Grusel-Fund am Hamburger Rathausmarkt – Sarg und Skelett aufgetaucht – Geheimnis endlich gelüftet

Einen gruseligen Fund hatten die Bauarbeiter vor kurzem am Hamburger Rathausmnarkt gemacht. Dort waren bei Bauarbeiten zahlreiche menschliche Knochen und Särge gefunden worden. Was sich anhört wie die Hintergrundstory eines spannenden Krimis ist in Wahrheit aber offenbar lediglich ein Teil der Hamburger Stadtgeschichte.

Bauarbeiter finden menschliche Knochen und Särge am Hamburger Rathausmarkt

Das Rätsel um die vor kurzer Zeit am Hamburger Rathausmarkt ausgegrabenen Knochen ist wohl endgültig gelöst worden. Denn die menschlichen Knochen sowie ein vollständig erhaltener Holzsarg sind nach ersten Untersuchungen mindestens 500 Jahre alt.

„Auf dem Rathausmarkt stand das Bettelordenkloster St. Johannis. Und in dem nun gegrabenen Schacht ist im Grunde der Kircheninnenraum angetroffen worden. Und der ist natürlich mit Bestattungen voll“, erklärte am Donnerstag Elke Först von der Hamburger Bodendenkmalpflege gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Die menschlichen Knochen waren am Dienstag bei Baggerarbeiten zum Bau eines Fahrstuhls der U-Bahnstation Rathaus gefunden worden. Die freigelegten Knochen sollen schon bald erneut bestattet werden. Den gefundenen Holzsarg wollen die zuständigen Denkmalpfleger hingegen weiter in der Erde lassen, weil er dort am besten aufgehoben sei.

Landesarchäologe kritisiert Vorgehen an der Baustelle

Der Hamburgs Landesarchäologen Rainer-Maria Weiss glaubt, dass die Funde am Rathausplatz für die Stadt Hamburg durchaus historische Relevanz haben. Aus diesem Grund kritisierte er, dass die Experten erst spät zu dem gefundenen Bodendenkmal gerufen worden waren. „Da waren schon zwei Grüfte beseitigt und auch der eine oder andere Sarg war weggeräumt.“ Vom dem ehemaligen Dominikanerkloster gäbe es nur ein paar Urkunden und lediglich wenige historische Abbildungen. „Wir kennen aber keinerlei bauliche Details und haben keine naturwissenschaftlichen Datierungsansätze“, stellt Weiss klar. Am Donnerstag waren auch noch Holzpfähle entdeckt worden, „die wahrscheinlich Gründungspfähle der Kirche“ sind. Für diese wurde nun eine dendrochronologische Untersuchung in die Wege geleitet werden. Anhand der Jahresringe im Holz soll der Zeitpunkt der Fällung bestimmt werden. „Das sind für uns wertvolle Mosaik- und Puzzleteile für die Rekonstruktion der mittelalterlichen Stadtgeschichte“, erklärt Weiss, der bestätigt, dass das Kloster 1239 gegründet worden war und im Jahr 1529 wieder aufgelöst wurde.

Weiss informiert, dass es an der Baustelle keinen Baustopp geben wird. „Es ist dort fast schon Tabula rasa gemacht worden. In dieser Baugrube ist es zu spät. Aber alle Beteiligten sind nun sensibilisiert.“

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