Paukenschlag! Annalena Baerbock, die scheidende Außenministerin und langjährige Führungspersönlichkeit der Grünen, wird kein führendes Amt in der Bundestagsfraktion ihrer Partei übernehmen. Diese Entscheidung gab sie in einem persönlichen Brief an die Fraktion und ihren Landesverband Brandenburg bekannt, wie zunächst der Wir berichtete. Als Grund nannte sie "persönliche Gründe“. Hier alles, was wir bisher wissen:
In dem Schreiben, das der BILD vorliegt, erklärte Baerbock, dass sie sich bewusst bis nach der Hamburger Bürgerschaftswahl aus parteiinternen Diskussionen herausgehalten habe. "Auch weil ich nach Jahren auf Highspeed ein paar Tage nachdenken wollte, was dieser Moment für meine Familie und mich bedeutet“, schrieb sie. Seit 2008 habe sie „in unterschiedlichen Funktionen ohne Unterbrechung politische Verantwortung getragen“. Sie fügte hinzu: "In all dieser Zeit habe ich immer alles gegeben.“ Doch auch offen bekannte sie: "Ich bin dabei auch mal gestolpert.“
Baerbocks Rückzug aus der direkten Führungsebene der Partei lässt sich auch vor dem Hintergrund ihrer privaten Situation verstehen. Ende vergangenen Jahres hatte sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Daniel Holefleisch ihre Trennung bekannt gemacht. In einem Statement, das BILD exklusiv berichtete, hieß es damals: "Wir haben in einem längeren Prozess gemeinsam vor einiger Zeit entschieden, dass wir kein Paar mehr sind.“ Über die genauen Gründe äußerten sich beide nicht. Die Belastungen durch die intensive politische Karriere scheinen nun ihren Tribut zu fordern. "Die intensiven Jahre haben auch einen privaten Preis gehabt“, schrieb Baerbock in ihrem Brief. Der Schritt zurück sei daher eine bewusste Entscheidung, um neue Prioritäten zu setzen.
Mit Baerbocks Verzicht rücken andere Namen in den Vordergrund. Die bisherige Co-Fraktionsvorsitzende Britta Haßelmann (63) sowie Ska Keller (42) wurden kommissarisch im Amt bestätigt. Baerbock würdigte dies in ihrem Brief: "Mit zwei starken Frauen an ihrer Spitze beginnt jetzt ein neues Kapitel für unsere Fraktion.“ Damit deutet sich an, dass beide ihre Positionen behalten werden. Zudem wird aktuell diskutiert, wer als Bundestagsvizepräsident oder -präsidentin für die Grünen kandidieren könnte. Neben Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (58) werden auch Ex-Parteichef Omid Nouripour (49) und Claudia Roth (69) als mögliche Kandidaten gehandelt. Für Roth wurden jedoch kaum Chancen eingeräumt.
Trotz ihres Rückzugs aus der Führungsspitze betonte Baerbock, dass sie weiterhin aktiv bleiben wolle: "Auch wenn die Rollen sich ändern, ist dies kein Abschied.“ Sie nimmt nun einen Platz inmitten der Abgeordneten ein und bleibt somit Teil des politischen Geschehens.
Ihre Entscheidung markiert einen Wendepunkt nach einer Ära voller Herausforderungen und Erfolge. Während sie sich Zeit für ihre persönlichen Belange nimmt, steht die Partei vor der Aufgabe, neue Wege in der Opposition zu beschreiten. Ein neues Kapitel beginnt – für Baerbock und die Grünen gleichermaßen.