Wir brauchen mehr Impfstoffe! Gesundheitsexperte Karl Lauterbach: Notfalls deutscher Alleingang bei Zulassung!

Schon kurz nach dem Impfstart in Deutschland wird klar, dass es offenbar noch immer viel zu wenig Impfdosen gibt. Um weitere Verzögerungen zu vermeiden, fordert SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach nun sogar im Notfall einen deutschen Alleingang, um den Impfstoff des Pharmaunternehmens AstraZeneca zuzulassen, der zusammen mit der Universität Oxford entwickelt worden ist. Zudem übte Lauterbach Kritik an der Impfstoffbeschaffung der Bundesregierung.

SPD-Gesundheitsexperte fordert schnelle Zulassung weiterer Impfstoffe

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat wegen der offensichtlichen Engpässe bei der Lieferung des Impfstoffs von Biontech nun offenbar auf eine schnellere Zulassung des Impfstoffes von AstraZeneca und der Universität Oxford durch die europäische Arzneimittelagentur (EMA) gedrängt. „Wir sollten prüfen, den Oxford-Impfstoff über die europäische Arzneimittelagentur, die Ema, zuzulassen. Zur Not wäre bei Verzögerungen hier ein deutscher Alleingang sogar vertretbar“, erklärte Lauterbach am Samstag gegenüber der „Rheinischen Post“. „Außerdem halte ich es für richtig, bei allen verfügbaren Impfstoffen zunächst mit einer Einmalimpfung zu starten. Damit würden wir wahrscheinlich sehr viele schwere Fälle in den nächsten zwölf Wochen abwenden können“, empfiehlt der SPD-Gesundheitsexperte. Seine Hauptkritik richtet Lauterbach jedoch darauf, dass es aus seiner Sicht zu wenig Impfstoffdosen gibt. „Dass Europa so wenig von dem teuren amerikanischen Impfstoff von Moderna gekauft hat, ist sehr bedauerlich. Schon sehr früh war klar, dass der Moderna-Impfstoff sehr stark wirkt und in Hausarztpraxen verwendet werden könnte. Das wäre jetzt kein Nachteil“, lamentiert Lauterbach. „Auch mehr Biontech-Impfstoff wäre nicht falsch gewesen“, ist sich der SPD-Politiker sicher.

Kritik an Beschaffung der Impfstoffe durch die EU und die Bundesregierung

Lauterbach glaubt, man habe bei der Beschaffung der Impfstoffe wohl zu sehr auf preiswertere Impfstoffe gehofft. „Wenn Deutschland selbst oder die EU von vornherein mehr Biontech-Impfdosen bestellt hätte, wären wir jetzt schon deutlich weiter“, kritisierte Lauterbach. Ob Geimpfte nach ihrer Immunisierung Privilegien erhalten sollen, sieht Lauterbach zur Zeit noch skeptish. „Wir wissen wegen noch laufender Studien erst im Februar, ob Menschen, die den Biontech-Impfstoff erhalten haben, sich trotzdem mit dem Virus anstecken können oder nicht“, erklärte Lauterbach zu diesem Punkt. „Wäre das der Fall, wäre es sogar gefährlicher, Geimpfte ohne Maske und Abstand in Gaststätten oder Flugzeuge zu lassen, weil sie das Virus noch schneller weitergeben könnten.“ Der SPD-Gesundheitsexperte glaubt deshalb, dass man diese Debatte besser im Sommer führen sollte, wenn dann mehr Daten zur Wirkung der jeweiligen Impfstoffe vorliegen.

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