Lauterbach: Schulschließungen noch nicht vom Tisch! Müssen die Schulen doch geschlossen werden?

Langsam zeigt sich das tatsächliche Ausmaß der Omikron-Variante des Coronavirus. Denn nach und nach werden die Ansteckungszahlen nach den Feiertagen von Weihnachten und Jahresende wieder realistischer. Nun verzeichnet Deutschland einen Anstieg der Infektionszahlen. Trotz weitgehend milder Verläufe könnte Omikron durch seine hohe Ansteckungsrate nochmals für Probleme im Gesundheitssystem sorgen. Und – auch Schulschließungen werden wieder diskutiert!

Neue Maßnahmen gegen Omikron

Aus diesen Grund werden heute vom Bund-Länder-Gipfel auch wieder neue und härtere Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus erwartet. So soll zum Beispiel die 2G-Plus-Regel für die Gastronomie diskutiert werden. Laut Gesundheitsminister Karl Lauterbach seien auch Schulschließungen nicht tabu. „Ich bleibe dabei, eine Durchseuchung mit der Omikron-Variante wäre für die Kinder, wie aber auch für die Erwachsenen in keiner Weise verantwortbar“, hatte Lauterbach kürzlich bei einem Auftritt im ZDF angekündigt. „Hier werden viele schwer krank werden und werden auch längerfristig krank werden. Das wollen wir gerade unseren Kindern auf jeden Fall ersparen“, forderte Lauterbach. Unterdessen zeigt der neue Wochenbericht des Robert-Koch-Institut, dass sich die Anzahl der Omikron-Fälle in nur einer Woche verdreifacht haben. Mittlerweile werden 44,3 Prozent der Fälle von Omikron ausgelöst. Damit ist die Virus-Variante kurz davor Delta als dominante Variante der Pandemie abzulösen. Nach den Worten von Statistik-Professor Christian Hesse ist dies jedoch wohl bereits jetzt der Fall: „In den beiden Vorwochen lag dieser Prozentsatz bei 15,8 Prozent bzw. bei 3,1 Prozent. Berücksichtigt man Meldeverzüge und Dunkelziffer muss der Omikron-Anteil aktuell bei höchstwahrscheinlich 55 Prozent angesiedelt werden.“

Omikron im Nordwesten Deutschlands am weitesten verbreitet

Besonders stark hat sich Omikron offenbar im Nordwesten Deutschland ausgebreitet. „Am stärksten betroffen sind die nordwestlichen Bundesländer mit Omikron-Anteilen bis hin zu 86 Prozent (Bremen), in den östlichen Bundesländern sind es noch weniger als 5 Prozent. Dort grassiert immer noch die Delta-Welle“, interpretiert Christian Hesse den aktuellen Wochenbericht des Robert-Koch-Instituts. In Bremen waren als einzigem Bundesland die Anzahl der Mitarbeiter im Gesundheitsamt über Silvester und Neujahr verdoppelt worden. Dies hat nun dazu geführt, dass Bremen offenbar deutlich näher an den realistischen Infektionszahlen dran ist, als die restlichen Bundesländer. In Bremen liegt der aktuelle Inzidenzwert bei rund 800. Diese Zahlen erwartet Hesse auch im bundesweiten Schnitt.

„Die rasant zunehmenden Omikron-Zahlen haben zu einer Trendwende bei den Inzidenzen geführt, die derzeit wieder mit mehr als 300 gemeldet werden. Der schlagartige Anstieg gleicht eher einer Flutwelle als einer herkömmlichen Welle. Auch hier ist die Datenlage wegen der Feiertage immer noch nicht belastbar und wird es erst Mitte der nächsten Woche sein. Deshalb ist die tatsächliche Inzidenz wahrscheinlich mindestens doppelt so hoch“, vermutet Hesse nun auf Bundesebene einen schlagartigen Anstieg der Zahlen.

Situation in den Krankenhäusern weiter unter Kontrolle

Offenbar bleibt die Situation den Krankenhäusern in Deutschland bisher kontrollierbar. Denn die Kinder scheinen auch weiterhin kaum von schweren Verläufen betroffen sein. So habe es auf den Normalstationen der Krankenhäuser in der letzten Dezwemberwoche lediglich 14 Neueinweisungen von Kindern wegen Covid-19 gegeben. Auf den Intensivstationen gab es lediglich einen neuen Fall bei dem ein Kind von einem schweren Verlauf betroffen war. In den Meldewochen 49 bis 52 waren insgesamt 281 Kinder und Jugendliche zwischen 5 und 17 Jahren mit Corona ins Krankenhaus gekommen. Ein Großteil der Patienten habe dagegen ein deutlich höheres Alter aufgewiesen.

Statistiker sicher: Booster-Impfungen helfen um Ansteckungen zu vermeiden

Ein Großteil der Patieneten mit Covid-19 in den Krankenhäusern ist über 60 Jahre alt und ungeimpft. „In der Altersklasse der ab 60-Jährigen sind 88 Prozent geimpft. Unter allen hospitalisierten Fällen in dieser Altersklasse machten die vollständig geimpften nur 39 Prozent aus, die Geboosterten sogar nur 17 Prozent. Der große Unterschied dieser Zahlen zur Impfquote zeigt die beachtliche Wirkung des Impfens und die Zusatzwirkung des Boosterns“, zeigt Hesse die positive Wirkung der Impfungen auf. Auch bei Patienten zwischen 18 und 59 Jahren sind nur 33 Prozent der Fälle vollständig geimpft. Während der Anteil der geboosterten Patienten sogar nur bei 4,3 Prozent liegt. Noch deutlich seltener sich Impfdurchbrüche bei Kindern. Insgesamt sind bundesweit nur 21 Fälle von Kindern bekannt, die trotz vollständiger Impfung mit einer Covid-19-Ansteckung in ein Krankenhaus eingeliefert werden mussten.