Corona-Wunder in Portugal – Der ehemalige Corona-Hotspot entwickelt sich zum Musterland

Kaum jemand hatte geglaubt, dass Portugal einen solch drastischen Wandel in der Corona-Pandemie durchführen könnte. Denn während das Gesundheitssystem des Landes im Januar vollkommen überlastet und Hilfe aus dem Ausland notwendig war, ist die aktuelle Situation einfach unglaublich erfreulich. Aktuell weist das Land mit die niedrigsten Zahlen in ganz Europa auf.

Portugal entwickelt sich zum Musterbeispiel in Europa

Seit der schlimmen Corona-Krise im Januar hat sich die Situation in unglaublichen Ausmaßen verändert. Manche Beobachter sprechen bereits von einem „Wunder“. Denn vom absoluten Hotspot in Europa hat sich das Land in nur wenigen Monaten zu einem Musterbeispiel verwandelt. Die ständig sinkenden Infektionszahlen in den letzten Wochen haben nun bereits dazu geführt, dass die Regeln zur Bekämpfung des Virus wieder ein wenig gelockert werden. Seit Anfang dieser Woche sind die Gastronomiebetriebe des Landes wieder geöffnet. Die Restaurants und Kneipen dürfen nach zweieinhalb Monaten im harten Lockdown wieder Gäste empfangen.

Zudem sind auch Museen, Einkaufszentren, Galerien, Straßenmärkte und kleine Läden mit weniger als 200 Quadratmeter Ladenfläche wieder geöffnet. Auch die Sporteinrichtungen wie Tennis- und Golfplätze füllen sich langsam wieder. In den Schulen des Landes erhalten die Schüler aus mehrerern Jahrgänge bereits wieder Präsenzunterricht.

Portugiesen genießen die Freiheiten nach dem Lockdown

Nach dem langen Lockdown nutzen die Bewohner des Landes diese Öffnungsschritte nun natürlich ausgiebig aus. In den letzten Tagen füllten sich die Straßen bei frühlingshaften Temperaturen und sonnigem Wetter. Vor allem die Terrassen und Fitnessstudios der Hauptstadt Lissabon waren gut gefüllt. „Zu Hause hocken zu müssen macht sehr traurig. Wenn man trainieren darf, ist man auch gesünder“, erklärt ein junger Mann vor einem Fitnesszenter gegenüber dem Fernsehsender TVI24. „Ich bin heute Morgen sofort rausgerannt“, bestätigte eine andere junge Frau. Während die Situation in Portugal sich täglich verbessert, planen andere europäische Länder wie Deutschland, Italien und Frankreich wegen der hohen Zahlen an infizierten Patienten mit dem Coronavirus gar wieder einen neuen Lockdown. In Portugal hingegen startet im Augenblick die zweite Etappe der angekündigten Lockerungen, die zunächst für die nächsten beiden Wochen gelten soll. Nun dürfen die 10,3 Millionen Bürger des Landes endlich auch wieder ihren jeweiligen Wohnbezirk verlassen, ohne dafür einen „triftigen Grund“ zu haben. Erste Lockerungen gab es bereits vor 3 Wochen, als beispielsweise Friseure und Buchläden geöffnet wurden. Doch auch heute herrscht noch lange keine Normalität, denn noch gibt es vor allem für Gastronomiebetriebe zahlreiche Einschränkungen.

Harter Lockdown trägt Früchte

Trotzdem sind die Bürger des Landes nun froh, die Früchte für die harten Entbehrungen während des Lockdowns ernten zu können. Noch vor wenigen Monaten waren die Krankenhäuser des Landes aus allen Nähten geplatzt. Damals mussten einige Patienten die Nacht in Krankenwagen verbringen, weil es keine verfügbaren Betten mehr in den Krankenhäusern gegeben hatte. Damals hatte auch die Bundeswehr Anfang Februar mit einem 27-köpfigen Sanitäter-Team Unterstützung geleistet und notwendiges medizinisches Material nach Lissabon gebracht. Mittlerweile ist der Inzidenzwert im Land auf 60,25 gesunken. Damit gehört Portugal im Augenblick in die Spitzengruppe der Länder mit den niedrigsten Infektionszahlen. Noch im Januar hatte Portugal Rekord-Inzidenzwerte von 1.600 aufgewiesen. Kein Wunder also, dass nun viele Länder mit dem Gedanken spielen, einen harten Lockdown ähnlich wie in Portugal auszurufen.

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