Wirtschaftsweise: Corona-Einbruch nicht so stark wie im Frühsommer befürchtet

Sachverständigenrat sieht Krise aber „noch nicht bewältigt“

Die deutsche Wirtschaft bricht nach neuen Berechnungen der sogenannten Wirtschaftsweisen in diesem Jahr nicht so stark ein wie zunächst angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde in diesem Jahr wegen der Corona-Krise um 5,1 Prozent sinken, heißt es im am Mittwoch vorgelegten Jahresgutachten des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Lage. Im Juni waren die Forscher noch von einem Rückgang um 6,5 Prozent ausgegangen. Für 2021 prognostizierten sie nun ein BIP-Wachstum um 3,7 Prozent.

„Die Corona-Krise ist noch nicht bewältigt“, erklärte Lars Feld, Vorsitzender des Sachverständigenrates. Da es in den Sommermonaten nach dem heftigen Einbruch im Frühjahr jedoch zu einer sehr kräftigen Erholung kam, korrigierte der Sachverständigenrat seine Prognose vom Juni nach oben. Dabei berücksichtigten die Wissenschaftler bereits den jüngsten Anstieg der Corona-Infektionszahlen sowie den im Oktober beschlossenen Teil-Lockdown.

Das Konjunkturpaket der Bundesregierung dürfte zur Erholung beitragen, allerdings sei es „nicht in allen Teilen zielgenau“, führten die Wirtschaftsweisen aus. Zudem mahnten die Forscher, den längerfristigen Strukturwandel angesichts der Pandemie nicht aus den Augen zu verlieren. Nötig seien unter anderem weitere Investitionen in die digitale Infrastruktur und der Abbau bürokratischer Hürden beim Digitalausbau.

by MORRIS MAC MATZEN

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