Bombenexplosion im Parlament! Im Parlament ist es zu schweren Ausschreitungen gekommen. Während einer hitzigen Debatte eskalierte ein Protest gegen die Regierung in Gewalt. Oppositionspolitiker stürmten das Podium, warfen Rauchgranaten und setzten Tränengas ein. Mindestens drei Abgeordnete wurden verletzt - hier alles, was bisher bekannt ist:
Dramatische Szenen im Parlament! Die Unruhen begannen, nachdem die von Präsident Aleksandar Vučić geführte Regierungskoalition die Tagesordnung der Parlamentssitzung genehmigt hatte. Oppositionelle Abgeordnete stürmten daraufhin in Richtung Parlamentspräsidentin Ana Brnabić und lieferten sich ein Handgemenge mit Sicherheitskräften. Ein Transparent mit der Aufschrift "Serbien hat sich erhoben, damit das Regime fällt“ wurde hochgehalten. Die Situation spitzte sich weiter zu, als einige Abgeordnete Rauchbomben zündeten und Tränengas versprühten. Wie konnte es soweit kommen? Hier mehr:
Seit Monaten erschüttern massive Proteste Serbien. Auslöser war der Einsturz eines Bahnhofsdaches in Novi Sad im November vergangenen Jahres, bei dem 15 Menschen ums Leben kamen. Demonstranten machen die grassierende Korruption im Land dafür verantwortlich, dass das Vordach nicht ordnungsgemäß gebaut worden sei. Besonders Studenten, unterstützt von Oppositionsparteien, fordern den Rücktritt der Regierung und Reformen. Als Reaktion auf die anhaltenden Proteste hatte Ministerpräsident Milos Vučević Ende Januar seinen Rücktritt angekündigt. Doch dieser muss noch vom Parlament bestätigt werden, was bislang aussteht. Zudem sollte während der Sitzung ein Gesetz zur Erhöhung der Mittel für Universitäten verabschiedet werden – eine der Hauptforderungen der seit Dezember streikenden Studenten.
Präsident Aleksandar Vučić steht wegen der wachsenden Protestwelle unter enormem Druck. Während er öffentlich zum Dialog aufruft, macht er zugleich ausländische Mächte für die Unruhen verantwortlich. Vučićs enge Beziehungen zu Russland sowie Vorwürfe von Oppositionsparteien und Menschenrechtsgruppen belasten seine Position. Ihm und seiner SNS-Partei werden Wahlmanipulationen, Medienunterdrückung, Korruption und Verbindungen zum organisierten Verbrechen vorgeworfen. Vučić und seine Verbündeten weisen diese Anschuldigungen zurück. Die jüngsten Ereignisse im Parlament verdeutlichen die tiefe Spaltung in der serbischen Gesellschaft. Während die Opposition die Proteste als Chance für einen Systemwechsel sieht, versucht die Regierung, ihre Macht zu verteidigen. Die kommenden Wochen könnten entscheidend sein, ob Serbien einen Weg zu politischer Stabilität und Reformen findet – oder weiter in Konflikte und Polarisierung abrutscht.