„Lockdown hat quasi nichts gebracht“ – Chef der Kassenärzte kritisiert Bundesregierung scharf!

Die am Dienstag gemeldeten Zahlen des Coronavirus waren mal wieder erschreckend. 19.600 Neuinfektionen und 1.060 Todesopfer waren im Laufe des Dienstags verzeichnet worden. Kein Wunder, dass die aktuelle Situation und auch die neue britische Virus-Mutation den Entscheidern in der Bundesregierung große Sorgen bereitet.

Chefs der Kassenärzte kritisisieren die Bundesregierung

Schon jetzt scheint man von Seiten der Regierung auf eine Situation hinzuarbeiten, die eine weitere Verlängerung des Lockdowns als alternativlos erscheinen lassen wird. „Weitere 8 bis 10 Wochen harte Maßnahmen“, hatte zuletzt Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) angekündigt. Doch nun kommt Kritik am Krisenmanagement der Bundesregierung auf. Denn die Chefs der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) kritisieren die aktuelle Lockdown-Strategie als kaum wirksam. „Der Lockdown, der jetzt seit Anfang November anhält, hat quasi nichts gebracht. Die Todeszahlen sind unverändert erschreckend hoch. Der Schutz der Risikogruppen ist immer noch beschämend schlecht“, fällt Vorstand Andreas Gassen bei der „Bild“-Zeitung ein vernichtendes Urteil. Sowohl Gassen als auch sein Vorstandkollege Stephan Hofmeister kritisieren vor allem die Kommunikation durch die Bundesregierung als großes Problem. „Den Unterschied macht nicht die Härte der Maßnahmen, sondern machen die Menschen in ihrem privaten Verhalten. Die Ankündigungen mancher Experten zur Wirkung dieses Lockdown waren ja vollmundig: ,Lockdown light jetzt und dann ist Weihnachten safe!‘ – Leider ist nichts safe!“, stellen die Chefs der Kassenärzte klar. „Wer immer wieder die Regeln und Zeitrahmen ändert, braucht sich nicht zu wundern, wenn sich keiner daran hält“, betont Gassen.

Lockdown-Ziel noch immer in weiter Ferne

Das offizielle Ziel der Bundesregierung ist es, mit dem Lockdown den Inzidenzwert auf 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen zu drücken. Davon ist man im Moment allerdings noch sehr weit entfernt. Gassen glaubt nicht, dass dieser Wert in den nächsten Wochen zu erreichen ist. Außerdem kritisiert er die Aussagen anderer Politiker, die sogar noch unrealistischere Ziele fordern. „Ungeachtet dieser Tatsache fordert Herr Lauterbach sogar eine Absenkung auf 25, Frau Priesemann gar auf 7 – da fragt man sich, was das soll.“ Bereits im Oktober hatte die KVB zusammen mit den

bekannten Virologen Prof. Christian Streeck und Jonas-Schmidt-Chanasit eine Strategiepapier veröffentlicht, in dem man die Regierung dazu aufgerufen hatte, statt Lockdown- und Inzidenz-Strategie lieber eine langfristigere Strategie zu entwickeln, die den konsequenten Schutz älterer Mitbürger zum Ziel hat. Auch Monate nach diesem Vorschlag stirbt ein Großteil der Todesopfer noch immer, die sich vorwiegend in Alten- und Pflegeheimen infiziert haben. „Der Schutz der Alten wurde kategorisch als abwegig abgelehnt. Man könne nicht ein Drittel der Menschen einsperren, darum ging es auch nie – jetzt sperrt man quasi alle ein, ohne dass es einen echten Effekt hätte“, legt Gassen knallhart die Schwachpunkte der aktuellen Strategie der Regierung offen. Nun sei die einzige Möglichkeit zum effektiven Eindämmen der Pandemie laut Gassen das Impfen.

KBV fordert Impfungen in den Arztpraxen

Doch auch was den Impfstoff angeht, lässt die Kommunikation der Regierung einiges zu wünschen übrig. So erklärt der Kassenärzte-Vize Stephan Hofmeister bei der „BILD“-Zeitung: „Der Impfstoff reicht nicht einmal für alle Heimbewohner und Pfleger – dann kann man nicht abends zur Prime-Time Werbung schalten: ‚Kommt alle zum Impfen‘. Das sorgt für Verunsicherung und Enttäuschung.“ Aus diesem Grund plädiert die KBV für ein gezieltes Einladungs-Management, wie es in einigen wenigen Bundesländer auch praktiziert wird. „Sobald genug Impfstoff da ist, muss unserer Ansicht das Impfen in den Arztpraxen stattfinden. Für unsere Hausärzte ist das Tagesgeschäft, es gibt außerdem ein ganz anderes besonderes Vertrauensverhältnis zu den Patienten – dann schaffen wir die 60 Millionen Impfungen in wenigen Wochen“, fordert Hofmeister. Dabei liegt die Hoffnung vor allem auf den Impfstoffen von Moderna und Astra Zeneca, die in der Handhabung einfacher sind, als der Impfstoff von Biontech. Jeden Winter verabreichen die Hausärzte rund 20 Millionen Grippe-Impfungen innerhalb weniger Wochen. „Nur ohne Impfstoff können wir nicht impfen!“, richtet Hofmeister eine klare Forderung an die Bundesregierung.

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