TUI plant Kreuzfahrt-Knüller – Schiffe in die Nordsee! Übersteht das Unternehmen die Corona-Krise?

Besonders Unternehmen in der Tourismusbranche müssen um ihre Existenz bangen, denn wegen der Corona-Krise ist der Tourismus weltweit fast zum Erliegen gekommen. Doch nun plant Branchenriese TUI die Strategie für einen Neustart. Mithelfen sollen dabei auch Kreuzfahrten auf der Nordsee.

TUI kündigt harten Sparkurs und Stellenabbau an

TUI-Chef Fritz Joussen hat jetzt einen Plan für den Neustart des Tourismus-Giganten vorgelegt und das Angebot sogar in einigen Bereichen erweitert. „Wir werden Mini-Kreuzfahrten machen. Wir verlegen Schiffe nach Norddeutschland“, kündigte Joussen gegenüber der Presse an. Joussens Plan sind Kurz-Kreuzfahrten auf der Nordsee, bei denen ein Limit von 1000 Gästen auf den Schiffen gilt, um die strengen Hygienevorschriften einzuhalten. Doch die Krise hat das Unternehmen hart getroffen. Etwa 8.000 Stellen in der Verwaltung des Touristik-Unternehmens sollen zunächst wegfallen. Um die Krise stemmen zu können hat TUI von der Förderbank KfW ein Darlehen über 1,8 Milliarden Euro erhalten. Im Augenblick muss das Unternehmen jeden Monat etwa 250 Millionen Euro an unterschiedlichen Zahlungen leisten. „Insofern müssen wir möglichst schnell versuchen, unser Geschäft wieder aufzunehmen“, erklärt Joussen.

Ausblick auf die Zukunft noch ungewiss

Schon für das erste Geschäftshalbjahr (Oktober bis März) hatte das Unternehmen einen Verlust verbucht und die aktuellen Einschränkungen deuten auf einen unsicheren Sommer hin.

„Es gibt keine Zusagen, keine Planbarkeit, wann Flugreisen und Schiffsreisen aus Deutschland wieder möglich sind“, macht Joussen deutlich. Doch Joussen wertet es als positives Zeichen, dass sich bei den für 2021 freigeschalteten Buchungen fast eine Verdoppelung der Nachfrage abzeichne. Bereits ab Juli sieht das Unternehmendie Möglichkeit eines vorsichtigen Neubeginns von Urlaubsangeboten für

die Balearen und in Griechenland. Sollten sich die Infektionszahlen nicht wieder erhöhen, gebe es „keinen Grund, dass man dort nicht hinreisen könnte“, erklärte Joussen. „Wenn auf Mallorca noch kein Hotel offen hat, fliegt da auch keiner hin. Wenn die aufmachen, fliegen wir die Menschen hin. Der Urlaub in Europa, wenn er denn sicher ist, sollte möglich sein“, gibt sich Joussen zuversichtlich.

Spanien bremst Erwartungen der Tourismusbranche

Neben TUI glauben auch andere Reiseunternehmen, dass in Griechenland, Mallorca und Zypern ab Juli Gäste beherbergt werden können. Doch obwohl die Wirtschaft in Spanien stark vom Tourismus abhängig ist, mehrten sich hier zuletzt auch kritische Stimmen.

Die Regionalpräsidentin der Balearen, Francina Armengol, will die Inseln im besten Fall in den Sommermonaten schrittweise öffnen. Und auch in diesem Fall sollen spanische Gäste vom Festland bevorzugt werden. Die Regierung in Madrid hatte noch Mitte April geschätzt, dass man erst gegen Ende des Jahres mit einer Aktivierung des Tourismus rechnen könne.