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Dass das Mi A1 kein typischen Xiaomi-Smartphone ist, macht es für uns umso interessanter. Ausgestattet mit allen relevanten LTE-Bändern und einer unveränderten Android-Oberfläche samt Google Play Services und deutscher Sprache kann das erste AndroidOne-Modell des Unternehmens auf ganzer Linie überzeugen.

Bevor wir uns der eigentlichen Review zuwenden, an dieser Stelle vielen Dank an Gearbest, die uns ein Xiaomi Mi A1 mit 64GB internem Speicher zur Verfügung gestellt haben. Neben unserem gold-weißen Modell, gibt es auch noch eine schwarze und rosé-goldene Variante, die preislich alle bei etwa 200 Euro liegen.

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Neben dem Smartphone finden sich in dem gewohnt schlicht-weißen Karton der übliche Papierkram, ein Tool für den dualSIM-Schacht, das weiße USB Typ C-Kabel und ein Netzteil mit EU-Stecker – letzteres variiert je nach Modell.

Design und Verarbeitung

Von den rückseitigen Aufdrucken einmal abgesehen entspricht das Smartphone dem Xiaomi Mi5x und vertraut auf einen identischen Aluminium-Unibody, der je nach Lichteinfall manchmal eher silbern wirkt, aber grundsätzlich in einem matten Gold gehalten ist.

Eingefasst in einen gold-glänzenden Rahmen finden sich in der oberen linken Ecke der Rückseite die beiden von Glas geschützten Sensoren der Dual-Cam, die abermals einen halben Millimeter aus dem Gehäuse hervorsteht, wodurch das Smartphone nicht plan auf flachen Oberflächen liegt. Das kennt man von sehr vielen anderen Modellen und die meisten werden ohnehin in der ein oder anderen Form eine Hülle verwenden, woraufhin sich das erledigt hat. Etwas unschön ist es aber trotzdem, zumal man das 7.3 Millimeter dünne Smartphone auch einfach etwas dicker hätte konstruieren können. Neben der Kamera finden sich auf der Rückseite noch ein Dual Tone LED-Blitz, der kreisrunde Fingerabdrucksensor, sowie ein Mi– und androidone-Logo.

Die symmetrisch angeordneten Antennenstreifen ziehen sich am oberen und unteren Rand des Gehäuses entlang bis zu dem sehr schmalen Streifen, der das frontseitige und zu allen Seiten hin minimal abgerundete 2.5D-Gorilla Glass einfasst.

Natürlich wird besagte Front vor allem von dem in der Diagonale 5.5 Zoll messenden Full HD-Display eingenommen, ebenso finden sich dort aber drei kapazitive Tasten für Home, Back und Recent Apps, deren Hintergrundbeleuchtung sich bei meinem weißen Modell unvermeidbar etwas über die Symbolgrenzen hinaus fortsetzt – was aber nur im Dunkeln zu erkennen ist und nicht weiter stört. Oberhalb des Display lassen sich der Telefonlautsprecher und links davon die fünf Megapixel Frontkamera und ein Sensor erkennen. Wie immer würde ich hier das schwarze Modell bevorzugen, wo diese Elemente meist kaum zu erkennen sind.

Auf der Unterseite finden sich neben zwei kleinen Schrauben die sauber in das Gehäuse eingefrästen Öffnungen für einen USB Typ C-Port, einen 3.5 Millimeter Klinkenanschluss und den Mono-Lautsprecher. Lautstärkewippe und Powerbutton wurden beide auf der linken Seite positioniert, weisen einen angenehm festen Druckpunkt auf und lassen sich auch mit kleineren Händen gut erreichen.

Auf der rechten Seite findet sich der SIM-Kartenslot, der entweder zwei nanoSIM-Karten oder eine nanoSIM- und eine microSD-Karte aufnehmen kann. Für den Einsatz letzterer muss also auf die dualSIM-Funktionalität verzichtet werden, bei 64GB internem Speicher wird aber ohnehin nicht bei jedem Bedarf bestehen, diesen noch zu erweitern.

An der Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen. Es lassen sich keine störenden Spaltmaße oder scharfe Kanten feststellen, sondern das Smartphone hinterlässt in der Hand einen wertigen Eindruck, der wesentlich teureren Modellen in nichts nachsteht. Einmal mehr, leistet sich Xiaomi hier keinen Patzer und setzt das bewährte Design vorbildlich um.

Display

Bei einer Auflösung von Full HD (1920 x 1080 Pixel) und einer Diagonale von 5.5 Zoll bringt es das Xiaomi Mi A1 auf eine Pixeldichte von 403ppi. Aus normalem Abstand ist es damit nahezu unmöglich, einzelne Pixel auszumachen, und alle Inhalte werden angenehm scharf dargestellt. Ebenso können Farben und Kontraste überzeugen und das Panel aus allen Blickwinkeln mit einem neutralen Weißwert, ohne erkennbaren Farbstich, punkten.

Auch in sehr hellen Umgebungen war eine problemlose Nutzung fast immer möglich und die automatische Helligkeitsregelung reagiert nur mit minimaler Verzögerung auf sich verändernde Lichtverhältnisse in der Umgebung. Die Beleuchtung erscheint zudem sehr gleichmäßig und es ließen sich keine unschönen Lichthöfe ausmachen – Laborwerte müssen andere liefern.

Stock Android zeigt sich bei den Einstellungen eher spartanisch und bietet keine Option, Farbtemperatur- oder modus zu kalbirieren. Auch Double-Tap-To-Wake oder ein Always-On-Display werden ab Werk nicht geboten. Wer möchte, kann sich aber bei eingehenden Benachrichtungen stets das Diplay automatisch aktivieren lassen.

Sogar im direkten Vergleich zum Meizu Pro 7 Plus kann das Display des Xiaomi Mi A1 bestehen, lediglich beim Schwarzwert und den daraus resultierenden Kontrasten muss sich das LTPS-Panel, bei dem Schwarz dann eher wie ein sehr dunkles Grau erscheint, dem AMOLED-Panel des annähernd doppelt so teuren Konkurrenten geschlagen geben. Wer den Vergleich nicht hat und von anderen Smartphones in dieser Preisklasse auf das Xiaomi Mi A1 wechseln möchte, wird an dem Display erst recht nichts auszusetzen haben.

Performance und Speicher

Auch bei der restlichen Hardware entspricht das Mi A1 weitestgehend dem Xiaomi Mi5x. Erneut kommt hier der bewährte Qualcomm Snapdragon 625 zum Einsatz, der sich aus acht ARM Cortex A53 Kernen (big.LITTLE) mit einer Taktrate von bis zu 2.0GHz zusammensetzt und auf 4GB RAM zurückgreifen kann.

Darüber hinaus wartet das Smartphone mit 64GB internem Speicher auf, die sich entgegen dem derzeitigen Trend bei Xiaomi auch noch per microSD-Karte um offiziell bis zu 128GB erweitern lassen. Den allermeisten sollte das absolut ausreichen (ich hatte nach zwei Wochen gerade mal 13GB in Anspruch genommen), bei einem Preis von etwa 200 Euro gibt es daran jedenfalls nichts auszusetzen. Mit 217 MB/s sequentieller Lese- und 140 MB/s sequentieller Schreibgeschwindigkeit ist der Speicher ausreichend schnell, um die Nutzung nicht übermäßig auszubremsen.

In synthetischen Benachmarks ordnet sich der 625er erwartungsgemäß im Mittelfeld ein (AnTuTu-Score: 63142, PCMark Work 2.0 Score: 4829) und ist ein gutes Stück entfernt von dem, was die 800er-Serie oder auch 600er-SoCs jüngeren Datums theoretisch an Leistung abrufen können. Hin und wieder begegnen einem in sehr aufwändigen Spieletiteln und rechenintensiven Anwendungen längere Ladezeiten und auch beim Thema Mobile-VR (was bei einem Full HD-Display ohnehin wenig Freude macht) dürften sich die integrierte Adreno 506 GPU etwas überfordert fühlen, aber davon merkt man im Alltag nichts!

Anwendungen starten schnell und bleiben dank dem großzügigen Arbeitsspeicher auch lange im Hintergrund offen, selbst grafikintensive Spiele gehen ohne Ruckler über die Bühne und die Stock Android-Oberfläche läuft absolut problemlos. Das Xiaomi Mi A1 steht hier in keinster Weise hinter aktuellen High-End-Smartphones zurück und bietet für diese Preisklasse insgesamt eine hervorragende Performance.

Bedienung und Konnektivität

Unterhalb des Displays finden sich die erwähnten drei weiß beleuchtete kapazitive Tasten für Home, Back und Recent Apps, was in meinen Augen noch immer die ideale Lösung darstellt: Der relativ breite Rahmen unten bleibt nicht ungenutzt und es wird kein Display an softwareseitige OnScreen-Tasten verschenkt.

Dagegen befindet sich der Fingerabdrucksensor hinten an einer Position, auf der mein Zeigefinger ohnehin intutiv ruht, lässt sich auch mit kleinen Händen bequem erreichen und ist tief genug im Gehäuse versenkt, als dass man ihn auch ohne Hülle ertasten kann. In 10 von 10 Versuchen entsperrt er das Smartphone auf Anhieb und im Bruchteil einer Sekunde, wobei der Finger in beliebigem Winkel aufgelegt werden kann und sich bis zu fünf Fingerabdrücke einrichten lassen.

An physischen Anschlüssen fährt Xiaomi einen USB-Port vom Typ C, sowie einen 3.5 Millimeter-Klinkenanschluss auf. Über die USB-Schnittstelle kann das Smartphone aufgeladen oder mit einem Rechner verbunden werden, und parallel lässt sich auch ohne Adapter noch Musik über kompatible Anlagen und Kopfhörer hören. Alternativ kann man auf den Mono-Lautsprecher zurückgreifen, der sich ebenfalls auf der Unterseite befindet.

Ein immersives Sounderlebnis oder spürbaren Bass darf man davon nicht erwarten, für eine kurze Video- oder Spielesession ist er bei mittleren Lautstärken aber allemal zu gebrauchen. Nur nutzt man solche Medien eher im Landscape-Modus, wo man gleichsam leider dazu tendiert, die schmale Öffnung abzudecken und so den Ton merklich abzudämpfen.

Das Smartphone unterstützt Wi-Fi 802.11 nach den Standards b/g/n/ac (2.4Ghz und 5Ghz) und stellt auch aus größeren Distanzen eine stabile Verbindung zum Router her. Außerhalb der eigenen vier Wände kann man erfreulicherweise auf sämtliche relevanten LTE-Frequenzen, inklusive dem in Deutschland sehr verbreiteten Band 20, zurückgreifen und tatsächlich gibt es am Empfang auch in ländlichen Gebieten absolut nichts auszusetzen. Ein paar Tage habe ich das Meizu Pro 7 Plus und das Xiaomi Mi A1 abwechselnd verwendet und letzteres konnte wesentlich häufiger mit einer LTE-Verbindung erfreuen.

Auf NFC und Wireless Charging muss man dagegen auch hier verzichten, letzteres wird aber wohl ohnehin erst nachdem Apple in diesem Herbst endlich mit aufgesprungen ist, weitere Verbreitung finden. Das neue Bluetooth 5.0 unterstützt der Mittelklasse-SoC schlichtweg nicht, aber auch der 4.2-Standard ist mehr als ausreichend und verbindet sich auf bis zu acht Meter zuverlässig mit Boxen, Wearables und Headphones. GPS + GLONASS, AGPS und BDS bietet das Smartphone ebenfalls und bestimmt den Standort nach meinen Maßstäben schnell und genau. Eine ohne auffällige Störgeräusche auskommende, klare Sprachqualität bei Telefonaten rundet den sehr guten Eindruck ab.

Software

Die Vorteile eines AndroidOne-Smartphones zeigen sich schon unmittelbar nach der ersten Einrichtung: Nicht nur findet man ab Werk den Google Play Store auf dem Smartphone und kann sofort die gewohnten Anwendungen installieren, sämtliche Texte sind auch in deutscher Sprache gehalten und der Update-Assistent begrüßt einen mit dem Hinweis, dass der Sicherheitspatch vom Oktober 2017 zum Download bereit steht.

 

Selbstverständlich divergieren die Ansichten über die diversen Oberflächen, die meisten dürften aber Stock Android als eine Art kleinsten gemeinsamen Nenner akzeptieren. Und es lässt sich schnell feststellen, dass gerade für weniger erfahrene Nutzer die Einstiegshürde deutlich geringer ist, als bei dem sonst von Xiaomi gewohnten Android-Derivat MIUI. Alles funktioniert von Beginn an etwa so, wie man es von den westlich etablierten Herstellern gewohnt ist – das ist der wohl größte Trumpf, den das Mi A1 ausspielen kann.

Xiaomi hat an der Stock Android-Erfahrung nahezu nichts verändert und neben einer Feedback-Anwendung geben lediglich einige Wallpaper und die Mi Remote-App, die den Infratorsender verwendet, um verschiedene Peripherie anzusteuern, einen Hinweis auf die Beteiligung des Unternehmens. In den Einstellungen kann man außerdem separat für Xiaomi die eigenen Präferenzen bezüglich Diagnosedaten festlegen und schließlich stammt noch die Kamera-App direkt von dem chinesischen Ex-Startup.

Weitgehend entspricht die Oberfläche der ersten Pixel-Generation: Auf dem Homescreen findet sich eine persistente Google Search Bar und der App-Drawer wird mit einer Swipe-Geste vom unteren Bildschirmrand aufgerufen. Sehr praktisch ist der optionale Landscape-Modus, ansonsten ist der Funktionsumfang aber mehr als übersichtlich und für umfangreiche Theming-Optionen wie in MIUI muss man weiterhin auf alternative Launcher zurückgreifen.

Natürlich sind neben den Play Services auch fast alle weiteren Google-Anwendungen vorinstalliert, also neben Chrome, Drive, Fotos, Maps und Youtube (die wie immer nur deaktiviert und nicht vollständig deinstalliert werden können) auch Messages, Kalender, Kontakte, Rechner und Wecker in der jeweiligen Stock-Ausführung. Weil sie separat vom System über den Play Store aktualisiert werden, bleiben sie auch unabhängig von Software-Updates immer auf dem neuesten Stand.

Doch muss man sich über Updates ohnehin weniger Sorgen machen, denn als AndroidOne-Smartphone bekommt das Xiaomi Mi A1 seine Updates zeitnah und direkt von Google d.h. Xiaomi nimmt keine großen Anpassungen vor. Derzeit kommt noch Version 7.1.2 Nougat zum Einsatz, ein Oreo-Update wird aber sicher bald folgen und entscheidender ist ohnehin die Sicherheitspatch-Ebene, wo sich das Mi A1 mit dem Patch von Oktober 2017 auf dem neuesten Stand befindet.

Kamera

Wie schon im Mi5x vertraut Xiaomi hier auf zwei OmniVision-Sensoren: Einen OV12A10 mit einer Blende von f/2.2 und einen OV13880 mit einer f/2.6-Blende, die mit bis zu 12 Megapixeln auflösen. Wie unschwer zu erkennen, haben wir es hier also wieder mit einer Dual-Cam zu tun, wobei sich die Brennweite der beiden Sensoren unterscheidet und der eine Sensor effektiv einen zweifachen Zoom-Faktor aufweisen kann. Im Stereo-Modus soll so ein DSLR-artiger Bokeh-Effekt möglich sein, bei dem der Hintergrund etwas unscharf wird.

Abermals den Preis im Hinterkopf fällt die Bildqualität überraschend gut aus. Aufnahmen bei Tageslicht geraten detailliert und kontrastreich, die Belichtung stimmt auch im Automatik-Modus meist auf Anhieb und Farben wirken zwar für meinen Geschmack etwas blaß, aber insgesamt realistisch. Nicht ganz zufrieden bin ich mit dem Autofokus, der sich öfter mal 1-2 Sekunden genehmigt, um das Motiv scharf zu stellen.

In lichtschwachen Umgebungen und gerade auch in Innenräumen nimmt die Qualität dagegen wie so oft schnell ab, Details gehen verloren und es lässt sich ein zunehmendes Bildrauschen feststellen. Wirklich dramatisch ist das aber nicht, denn noch haben die meisten Smartphones damit zu kämpfen und im manuellen Modus kann man (eine rechend ruhige Hand vorausgesetzt) die Belichtungszeit auf immerhin 1/15s erhöhen und so in abendlichen Lichtverhältnissen mit einiger Geduld noch akzeptable Bilder machen. Alle Aufnahmen hier wurden von uns vor dem Upload komprimiert.

Durch die unterschiedlichen Brennweiten ermöglicht es das Xiaomi Mi A1, entfernte Objekte etwas näher heranzuholen, ohne übermäßige Qualitätsverluste hinzunehmen. Die Übergänge zwischen den Zoomstufen sind fließend und in manchen Situationen ist es durchaus praktisch, den Bildausschnitt schon vorher besser definieren zu können, zumal der anderer Sensor einen sehr weiten Aufnahmewinkel aufweist und sich dadurch gerne mal störende Objekte mit im Bild befinden können.

Der Stereo-Modus ist dagegen weniger spannend. Zwei Sensoren hin oder her ist es selbst in den High-End-Smartphones noch immer primär eine Frage der Software, wie überzeugend der Bokeh-Effekt simuliert wird. Bei ausreichender Distanz zwischen Motiv und Hintergrund wird dieser unscharf dargestellt, bei filigranen Elementen wie Haaren tut sich das Mi A1 aber dennoch schwer, die Grenze zu ziehen und Übergänge geraten etwas schwammig. Ist das Motiv nicht allzu weit entfernt, lassen sich aber ästhetisch durchaus ansprechende Aufnahmen anfertigen, die allemal Social Media-tauglich sind.

Es ist vermutlich dem Umstand geschuldet, dass solche Anwendungen für optimale Ergebnisse vergleichsweise umfangreich an die jeweilige Hardware angepasst werden, dass hier auch weiterhin die von anderen Xiaomi-Smartphones gewohnte Kamera-App zum Einsatz kommt.

Neben diversen Filtern und Verzerrungseffekten bietet die Anwendung auch die üblichen Panorama-, Timer-, Sprachsteuerungs- und Verschönerungs-Modi. Für diese Preisklasse noch keine Selbstverständlichkeit ist ein manueller Modus, indem es dem Anwender überlassen bleibt, Parameter wie Belichtungszeit, ISO, Fokus und Weißabgleich zu definieren und etwas mehr Kontrolle über die Aufnahme zu erlangen. Echter RAW-Support würde dieses Feature abrunden, auch so kann man aber schon einiges damit anfangen – zumal sich auch im manuellen Modus zwischen den beiden Linsen wechseln lässt.

Videos nimmt das Smartphone in 4k-, FullHD-, HD- oder SD-Qualität auf, wobei entweder durch Tippen fokussiert wird, oder der C-AF die Bewegungen des Motives zu antizipieren versucht. Beides funktioniert meistens sehr gut und die Videoqualität geht absolut in Ordnung, wenngleich der aufgezeichnete Ton nicht über die Maßen optimal ausfällt. Im Videomodus lassen sich auch Timelapse- und Slow-Motion-Aufnahmen anfertigen.

Natürlich offeriert das Xiaomi Mi A1 auch eine auf den Nutzer gerichtete Frontkamera, die mit einer Auflösung von bis zu 5 Megapixeln und 1080-Videos aufwarten kann. Von der darf man keine Wunder erwarten, in guten Lichtverhältnissen reichen die Ergebnisse aber sicher auch für die meisten Freunde des Selbstportraits qualitativ aus. Details und Kontraste gehen in Ordnung, ich hätte mir aber etwas intensivere Farben gewünscht. Für Videoanrufe ist sie gut geeignet.

Akkulauf- und Ladezeit

Abhängig von den verwendeten Anwendungen und Verbindungen erreichte ich mit dem Xiaomi Mi A1 meist eine Screen-On-Time von 6-7 Stunden. Bei automatischer Helligkeitsregelung, permanent mobilen Internet und exzessiver Telegram- und Firefox-Nutzung ging das Smartphone erst spät abends in die Knie, während bei moderater Nutzung auch zwei Tage kein Problem darstellten. Nicht ganz der Dauerläufer, den beispielsweise das Xiaomi Redmi 3s darstellt, aber absolut in Ordnung.

Das 7.3 Millimeter schlanke Smartphone kann mit einer Akkukapazität von 3050mAh aufwarten, die zufriedenstellenden Ergebnisse sind aber sicher auch auf den mit Android 7.1 Nougat abermals verbesserten Doze-Energiesparmodus und das mit Full HD nicht übertrieben hochauflösende Display zurückzuführen. Den Aluminium-Unibody bezahlt man wie fast (!) immer damit, dass der Akku nicht einfach ausgetauscht werden kann.

Vollständig aufgeladen ist das Smartphone über den USB Typ C-Port angenehm schnell in etwas unter zwei Stunden, QuickCharge 3.0 wird aus unbekannten Gründen anscheinend nicht unterstützt, obwohl der SoC es durchaus beherrscht. Dass es dennoch nicht allzu lange dauert ist perfekt für alle, die gelegentlich vergessen, oder bewusst darauf verzichten, ihr Smartphone über Nacht zu laden. Eine ungewöhnliche Wärmeentwicklung während des Ladeprozesses ließ sich nicht feststellen, Wireless Charging wird nicht unterstützt.

Außerdem war bei mir ein europäisches Netzteil (5V bei 2A) bereits im Lieferumfang enthalten, sodass man nicht mit Adaptern herumhantieren oder auf nicht-originale Alternativen ausweichen muss. Je nach Modell liegt manchmal aber nur ein UK-Adapter bei.

Fazit zum Xiaomi Mi A1

Bisherige Xiaomi-Smartphones waren allesamt nicht unbenutzbar, im Gegenteil. Aber man musste an einigen Stellen nun einmal Kompromisse eingehen, die mich zumindest davon abgehalten haben, auch unbedarften Nutzern eines der Modelle zu empfehlen. Das hat sich mit dem Xiaomi Mi A1 geändert.

Zunächst einmal präsentiert sich das Mittelklasse-Smartphone an der Hardware-Front gewohnt solide. In Kombination mit 4GB RAM und 64GB internem Speicher wird der SoC in absehbarer Zeit mit jeder Anwendung zurecht kommen, aber auch die allgemeine Verarbeitung, das Display und die Dual-Cam sind für den aufgerufenen Preis von etwa 200 Euro ausgesprochen gut. Zudem gibt es einen ordentlichen 3050mAh-Akku mit QuickCharge-Unterstützung und alle relevanten LTE-Frequenzen.

Aber vor allem bewegt man sich nun softwareseitig auf einem Niveau, mit dem jeder etwas anfangen kann – keine Custom ROM, nur um die gewünschte Sprache einzustellen, keine aufwändige Nachinstallation der Play Services. Von der ersten Sekunde an läuft alles so, wie man es von den hierzulande etablierten Marken gewohnt ist, in puncto Updates vermutlich sogar noch besser. Und die Kombination aus diesem auffällig unauffälligen Android-Erlebnis und der hervorragenden Hardware machen es sehr schwer, in dieser Preisklasse ein vergleichbares Android-Smartphone zu bekommen.

Insgesamt ist das Xiaomi Mi A1 damit das erste Smartphone des Unternehmens, das ich uneingeschränkt jedem empfehlen kann.

Xiaomi Mi A1 Review: Endlich keine Kompromisse mehr
Display9.2
Performance9
Kamera8.9
Akkulaufzeit9.3
Software9.8
Verarbeitung9.5
Preis-Leistung10
Positiv
Unveränderte Android 7.1-Oberfläche und zeitnahe Updates
Deutsche Sprache und alle relevanten LTE-Frequenzen
Zuverlässiger Fingerabdrucksensor
Hervorragende Verarbeitung
64GB erweiterbarer interner Speicher
USB Typ C und 3.5 Millimeter Klinkenanschluss
Negativ
Bokeh-Effekt semi-optimal, Low-Light-Aufnahmen nur okay
Kamera steht minimal aus dem Gehäuse hervor
9.4
Score
Simon

Technikaffiner Student und langjähriger Android-Nutzer. Derzeit unterwegs mit dem Samsung Galaxy Note 4, Microsoft Surface Book und Samsung Galaxy Tab S.

  • MoechtegernHeld

    Oh mann Simon, du schreibst 5 Din A4 Seiten über das Handy, aber wenn ich wissen will wie groß und schwer es ist, muss ich woanders hinsurfen, du machst mich fertig 🙂
    Aber 7,3 mm dick, wenigstens etwas…

    • Simon Oelerich

      Jo, das’s mir auch aufgefallen, I’m sorry ^^
      Find das immer nicht so die wichtigste Info, weil ohne Vergleichswert kann man da nicht so viel mit anfangen. Den meisten ist eher geholfen wenn man z.B. sagt “so groß wie ein iPhone 7 Plus”, als wenn man mit millimetergenauen Dimensionen kommt.
      Aber der Vollständigkeit halber und für alle anderen: 155.4 x 75.8 x 7.3 Millimeter sind die Maße des Xiaomi Mi A1, es ist 165 Gramm schwer/leicht.

  • ExSchneeEule

    Insgesamt ist das Xiaomi Mi A1 damit das erste Smartphone des Unternehmens, das ich uneingeschränkt jedem empfehlen kann.

    Hmmmm, wirklich das erste ?
    Hast du bis jetzt nur ein paar Xiaomi phones getestet oder doch schon so viele das du das sagen kannst ?

    Guter Test.

    • https://www.androidkosmos.de Daniel

      “das uneingeschränkt empfehlen” bezieht sich darauf, dass man weder bei UI noch LTE-Frequenzen Kompromisse eingehen muss und somit passt das schon. Gerade MIUI ist nicht jedermanns Sache.

      Natürlich kann unser Simon das beurteilen, wir testen diese und sämtliche andere Geräte doch ständig? Ich denke schon das wir das sicherlich besser bewerten können, wie Leute (Du bist nicht explizit gemeint!), die sich nur alle 1-2 Jahre ein Smartphone kaufen.

      • ExSchneeEule

        Kann ich nachvollziehen.

      • Server

        ich denke Xiaomi Nutzer schätzen MIUI sehr. Ich habe bislang noch kein besseres, aufgeräumteres Android gesehen… Gerade weil es mit Android noch so viel zu tun hat wie Boris Becker mit Volleyball. Man nutzt die Vorteile von Android und IOS- heraus kommt ein sauber aufgeräumtes, anpassbares, einfaches und schnelles System mit sehr vielen nützlichen Funktionen. Wer hier mal Samsungs Toch Wiz vergleicht wird erkennen, wie gut und überlegt XIAOMI hier bei MIUI ist. Gerade die Sicherheit ist bei MIUI Klasse, hatte in all den Jahren als MIUI Nutzer nie etwas negatives erlebt, während ich bei der Konkurenz so manchen schädlichen Datenklau erlebt habe..

    • Simon Oelerich

      Ich hab bestimmt ein halbes Dutzend Xiaomi-Smartphones genutzt und weitere bspw. hier über den Blog zumindest ausprobieren können. Und wie @danieleikelmann:disqus da schon festgestellt hat, bezieht sich meine uneingeschränkte Empfehlung ohnehin darauf, dass es das erste Xiaomi-Smartphone ist, dass ich auch einem absolut unerfahrenen Nutzer ans Herz legen kann – das ist sogar völlig unabhängig von bisherigen Erfahrungen.

      Das Xiaomi Mi A1 kann man empfehlen, weil es out of the box in etwa die Erfahrung liefert, die man bei westlich etablierten Herstellern (Samsung, LG, HTC, Google etc.) findet. Und das ist hier der entscheidende Punkt: MIUI ist nicht jedermanns Sache, einige Nutzer sind auf ein deutsches Sprachpaket angewiesen und kaufen sich zudem so selten ein neues Smartphone, das dieses schon eine gewisse Zeit mit Updates versorgt werden sollte. Dazu kommt das heillose Chaos und teils widersprüchliche Ansichten zum Thema LTE Band 20, das bei Xiaomi nur in manchen Global Editions vorhanden war, vorinstallierte Apps und Dienste in ausschließlich chinesischer Sprache etc.
      Es gibt genügend Gründe dafür, dass man bisher nicht einfach jedem ein Xiaomi-Smartphone empfehlen konnte und manch einer dann vielleicht doch mit einem “normalen” Smartphone besser bedient wäre. Beim Xiaomi Mi A1 ist das nicht mehr so – in der unter200Euro-Preisklasse ist es schlicht das beste Smartphone, das mir derzeit bekannt ist.

      • ExSchneeEule

        Gutes Argument, kann ich gut nachvollziehen.
        Das Gesamtpaket vom Mi A1 ist von den Xiaomi phones am besten, ist der allrounder unter den Xiaomi phones, und ist auch für den Westen attraktiv.

        Leider ist mir das Mi A1 zu groß mit 5.5 Zoll und mir wäre jedes OS lieber
        als Stock Android.
        Aber nur weil mir das phone nicht zusagt, weswegen ich diese frage gestellt hab,
        ich wollte deine Meinung wissen wieso du so beurteilst.

      • Server

        Das ist doch Unsinn. Mit der MIUI Global Rom hast du alles auf Deutsch und regelmässige Updates. Ich denke eher dass Stock Android nicht Jedermanns Sache ist- es ist hässlich und unstrukturiert im Vergleich zu MIUI, und hat zudem weniger nützliche Funktionen. Ich habe bei dem Redmi 4x alle Apps auf Deutsch. Ob da jetzt Android 6,7 oder 8 läuft interessiert nicht die Bohne, da Xiaomi selbst für aktualisierte Sicherheitsupdates in den MIUI Update sorgt. Nach 3-4 Jahren kaufen sich die meisten Nutzer sowieso wieder ein neues Smartphones. Ich habe das A 1 nun vorliegen und empfinde es gerade aufgrund des deutlich schlechteren Akkus und der furchtbaren Android Oberfläche eher ein Rückschritt. Die Kamera ist in etwa gleich gut beim Redmi…. hält aber 1,5 Tage länger durch

      • Simon Oelerich

        Stock Android wird sicher nicht von jedem favorisiert (auch von mir nicht, denn da muss man noch mehr Google-Apps als sonst deinstallieren) aber es kann numal ohne viel Aufwand aktuell gehalten werden, ist im Funktionsumfang stark reduziert und zeigt sich optisch konsistent im Material Design, das einem ohnehin auch in den meisten Apps begegnet.

        Sowas kann und wird aber immer eine Geschmacksfrage bleiben und gerade beim Mi A1 muss man nunmal sagen: Wer MIUI bevorzugt, der kauft sich halt das baugleiche Xiaomi Mi5x und fertig. Und wer dazu noch einen richtig fetten Akku braucht nimmt halt ein Redmi-Modell.
        Ich sehe da aber nicht das Problem zu sagen, dass ein Mi A1 aus westlicher Perspektive und gerade mit Blick auf unbedarfte Nutzer die (für mich) beste Option darstellt.

  • Frank Petrat

    QC konnte der Chipsatz, qualcomm verlangt aber für die Funktion Cash, deswegen bieten es nicht alle an obwohl es technisch möglich wäre. Die wollen einfach die Lizenzkosten sparen.

  • Alex

    “Vollständig aufgeladen ist das Smartphone über den USB Typ C-Port dank QuickCharge 3.0 angenehm schnell. Schon nach etwa 30 Minuten erreicht man einen Ladestand von 50 Prozent, mit dem man bei moderater Nutzung durchaus über den Tag kommen kann. ”

    Absoluter Schwachsinn, ich besitze das Telefon selber und es unterstützt definitv KEIN QUICK CHARGE 3 !

    • Simon Oelerich

      Das kann sein, das Quickcharge 3.0 nicht unterstützt wird, hab das tatsächlich garnicht nachgeguckt. Weil die Ladezeiten eben durchaus gut sind und es der SoC auch unterstützt, bin ich spontan einfach mal davon ausgegangen, sry.
      Werd nochmal nachgucken, wie sich das mit QuickCharge im Mi A1 verhält, danke für den Hinweis.

    • Simon Oelerich

      Also einig scheint man sich darüber nicht gerade, sogar manche Shops geben an, dass das Mi A1 QuickCharge 3.0 beherrschen würde – de facto ist das aber wohl tatsächlich nicht der Fall, mea culpa. Da die gesamten 3080mAh aber ja unter zwei Stunden reinkommen, gehen die Ladezeiten aber auf jeden Fall in Ordnung.

      • Alex

        Hi Simon,
        Bitte keine Daten von irgendwelchen Seiten in einem test übernehmen, dafür testest bzw reviewst du das Gerät ja 😉
        Ich gehe mit deinem test komplett konform BIS auf das Thema mit Quickcharge. Der soc unterstützt es aber dennoch brauch der Akku weit länger als 1.5 Stunden. Habe das Handy meiner Mutter geschenkt gerade weil sie Daten dazu super waren, gerade android one war ein Pluspunkt. Cases habe ich jetzt noch bei gearbest bestellt, sind aber noch nicht da. Die Auswahl sollte jedoch groß sein da die von mi5x auch passen.

      • Simon Oelerich

        1) Hab das Mi A1 jetzt heute nochmal mit dem Geekbench Battery-Score auf nahe null getrieben (hat 8:20 gedauert, not bad).
        Von vier auf 100 Prozent brauchte es dann anschließend mit dem Original-Netzteil 1h41, also grob ein Prozent pro Minute. Also die ‘etwas unter zwei Stunden’, die in der zuletzt heute morgen editierten Fassung der Review vermerkt sind, sind definitiv korrekt.
        2) Meine ursprüngliche Aussage entstand daraus, dass das Mi A1 bei mir ‘nach etwa 30 Minuten’ Ladezeit einen Akkustand von 50 Prozent aufwies. Nur hab ich das nicht von null an gezählt bzw. gemessen – üblicherweise lade ich meine Smartphones sobald sie etwa 10-12 Prozent Restakku erreichen. Diese Aussage war also durchaus missverständlich, das stimmt und ich werde in Zukunft genauere Angaben machen, bzw. mindestens einmal auch mit Timer messen.
        3) Die Daten hab ich aber nicht ‘von irgendwelchen Seiten’ in den Test übernommen, sondern lediglich meinen (eigentlich positiven) Eindruck festgehalten, in der Annahme das theoretisch unterstützte QC3.0 sei auch faktisch vorhanden. Gegengecheckt hab ich das wie gesagt erst auf deinen Hinweis hin und selbst danach muss ich sagen, dass die Sachlage nicht eindeutig ist und in manchen Reviews und Shops ebenfalls von QC-Support die Rede ist – nichts anderes meinte ich vorhin.

        Zusammenfassend kann man also feststellen, dass das Mi A1 nicht mit QC3.0 ausgestattet ist und die Ladezeiten auch nicht mit DashCharge oder mCarge konkurrieren können, es aber eben definitiv auch nicht unbedingt langsam lädt. Da bin ich von meinem Daily Driver, dem Note 4, anderes gewohnt. Und nun genug von dem Thema, einen schönen Abend noch 🙂

    • https://www.androidkosmos.de Daniel

      Lieber Alex, gegen konstruktive Kritik haben wir sicherlich nichts, aber ich möchte dich bitten ein wenig auf deinen Ton zu achten. Wir wollen doch hier alle miteinander vernünftig umgehen. Danke für dein Verständnis.