Steigende Infektionszahlen werden gefährlich – In drei Wochen droht wegen Corona ein Kollaps der Krankenhäuser

Wie schnell das Coronavirus ausser Kontrolle geraten kann, hat sich ganz deutlich in den letzten Wochen gezeigt, in denen die Infektionszahlen drastisch angestiegen sind. Und langsam zeigen sich auch die weiteren Folgen der gestiegenen Infektionszahlen. Die Zahl der täglichen Todesopfer in Deutschland durch das Coronavirus liegt wieder im dreistelligen Bereich und die deutschen Krankenhäuser und Intensivstationen füllen sich mit Corona-Patienten. Sollte der Anstieg der Infektionszahlen nicht bald gestoppt werden, droht nach Ansicht der Ärzte in spätestens 3 Wochen der Kollaps der Krankenhäuser.

Deutsche Ärzte schlagen Alarm

In Deutschland schlagen die ersten führenden Mediziner Alarm! Sollte sich die Situation der hohen Infektionszahlen rund um das Coronavirus nicht deutlich verbessern, werden spätestens in 3 Wochen keine regulären Intensivbetten mehr für Corona-Patienten zur Verfügung stehen. Vor diesem Szenario warnt unter anderem Bernhard Zwißler, seines Zeichens Direktor der Klinik für Anästhesiologie am Universitätsklinikum München und Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin. Gegenüber der, „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS) erklärte Zwißler, dass bei einem Anstieg im selben Tempo „alle aktuell als frei gemeldeten Betten schon in drei Wochen belegt sind“. Der aktuelle Lockdown habe darauf kaum einen Einfluss, da man dessen Wirkung erst in einigen Wochen sehen werde, glaubt Zwißler

Vorhersage der Epidemiologen besorgniserregend

Die Aussage Zwißlers basierrt auf der Berechnung von führenden Epidemiologen, die damit rechnen, dass sich die Infektionszahlen alle 10 Tage verdoppeln. „Das heißt, in zehn Tagen haben wir 4.500 Patienten auf der Intensivstation, und in weiteren zehn Tagen haben wir 9.000“, warnt Zwißler. Zuletzt waren die tägliche Zahlen bei der Belegung mit Intensivpatienten zwar leicht zurückgegangen, doch es gibt keinerlei Garantie, dass dieser Trend sich auch in den nächsten Tagen fortsetzen wird. Trotz diesem Lichtblick ist eines jetzt bereits klar: „Die jetzige Krise wird unser Gesundheitssystem extrem fordern und an den Rand der Belastbarkeit führen“, ist sich Zwißler sicher, der bemängelt, dass der aktuelle Lockdown aus medizinischer Sicht viel zu spät beschlossen worden sei. Zwißler ist der Meinung, dass man diese Maßnahme bereits viel früher hätte treffen müssen. Ein Standpunkt den auch Onnen Mörer, Leiter der Intensivmedizin am Universitätsklinikum Göttingen, vertritt: „Wir stellen uns auf einen raschen Anstieg der Fallzahl in unserer Region ein. Wir müssen im Moment damit rechnen, dass wir Ende nächster Woche in eine Phase kommen, in der die Krankenhäuser ihr normales Operationsprogramm nicht mehr machen können.“

Ärzte fordern flexibleren Einsatz von Pflegern

Bei dem Interview mit der „FAS“ forderten viele Mediziner auch die Situation rund um die Pflegekräfte auf Intensivstationen flexibler handhaben zu dürfen. In den Krankenhäuser bestimmen die Patientenzahlen die Anzahl der Pflegekräfte. Die Vorgaben sind auf den Intensivstationen besonders streng, weil die Patienten dort praktisch rund um die Uhr gepflegt werden müssen. Doch wenn die Krankenhäuser gegen die geltenden Vorgaben verstoßen, dann bringt dies finanzielle Einbußen mit sich. Deshalb fordern die Ärzte nun die Pflegepersonaluntergrenze noch einmal auszusetzen. Zwar erklärte das Bundesgesundheitsministerium durch einen Sprecher bei der FAS, dass die Krankenhäuser bereits jetzt flexibel seien. Sie dürften mit der jetzigen Verordnung weniger Pflegekräfte für mehr Patienten einsetzen, „bei starken Erhöhungen der Patientenzahlen, wie beispielsweise bei Epidemien“. Die Ärzte sehen dies jedoch als unzureichend. Bleibt zu hoffen, dass sich für dieses Problem eine Lösung finden lässt.

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