Erschreckender Corona-Fall aus den USA – Patientin war offenbar 70 Tage ansteckend ohne selbst Symptome zu haben

Noch immer sind viele Details rund um das heimtückische Coronavirus unbekannt. Unter anderem scheint es von Fall zu Fall unterschiedlich zu sein, wie lange mit dem Virus infizierte Patienten andere Menschen anstecken können. Nun wird ein Fall aus den USA bekannt, bei dem eine Patientin selbst offenbar 70 Tage ansteckend war, allerdings in dieser Zeit keinerlei Symptome auf das Virus aufgewiesen hatte.

Für wie lange sind Corona-Patienten ansteckend?

Die Experten vom Robert-Koch-Institut (RKI) gehen nach derzeitigem Stand der Dinge davon aus, dass die Gefahr der Ansteckung bei Patienten, die selbst lediglich milde Symptome hatten, ab dem 10. Tag deutlich zurückgeht. Doch nun berichten Forscher von einem kuriosen Fall aus den USA. Dort soll eine Frau (71) mindestens 70 Tage lang ansteckend gewesen sein. Und nicht nur das! Die Frau hatte während der ganzen Zeit keinerlei Symptome auf eine Ansteckung mit dem gefährlichen Virus gezeigt. Der Fall der Frau wurde nun im medizinisch Fachjournal „Cell“ von Wissenschaftlern geschildert, die über diese ziemlich ungewöhnliche Krankheitsgeschichte berichten. Bei der Patientin handele es sich um eine Frau aus Kirkland im US-Staat Washington, die seit bereits zehn Jahren unter Altersleukämie (chronisch lymphatische Leukämie) leidet. Die Frau war im Februar am Rücken operiert worden. Am 2. März war sie dann während ihrer Rehatherapie positiv auf das Virus getestet worden. Daraufhin wurde die Frau ständig getestet. Erst ab dem 16. Juni waren mehrere Tests hintereinander bei der Frau negativ ausgefallen. Erst nach 105 Tagen hatte die Frau die Infektion komplett überstanden.

Virus war bis zum 70. Tag nach der Ansteckung aktiv

Bei der Frau, die selbst zu keinem Zeitpunkt Symptome einer Infektion mit dem Coronavirus aufgewiesen hatte, wurden in der Folge regelmäßig Abstriche genommen worden. Erst in den letzten Wochen der Infektion konnte aus den Proben keine Viren mehr kultiviert werden. Die war allerdings bis zum 70. Tag nach der Ansteckung möglich. Daraus leiten die Forscher folgende Schlußfolgerung ab: „Wir gehen davon aus, dass diese Patientin bis Tag 70 in der Lage war, das Virus an andere weiterzugeben“, erklärte der Studienleiter Vincent Munster vom US-amerikanischen National Institute of Allergy and Infectious Diseases in einem Interview mit der Online-Ausgabe des Magazins „Business Insider“. Schuld an der langen Zeit der Corona-Infektion soll das geschwächte Immunsystem der Frau gewesen sein, das offenbar nie Antikörper gegen das Virus gebildet habe. Natürlich handelt es sich hier um einen Sonderfall, der sich aber auch bei weiteren Patienten wiederholen könnte. „Wir erwarten, dass in Zukunft weitere Berichte wie unserer veröffentlicht werden“, gab Munster in dem Interview zu. „Da sich dieses Virus weiter ausbreitet, werden mehr Menschen mit immunsuppressiven Störungen angesteckt, und es ist wichtig zu verstehen, wie sich Sars-Cov-2 bei ihnen verhält.“

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