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Test: UmiDigi F1 – Schönes Mid-Range Phone mit Potential

UmiDigi hat mit dem F1 mal wieder ein neues Mittelklasse-Smartphone auf dem Markt gebracht. Anhand der Daten könnte man vermuten, dass hier langsam Konkurrenz gegenüber Xiaomi entsteht.

Ob dies wirklich der Fall ist, werdet ihr in unserem folgenden Test erfahren. Denn Umidigi ist dafür bekannt, daß bei ihren Geräten oft einiges nicht so ist wie es sein sollte. Aber wir gehen neutral an die Sache, und bewerten das Ganze dann auch erst zum Schluss. Vielleicht werden wir ja positiv überrascht. Das Gerät wurde uns freundlicherweise von Gearbest zur Verfügung gestellt.

 

UmiDigi F1 Lieferumfang

UmiDigi liefert das F1 standardmäßig in der typischen matt-schwarzen Verpackung mit einer abgeschrägten Umverpackung und goldenem Umidigi Schriftzug. Zum Lieferumfang zählen eine bereits auf dem Smartphone angebrachte Schutzfolie, eine schwarze Kunststoffhülle mit leicht rauer Maserung für eine bessere Haptik, ein EU-Netzteil mit Pump-Express Plus (Schnellladefunktion), ein rotes USB Typ C Kabel, ein Öffner für den Sim-Kartenschacht und eine Bedienungsanleitung sowie eine Dankes-Karte.

 

Design und Verarbeitung

Das Design des Umidigi F1 ist optisch nichts neues, aber es ist auch nicht unbedingt das hässlichste Gerät. 3 Farben stehen zur Auswahl, schwarz, gold und rot. Ich habe mich für letztere entschieden, rot ist mal etwas neues im Vergleich zu den 2 Standardfarben. Kommen wir zurück zum Design. Es orientiert sich meines Erachtens nach schon ein wenig an Huawei-Geräten, wie dem P20, aber auch Einflüsse von Xiaomi-Geräten sind natürlich zu finden.

 

 

Das lackierte Gehäuse des F1 ist aus Metall, hier gibt es keine Probleme mit rutschigen Rückseiten. Das Rot nimmt auch kaum Fingerabdrücke auf und die Seiten sind schön abgerundet. Die Dualkamera wurde diesmal zusammen mit dem Blitz links platziert, was mir persönlich besser gefällt. Der Fingerabdrucksensor befindet sich mittig und ist gut erreichbar an der richtigen Stellen angebracht. Er ist auch ein wenig kleiner geworden und wurde noch besser ins Gehäuse eingearbeite, was die Kanten nochmal schmaler gemacht hat, als es z.B. noch beim Z2 der Fall war.

Die Vorderseite des UmiDigi F1  ist mit einem 2.5D Glas bestückt und hat natürlich eine Tropfennotch im Display. Notch hin oder her, den einen störts, den anderen nicht, die Tropfennotch ist schon ok. In der Notch selbst befindet sich die Selfie-Kamera, darüber der Telefon-Lautsprecher und der Helligkeitssensor. Was ich bei diesem Modell nicht verstehe, es fehlt tatsächlich eine Benachrichtigungs-LED.

Der Rahmen sowie die Rückseite sind ein Unibody-Metallgehäuse. Auf der linken Seite befindet sich der Hybrid Dual-SIM-Kartenschacht für zwei Nano-SIM oder für eine Sim und eine MicroSD-Karte. Die rechte Seite beherbergt dann noch die Power-Taste und Lautstärke-Wipptasten, welche ebenfalls aus Metall sind. Die Tasten sind gut in das Gehäuse eingearbeitet und haben nur minimales Spiel. Auf der Unterseite befindet sich der USB Typ-C Anschluss, das Mikrofon, der Mono-Lautsprecher und ein 3,5mm Klinkenanschluss. Die Abmessungen betragen 156,9 x 74,3 x 8,8 mm und das Gewicht beträgt 186 Gramm. Die Verarbeitung des UmiDigi F1 ist wirklich auf gutem Niveau und für ein Gerät in dieser Preisklasse sehr gut.

Display

Das UmiDigi F1 hat ein 6,3 Zoll 6.3″ IPS FHD+ Display mit einer Auflösung von 2340×1080 Pixel (409 ppi). Das Seitenverhältnis beträgt 19,5:9 mit der Notch im Display. Das Fehlen der Benachrichtigungs-LED stößt allerdings immer wieder auf, da eigentlich genug Platz dafür vorhanden wäre.

Ansonsten hat das Umidigi F1 aber ein gutes Display-Rand-Verhältnis von knapp 84% und die Ränder fallen im Allgemeinen sehr schmal aus. Das Display selbst ist von Werk aus schon mit einer Schutzfolie versehen und ist auch sauber ins Gehäuse eingearbeitet.

Das Display liefert ein sehr scharfes und kontrastreiches Bild, Pixelfehler waren beim Testgerät auch keine vorhanden. Das LCD-Panel scheint in der Farbwiedergabe und im Schwarzwert sehr gut zu sein, hier wirkt alles stimmig. Auch der 10-Punkt Touchscreen arbeitet ebenfalls sehr präzise und hat keinerlei Verzögerungen.

Die Displayhelligkeit ist da schon etwas differenzierter zu betrachten. Während im Räumlichkeiten alles gut abzulesen ist, ist die Helligkeit bei direkter Sonneneinstrahlung nicht ausreichend um alles einwandfrei zu erkennn.

Software

Beim F1 setzt Umidigi auf Stock Android. Genauer gesagt auf Android 9 mit Patchlevel vom 05. Januar 2019. Updates können via OTA direkt auf das Smartphone installiert werden. Innerhalb meiner Testphase kamen direkt 2 Updates kurz nacheinander mit diversen Bugfixes. Die Einrichtung verläuft standardmäßig wie bei allen Standard Android Geräten.

Die Oberfläche des Umidigi F1 läuft flüssig ohne irgendwelche Stabilitätsprobleme. Wischfunktionen sind standarsmäßig vorhanden. Mit einem Wisch von unten nach oben öffnet sich auch der App Drawer.  Es fehlt, wie so oft bei vielen Geräten noch die Unterstützung für Widevine L1, um beispielsweise Netflix in HD schauen zu können.

Fingerabdrucksensor & Face Unlock

Der Fingerabdrucksensor des F1 funktionierte im Test nicht perfekt, aber dennoch aktzeptabel. 8 von 10 Versuche entsperrten das Smartphone. Neben dem Fingerabdrucksensor auf der Rückseite unterstützt das F1 ebenfalls Face-Unlock, was im Test soweit ganz gut funktioniert hat. Bei spärlicher Beleuchtung wurde es etwas schwieriger und funktionierte teilweise nur, wenn Ihr das Gesicht ganz nah vor das Gerät haltet. Das Austricksen des Gerätes via Foto hat nicht funktionier, somit ein weiterer positiver Sicherheitsaspekt.

 

Leistung

Im UmiDigi F1 ist ein Helio P60 (MT6771), ein Octa-Core mit 4x ARM Cortex A73 @2GHz + 4x ARM Cortex A53 @2GHz mit Mali G72 MP3 Grafikeinheit verbaut. Dieser läuft im F1 wirklich gut und stabil, auch von der Optimierung her, was sich auch ein wenig in den Tests wiederspiegelt.

Das F1 schaffte im AnTuTu-Benchmark ordentliche 139.227 Punkte und im Geekbench Test im Multicore Test 5808 Punkte (Niveau Galaxy S8) . Der Single Core Test fiel hier vergleichsweise etwas schlechter aus mit knapp 1500 Punkten (Niveau Samsung Galaxy S7)  Ein paar Abstriche müsst Ihr aber auch bei diesem Gerät machen, so hat es zwar 128 GB  verbaut, allerdings leider nur eMMC Speicher. Der Ram ist mit 4GB LPDDR4X Dual Channel ganz gut bestückt und ausreichend. Flaschenhals wie so oft ist hier dann doch der eMMC Speicher. Aber in dieser Preisklasse werden meist auch keine, oder nur selten UFS-Speicher verbaut. Der Slingshot-Test lieferte in der Theorie mit knapp 1402 Punkten auch aktzeptable Werte.

Im Praxistest bei den Games lieferte das F1 bei PubG das was ich vermutet hatte. Relativ ruckelfreies Spielen auf mittlerer Detailstufe. MK Mobile ließ sich ebenfalls entspannt auf mittleren Details spielen.

Telefonie

Die Sprachqualität des F1 ist während eines Telefonats ausgezeichnet und im Test konnten wir  alle Teilnehmer stets sehr gut verstehen. Das UmiDigi F1 unterstützt ebenfalls alle LTE Frequenzen inkl. dem Band 20 mit 800MHz.

  • 2G: GSM B2/B3/B5/B8 CDMA BC0/BC1
  • 3G: WCDMA B1/B2/B4/B5/B8 TD-SCDMA B34/B39
  • 4G: FDD-LTE B1/B2/B3/B4/B5/B7/B8/B12/B13/B17/B18/B19/B20/B25/B26/B28
    TDD-LTE B34/B38/B39/B40/B41

Konnektivität

Das UmiDigi F1 unterstützt nur 802.11 a/b/g/n mit Dual-Band. Leider kein WLAN AC was schön gewesen wäre, aber dennoch verschmerzbar dank 5 Ghz Band. NFC wurde hier auch verbaut, hatte aber leider keine Möglichkeit im Testzeitraum die NFC-Funktionen, wie z.B. die Bezahlung via Googleplay zu testen.

Beim Bluetooth wurde hier wieder BT 4.1 genutzt. Warum hier nicht schon auf 5.0 oder zumindest 4.2 gegangen wurde, kann ich leider nicht ganz nachvollziehen, dennoch im Test selbst gab es keinerlei Probleme, wie z.B. Verbindungsabbrüche. Der GPS -Test dauerte doch schon knapp 16 Sekunden bis zum ersten Fix, danach auf eine Reichweite von 8m genau.

 

Kamera

Kommen wir nun zu der Kamera des Umidigi F1, eins der üblen Themen Punkto Umidigi. Diesmal scheinen sie allerdings doch einiges besser gemacht zu haben, zumindest vermeintlich.

Eins vorweg, diesmal gibt es keine Fakes, hier wurden eigentlich ganz gute Sensoren verbaut. Sind wir nun bei dem Thema kommen wir mal zur Bestückung. Vorne haben wir 2 Sensoren verbaut, beide von Samsung, und zwar einmal den Samsung S5K2P7 mit 16 MP und einer Blende f/1.7, Dual LED, Autofokus, HDR und noch einigen Standardfeatures. Dazu kommt dann der 2. Sensor , welcher ebenfalls von Samsung ist. Hier handelt es sich um einen Samsung S5K47H 8MP Tiefensensor.

Die Frontkamera hat ebenfalls einen Samsung Sensor, hier wurde nicht wie in der Vergangenheit ein Dual Fake Sensor verbaut, sondern hier haben wir einen 16 MP Samsung S5K3P3 Sensor mit Blende f/2.

Wenn wir nun zur Kamera App schwenken, finden wir eigentlich den Ursprung allen Übels. Nicht nur das sie total spärlich ausgestattet ist (so fehlen z.B. Funktionen wie Panorama oder Time-Lapse), es kommen auch häufige Abstürze und Rechtsschreibfehler dazu. „Schärfentiefe“ ist mein persönliches Highlight, und so wie es klingt funktioniert es auch, nämlich nicht wirklich.

Die Sensoren sind hier eindeutig nicht das Problem, sondern die Kamera App. Aber überzeugt euch selbst, ein paar nette Fotos sind dabei, aber speziell im Tiefenschärfen-Modus sieht man was man besser nicht sehen sollte. (habe bewusst nicht viele Fotos gemacht, weil ich gehofft habe in einem der Updates kommt auch ein Update für die Kamera App, aber Fehlanzeige).

 

Akkulaufzeit

Das UmiDigi F1 hat eine Akkukapazität von 5150 mAh und dieser Wert stimmt auch in etwa mit den Ergebnissen überein. Die Akkulaufzeit im Test ergab knapp 2.45 Stunden mit einer Entladung von 80 auf 40%. Theoretisch würde ich damit auf eine Akkuleistung von 9 Stunden kommen. In der Realität, bei einer DOT von knapp 5 Stunden kam ich auf ca. 1.5 Tage bei 10% um es dann wieder zu laden.

Unterstützt wird der Ladevorgang von Pump Express Plus Fast-Charging, womit der Akku theoretisch in ca. 60 Minuten wieder aufgeladen sein soll. Auch hier war die Realität etwas anders und so brauchte es zum vollständigen Aufladen in meinem Test knappe 100 Minuten.

Fazit

Das Umidigi F1 ist sicherlich eines der besseren Smartphones von Umidigi, was sowohl an der Verarbeitung, wie auch an der Ausstattung liegt. Mängel gibt es immer wieder, wie z.B. die unglaublich schlechte Kamera App, oder aber auch die fehlende Benachrichtigungs-LED. Was die Sensoren angeht, haben sie dazugelernt und eigentlich auf ganz akzeptable Sensoren zugegriffen. Die Selfie-Kamera liefert auch tatsächlich gute Fotos.Hier kann man nur hoffen, das die App noch deutlich ausgebessert wird. Die Notch-Thematik haben sie gut gelöst, indem sie sich für eine Waterdrop-Notch entschieden haben. Die Leistung des Helio P60 wird im Umidigi F1 gut umgesetzt, hier und da wären vielleicht noch einige kleine Verbesserungen nötig, aber im Großen und Ganzen schon gut. Die Akkuleistung ist auch gut, man kommt hier wirklich super durch den Tag. NFC ist ebenfalls mit an Board und auch sonst ist das Umidigi F1 für die Preisklasse unter 200 Euro ganz gut ausgestattet.Das Potential ist auf jeden Fall vorhanden, und könnte mit Sicherheit durch verschiedene Fixes nochmals mit Schwung verbessert werden.

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Test: UmiDigi F1 – Schönes Mid-Range Phone mit Potential
Display9
Performance9.3
Kamera8.2
Akkulaufzeit8.6
Software9.2
Verarbeitung9.1
Preis-Leistung9.1
Positiv
Tolle Verarbeitung
Akkulaufzeit Top
NFC
3,5 mm Klinkenanschluss
Android 9
Face-Unlock
Negativ
Kamerasoftware schlecht
keine Benachrichtigungs-LED
Bluetooth 4.1
8.9
Score

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