[Test/Review] Aukey QI Charger für wenig Geld

Vor etwa 10 Jahren kam mit dem Palm Pre zum ersten Mal kabelloses Laden auf den Markt – es war das erste Smartphone, das induktiv geladen werden konnte. 2012 war Samsung schließlich der erste größere Hersteller der mit Wireless Qi Charging anfing. Das damalige Flaggschiff Samsung Galaxy S3 konnte mit Wireless Qi Kit ganz offiziell nachgerüstet werden. Größere Verbreitung fand das induktive Laden etwa ab Herbst 2012, als Nokia mit den Modellen Lumia 820 und Lumia 920 erstmals Wireless Qi fest im Smartphone selbst verbaute. Nach etlichen Jahren des Wartens folgte schlussendlich auch Apple dem Trend: Mit dem iPhone 8/8 Plus und dem iPhone X im September 2017. Wie schon des Öfteren spielt sich Apple im Nachhinein als der große „Standardsetzer“ aus, was jedoch im Prinzip keine schlechte Sache war, weil wir letztlich alle davon profitieren.Ob es nun ein Must-Have-Feature in einem Smartphones ist, dass darf jeder für sich selbst entscheiden.

Bei den Kabellosen Ladegeräten gibt es mittlerweile eine größere Auswahl an Modellen, die alle unterschiedlich gut sind, vom teuren Apple-Original von Apple für gefühlte 100 Euro bis hin zum günstigen China-Modell für wenige Euro. Daher hat mir Aukey ihren 10 Watt Qi Charger zu Verfügung gestellt, sodass ich es im Alltag testen konnte. Was dabei herausgekommen ist erfahrt ihr in unserem Testbericht. An dieser Stelle möchte ich kurz anmerken, dass ich aufgrund fehlender Messgeräte leider nicht die Verlustleistung/Effizienz messen kann.

 

Was ist Qi-Charging und wie funktioniert es überhaupt?

Qi steht eigentlich in der chinesischen Sprache und Philosophie für die Lebensenergie eines jeden Lebewesens. Gleichzeitig ist dieses Wort auch die Bezeichnung für den proprietären Standard des Wireless Power Consortiums kurz WPC zur drahtlosen Energieübertragung mittels elektromagnetischer Induktion über kurze Distanzen. Das WPC ist eine Organisation mit über 600 Mitgliedern, die sich um die Förderung der induktiven drahtlosen Energieübertragung widmet, sowie Verfahren und Standards wie Wireless Qi entwickelt. Zudem übernimmt es auch die Tests auf Kompatibilität zahlreicher Produkte von diversen Herstellern. Damit die Mitglieder auf dem aktuellsten Wissensstand bleiben, schult und unterstützt die WPC auch ihre Mitglieder bei der Entwicklung neuer Produkte.

Zu den angesprochenen Mitgliedern gehören unter anderem große Chiphersteller wie NEC, Toshiba oder Qualcomm dazu. Aber auch Hersteller von Mobilgeräten wie HTC, Nokia, Motorola oder Sony und diverse Netzbetreiber weltweit zählen zu den MItgliedern des WPC. Neben dem Qi-Standard kümmert sich die WPC auch um „kabellose Küchen“, sprich in der Küchenzeile befindet sich ähnlich einem Wireless Qi Pad ein sogenanntes Energiepad, damit irgendwann einmal Küchengeräte wie zum Beispiel ein Mixer ganz normal kabellos betrieben werden kann. Dabei spricht man von ganz anderen Leistungen als wir sie kennen. Kommen im mobilen Bereich, sprich bei Smartphones und anderen Qi-fähigen Gadgets eine Stromleistung von 5 bis 20 Watt zum Einsatz, wird in der Küche eine Leistung von 200 Watt bis hin zu satten 2,5 Kilowatt verwendet.

Die induktive Übertragung von Energie basiert dabei auf der physikalischen Induktion zweier Magnetspulen. Das dabei erzeugte magnetische Feld, dass zwischen Primär- und Sekundärspule entsteht, wird in der Sekundärspule zu einer Induktionsspannung umgewandelt, welche letztlich zum Aufladen des Akkus genutzt wird. Die Frequenzen einer solchen induktiven Übertragung liegen zumeist zwischen 110 bis 205 kHz.

Quelle : Wikiepeida

Deren Übertragungsgeschwindigkeiten zwischen Sender und Empfänger liegen üblicherweise um die 2 KBit/s. Bei den Leistungsklassen für induktives Laden wird zwischen 5-15 Watt (Low-Power) und 120-2400 Watt (Medium Power) unterschieden. Für unsereins ist vor allem die Low-Power-Klassifizierung von Interesse, denn in diesem Bereich bewegen sich die bekannten Wireless Qi Charger von Smartphones und anderen mobilen Qi-fähigen Gadgets.

Vorteile

  • Smartphone muss nur auf das Qi Pad aufgelegt werden
  • Kein Verschleiß an den Ladebuchsen
  • Dank WPC gibt es standardisierte Qi-Ladegeräte, was zu mehr Auswahl führt
  • Je nach Leistung/Größe können mehrere Geräte gleichzeitig geladen werden

Nachteile

  • Das Smartphone muss während der Energieübertragung in räumlichen Kontakt bleiben, was die Nutzung des Smartphones erschwert
  • Der Wirkungsgrad ist wesentlich schlechter als bei Verwendung eines Kabels -> ein Großteil der Energie geht in Form von Wärme verloren.
  • Störung von Langwellenrundfunk (wichtig für Amateurfunker)

Verpackung und Lieferumfang

Die Aukey Graphite Lite Q 10 Watt Qi-Ladestation kommt in einer braunen Verpackung daher. Auf der Frontseite der Kartons steht lediglich der Herstellername mit genauer Modellbezeichnung sowie ein Abbild des Produktes. Schaut man sich die Rückseite an, steht noch die Adresse sowie die Supportmail des Herstellers.

Neben dem eigentlich Qi Charger gehören zum Lieferumfang noch die übliche analoge Anleitung, eine Garantiekarte, ein gut 99 cm langes microUSB-Kabel und ein knapp 72 cm kurzes zweipoliges Kabel für die Stromversorgung. Beim Typ-C-Dual-Port Wandladegerät liegt zumindest noch ein 99 cm langes Kabel mit Typ-C-zu-Typ-C dabei. Das war es dann auch schon – alles vorhanden und sehr übersichtlich

Verarbeitung und Design

Der Qi Charger für sich selbst genommen ist sehr kompakt gehalten. Er ist sogar kompakter als die kleinste 10.000 mAh fassende Powerbank – natürlich auch von Aukey. Wer ständig so wie ich jeden Tag unterwegs ist wird daher froh sein über jedes Gramm weniger im Gepäck. Zudem hat es auch den Vorteil, dass der Qi Charger auf dem Büro oder Nachttisch kaum Platz braucht.

Auf der Oberseite befindet sich als Prägung das Aukey-Logo, die Oberfläche wiederum fühlt sich an wie Graphit, was ein sehr edles Gefühl vermittelt. Damit man es optisch wahrnimmt, ob Smartphone oder Gadget geladen werden, leuchtet eine kleine Status-LED in Grün auf und zeigt an, dass die Energiezufuhr erfolgreich ist. Hierzu muss ich sagen, dass die Graphitoberfläche rutschfest ist und das Smartphone daher stabil liegen bleibt.

Die Unterseite besteht auch hochwertigem Aluminium, was für sich genommen auch wieder sehr edel ist und einen verdammt hochwertigen Eindruck hinterlässt. 4 Gummifüße sorgen für einen stabilen Stand des Qi Charger. Mittels microUSB wird das Ladegerät mit Strom versorgt.

 

Leistung

Aukey gibt eine Nennleistung von 10 Watt an bei einem Leistungseingang von 5V bei 2A, sowie von 9V bei 1,6A. Bei dem induktiven Laden muss man sich allerdings immer im Hinterkopf behalten, dass es einen gewissen physikalisch bedingten Leistungsverlust gibt. Kurzum, der Wirkungsgrad ist nicht so hoch wie mit einem Kabel. Allerdings muss ich sagen, dass sich die Technik ständig weiterentwickelt und vielleicht liegt der Wirkungsgrad irgendwann in Zukunft wesentlich höher als er heute ist.

Aber gut, wie habe ich das Ganze nun überhaupt getestet?

Ich habe dazu mein Feigo-Netzgerät verwendet, welches die aktuelle Spannung nebst Stromstärke an einer Steckdose anzeigen kann. Dazu habe ich 3 Messwerte genommen: Ruhezustand, Ladeprozess (Durchschnitt) und Spitzenwert. Alles einmal mit meinen Xiaomi Mi Mix 3 (welches 10 Watt Wireless Fast Charging unterstützt), meinen Meizu Pop Kopfhörer und meine TicWatch. Beide Gadgets unterstützen Wireless Charging. Interessant ist bei diesen beiden vor allem die genutzte Leistung zum eigentlichen Aufladen.           

Xiaomi Mi Mix 3
Meizu Pop TicWatch
Ruhezustand 0.30 Watt 0.30 Watt 0.30 Watt
Ladeprozess(Durchschnitt) 7.20 Watt 2.56 Watt 2.20 Watt
Spitzenwert 9.50 Watt 3.80 Watt 3.38 Watt
Ladedauer 3h 4min 1h 12min 1h 45min

 

Insgesamt macht das Aukey 10 Watt Fast Charging Pad eine gute Arbeit, egal ob nur Kopfhörer, Smartphones (mit oder ohne Hülle) oder nur eine Smartwatch. Dabei behält das Ladegerät stets einen recht kühlen Kopf, es wird selbst lediglich Handwarm beim eigentlichen Ladevorgang.

 

Fazit :

Der Wireless Charger von Aukey überzeugt auf den ersten Blick mit seiner hochwertigen und guten Verarbeitung. Dazu kommt der Vorteil, dass er recht kompakt ist, sodass man ihn einfach in den Rucksack packen kann für unterwegs. Auch die Leistung hat mich im Test überzeugt, auch wenn das Laden etwas länger gedauert hat als mit Kabel, aber es ist ein ungemeiner Komfortgewinn – Smartphone auf das Pad und schon wird es aufgeladen.

Allerdings muss ich an dieser Stelle sagen, das ich eher der Freund des „Kabelladens“ bin, weil es in Zeiten von Quick Charge 3 und Co einfach schneller geht. Nichtsdestotrotz gebe ich dennoch eine Empfehlung für den Aukey Wireless Qi Charger aus, da es für gut 16 Euro nichts daran zu meckern gibt. Bis auf eine kleine Sache: Ich hätte mir einen Typ-C-Anschluss gewünscht anstelle von microUSB, auch wenn das Kabel eine kostenlose Beigabe ist.

8.8
Score
[Test/Review] Aukey QI Charger für wenig Geld
Positiv
Gute Verarbeitung
Gute Leistung
Preis/Leistung gut
Negativ
Nur Micro USB

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