Diese Menschen sind anfällig für schwere Covid-Verläufe! Forscher entdecken neue Marker für schweren Verlauf!

Schon seit Monaten versuchen Forscher aus aller Welt die Faktoren zu finden, die für den schweren Verlauf einer Covid-19-Infektion verantwortlich sind. Aus diesem Grund hat nun ein Team von Forschern die Daten von 50.000 Corona-Patienten untersucht. Ziel der Forschung sei die Entwicklung eines Tests, der frühzeitig in der Lage ist, die Gefahr eines schweren Verlaufs in den menschlichen Genen zu finden.

Warum ist eine Corona-Infektionen für einige Menschen gefährlicher?

Für bestimmte Personengruppen scheinen Corona-Infektionen eine höherer Wahrscheinlichkeit auf einen schweren Verlauf zu bedeuten. Vor allem ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen zählen zur Risikogruppe. In vielen Fällen sind vor allem Vorerkrankungen gefährlich, die das körpereigene Immunsystem schwächen. Es gibt allerdings auch weitere Faktoren, die das Risiko auf einen schweren Verlauf erhöhen. Diese findet man offenbar im Blut oder in den Genen des menschlichen Körpers. Aus diesem Grund haben die Forscher nun die Daten von 50.000 Covid-19-Patienten analysiert. Die „Covid-19 Host Genetics Initiative“ der Forscher war darauf ausgelegt, um relevante Biomarker zu finden. Nun wurden die Ergebnisse in der renommierten Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht. Die Studienautoren teilten dazu die Covid-Patienten aus insgesamt 46 Studien in drei verschiedenen Gruppen ein. In einer Gruppe befanden sich Personen mit einem positiven Corona-Test. In einer weiteren Gruppe Personen, die aufgrund ihrer Covid-19-Erkrankung ins Krankenhaus mussten und in der 3. Gruppe wurden Patienten erfasst, die wegen ihrer Infektion auf einer Intensivstation behandelt werden mussten oder im Verlauf der Erkrankung verstorben waren.

Forscher finden Unterschiede von genetischen Varianten der Covid-Patienten

Durch die vorgenommene Einteilung waren die Wissenschaftler dann in der Lage Unterschiede in der Häufigkeit von Millionen genetischer Varianten zu ermitteln, die bei den Covid-Patienten und den Teilnehmern der Kontrollgruppe vorgelegen hatten. Zudem konnte herausgefunden werden, ob bei den Betroffenen tatsächlich eine erhöhte Ansteckungsgefahr vorgelegen hatte oder ob diese tatsächlich einen schweren Verlauf erlitten hatten. Am Ende kombinierten die Forscher die Ergebnisse aller 46 Studien. So war es den Forschern dann gelungen 13 Genvarianten zu bestimmen, die mit einer Corona-Infektion oder deren Schweregrad in Verbindung gebracht werden konnte. Diese bezeichen Experten als sogenannten Loci. Dabei handelt es sich um die physikalische Position eines Gens in einem Chromosom. Sechs von insgesamt 13 Loci waren offenbar zuvor noch nicht entdeckt worden. Vier der Loci sollen für die allgemeine Anfälligkeit, also das Ansteckungsrisiko für Sars-CoV-2 veratwortlich sein, während insgesamt neun Loci offenbar im Zusammenhang mit der Schwere des Covid-19-Verlaufs standen. Dabei wurde auch ein Zusammenhang zwischen bestimmten Markern entdeckt. So war das Gen FOXP4 schon in früheren Studien mit der Entwicklung von Lungenkrebs in Zusammenhang gebracht worden.

Studie sorgt für Ernüchterung

Generell hatte die Studie jedoch für Ernüchterung gesorgt, obwohl durch sie eine enorme Menge an neuen Risikofaktoren ermittelt werden konnten. Doch für eine praktische Umsetzung reichen die gewonnenen Ergebnisse offenbar nicht aus. „Die Hoffnung, einen genetischen Risikofaktor zu finden, der wie Alter, Geschlecht und Body-Mass-Index das Erkrankungsrisiko deutlich beeinflusst, hat sich nicht erfüllt“, schließt die Studie. Die Erstellung eines Gentests zur Vorhersage des Risikos sei damit nicht möglich. „Diese Studie der Covid-19 Host Genetics Initiative stellt einen wichtigen Meilenstein in unserem Verständnis der Rolle der Humangenetik bei der Anfälligkeit für SARS-CoV-2 dar; es bleibt jedoch noch mehr zu tun“, ziehen die Studienautoren ein ernüchterndes Fazit. In zukünftige Experimente sollten nun offenbar sämtliche Gene, Signalwege und biologischen Mechanismen bestimmen werden, mit denen identifizierte genomischen Loci das Ergebnissen einer Covid-19-Infektion beeinflussen. Eine wirklich greifbaren Risikofaktor in den Genen konnten die Wissenschaftler bisher nicht entdecken. Im Herbst des letzten Jahres hatten deutsche Forscher herausgefunden, dass unreife rote Blutkörperchen und Blutplättchen ein mögliches Warnzeichen für einen schweren Covid-Verlauf sein könnten. Und auch Forscher aus der Schweiz hatten entdeckt, dass ein niedrige Anzahl der natürlichen Killer-T-Zellen im Blut einen schwerer Verlauf begünstigen könnte.

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