RKI-Präsident Wieler besorgt wegen Corona-Mutationen – Kippt jetzt der Abwärtstrend der Infektionszahlen?

In den letzten Tagen waren die Infektionszahlen der Corona-Pandemie in Deutschland stagniert, nachdem sie zuvor über Wochen deutlich zurückgegangen waren. Droht nun etwa ein verlängerter Lockdown ohne weitere Lockerungen?

RKI-Präsident Wieler zeigt sich besorgt über aktuelle Lage

Auch beim RKI hat man bemerkt, dass der Trend auf sinkende Infektionszahlen in den letzten Tagen deutlich abgenommen hat. „Wir stehen möglicherweise erneut an einem Wendepunkt“, erklärte RKI-Präsident Lothar Wieler (60) bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem deutschen Gesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU). Beide Männer warten eindringlich vor einer blitzartigen Ausbreitung der britischen Corona-Mutante (B117). Wie Wieler bedauernd feststellt, setzt sich der lange Zeit rückläufige Trend bei den Infektionszahlen „offenbar nicht mehr fort“. Zudem deutetet Wieler darauf hin, dass die bundesweite 7-Tage-Inzidenz ebenfalls nicht mehr so stark wie in den Vorwochen sinke. Wie es im Augenblick den Anschein macht, steuern viele Bundesländer auf ein „Plateau“ zu, das aber zur Zeit noch immer zu hoch liege. „Jede unbedachte Lockerung beschleunigt das Virus und wirft uns zurück. Dann stehen wir in ein paar Wochen genau an dem Punkt, wo wir Weihnachten waren“, zeigt sich Wieler über das aktuelle Geschehen besorgt. Damit dürfte klar sein, dass Wieler eindringlich vor einer dritten Welle von Neuinfektionen warnt.

Erreichte Fortschritte nicht auf’s Spiel setzen

Auf dem Höhepunkt der 2. Welle hatte Deutschland kurz vor Weihnachten im Schnitt 25.000 Neuinfektionen pro Tag erreicht. Aktuell liegt der Schnitt bei 7.000 Neuinfektionen und die 7-Tages-Inzidenz beträgt 56,8. Allerdings liege der Anteil der britischen Mutation des Coronavirus mittlerweile bei mehr als 22 %. „Das Virus gibt nicht einfach auf“, warnte der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn, der den Anteil der durch die britische Corona-Mutante verursachten Neuinfektionen als „besorgniserregend“ bezeichnet. Spahn kündigte schon bald Schnelltests und Laien-Tests für zu Hause an, die dabei helfen sollen einen Weg aus dem Lockdown zu finden. Spahn kündigte an, dass die Selbsttests bald überall erhältlich sein sollen. Dabei denkt der Gesundheitsminister beim Vertrieb offenbar auch an den Einzelhandel. Der wichtigste Punkt im Kampf gegen das Virus seien jedoch die Impfungen. Aktuell wurden in Deutschland mehr als 4,7 Mio. Impfungen durchgeführt. Nach Angaben des Gesundheitsministers werden derzeit 150.000 Menschen pro Tag in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft. Schon in den nächsten Wochen werde man diese Anzahl verdoppeln müssen, damit alle verfügbaren Impfdosen genutzt werden können, erläuterte Spahn.

Impfungen in Pflegeheimen verlaufen zügig

Kurz vor dem Ende stehen die Impfungen in den Alten- und Pflegeheimen in Deutschland. Mittlerweile haben nach Angaben von Spahn 740.000 Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen die erste Dosis des Impfstoffes erhalten. Rund 500.000 Bewohner haben beide Impfungen bekommen. In wenigen Tagen soll dieser wichtige Schritt der Impfungen dann abgeschlossen werden. Nach ursprünglichen Planungen wollte man dieses Ziel Mitte Februar erreichen. In der kommenden Woche soll beraten werden, ob man

Grundschullehrer und Erzieher in der Impf-Reihenfolge vorziehen sollte. Sollte dieser Vorschlag der Bundesregierung Zustimmung finden, wolle man diesen Plan dann zügig umsetzen. Bei der Presskonferenz appelliert RKI-Präsident Wieler außerdem ein weiteres Mal an die Bundesbürger: „Und, wenn es irgendwie möglich ist, sollten wir im Moment auch nicht verreisen. Wir müssen ja nicht unbedingt Viren aus unserem Land in andere Länder oder aus anderen Ländern in unser Land schleppen.“

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