit viel Potential.

 

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Pocophone F1 im Langzeittest – Potential eines Flagshipkillers?
Display9.2
Performance10
Kamera9
Akkulaufzeit9.1
Software9.2
Verarbeitung9.3
Preis-Leistung9.5
Positiv
Snapdragon 845 mit Spitzenwerten
Top Kamera
3.5 mm Klinkenstecker vorhanden
Akkulaufzeit
Alle LTE-Bänder
Gesichtserkennung
Negativ
Kunststoffgehäuse
Notch
Display kratzeranfällig
Display mit kleinen Schwächeleien
9.3
Score

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