Angst vor der indischen Variante in Deutschland bleibt! Müssen wir uns in Deutschland Sorgen um unsere Lockerungen machen?

Offenbar wird Großbritannien trotz seiner weit fortgeschrittenen Impfungen nun von hohen Fallzahlen der Corona-Variante Delta überrascht. Wie die englischen Behörden bestätigen, verdoppelt sich die Anzahl der Fälle nun bereits jede Woche. Nach Meinung des deutschen Epidemiologen Klaus Stöhr wird eine Schließung der Grenzen wohl nicht ausreichend sein, um die Verbreitung der Variante in anderen Ländern zu verhindern.

Lage bleibt entspannt – Delta-Variante des Coronavirus in Deutschland nicht weit verbreitet

Während die Infektionszahlen in Großbritannien drastisch steigen, scheint die Delta-Variante des Coronavirus in Deutschland weitgehend unter Kontrolle zu sein. Denn in Deutschland liegt der Anteil des Variante an den Infektionen seit Wochen stabil bei etwa 2 Prozent.

Mittleweile wurde Großbritannien Mitte Mai vom Auswärtigen Amt wieder zum Virusvarianten-Gebiet erklärt, was verschärfte Einreisebestimmungen nach Deutschland nach sich zieht. Doch reichen diese Maßnahmen tatsächlich aus, oder müssten sie sogar noch verschärft werden? „Ländergrenzen zu schließen kann maximal einige Tage die Einschleppung verzögern, aber man verhindert auch mit den drastischsten Maßnahmen in dieser Richtung auf Dauer nicht die Ausbreitung“, erklärt der bekannte Epidemiologe Klaus Stöhr jetzt. Trotzdem glaubt Stöhr nicht, dass es einen Grund zur Panik gibt. „Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die dramatischen Vorhersagen über das ‚Turbovirus‘ Variante B.1.1.7 (jetzt Alpha) bei uns nicht eingetreten sind.“ Diese Einschätzung hatte Stöhr bereits vor Monaten abgegegebn. Ähnlich schätzt Virologe Christian Drosten die aktuelle Lage ein. Diese sprach von einer eventuellen leichten Erhöhung der Zahlen in Deutschland durch die Variante Delta. Allerdings glaubt Drosten nicht, dass die Zahlen sich verdoppeln werden.

Impfungen schützen auch gegen Corona-Variante Delta

Nach den bisherigen Beobachtungen scheinen die Impfungen auch gegen die sogenannte Delta-Variante wirksam zu sein. Dies bestätigte der britische Gesundheitsminister Matt Hancock. Nach den aktuellen Statistiken bleibt die Anzahl der Krankenhauseinweisungen bisher weitgehend stabil. Eine Einlieferung ins Krankenhaus betreffe weitgehend bisher nicht geimpfte Briten.Wer bereits vollständig gegen das Virus geimpft sei, dem biete die Impfung nach bisherigen Erkenntnissen auch gegen die zunächst in Indien entdeckte Variante einen ausreichenden Impfschutz. Als wichtige Maßnahmen im Kampf gegen die Variante sieht Stöhr daher vor allem die Hygiene- und Abstandsregeln. „Die Variantenbildung ist nicht unerwartet. Eine Variante, die tatsächlich deutlich aggressiver und tödlicher als ihre Vorgänger ist, wäre ein Ausreißer und biologisch wenig plausibel in diesem Stadium der Pandemie“, erklärt Stöhr. Zuletzt gabe es Meldungen, dass die Delta-Variante deutlich ansteckender als die Variante Alpha sei. „Das ist alles Spekulation angesichts der unklaren Datenlage. Das Krisenmanagement in Deutschland hat es – wie auch schon bei der britischen Variante zuvor –versäumt, frühzeitig Kontrollstudien aufzusetzen“, kritisiert Stöhr. Diese Studien hätten dabei geholfen, den tatsächlichen Einfluss der Variante abzuschätzen.

Neue Symptome durch durch die Delta-Variante?

Unklar bleibt auch weiterhin, ob die Delta-Variante schwerere Covid-19-Verläufe auslöst. Allerdings hatte die britische Tageszeitung

„Daily Mail“ berichtet, dass die Ärzte in Indien angeblich im Zusammenhang mit der Variante B.1.617.2 sowohl Hörverlust als auch Wundbrand festgestellt haben wollen. Allerdings haben die Ärzte in Großbritannien diese Symptome bisher selbst nicht beobachten können, obwohl es dort bereits zehntausende Fälle gibt, die durch diese Variante ausgelöst wurden. Sowohl Drosten als auch Stöhr schätzen die Datenlage noch immer als unklar ein. „Egal ob Alpha, Beta, Gamma oder Delta: Die aktuell verfügbaren Impfstoffe helfen kurz- und mittelfristig gegen alle Varianten mindestens noch bis Winterbeginn, bevor vielleicht eine Anpassung nötig sein wird“, glaubt Epidemiologe Stöhr.

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