Söder und Kretschmann mit dramatischem Appell an die Ministerpräsidenten – Strikte Anti-Corona-Politik notwendig

Weil sich noch immer einige Ministerpräsidenten in Sachen Corona-Politik gegen härtere Maßnahmen stellen, haben die Ministerpräsidenten Markus Söder (54, CDU) und Winfried Kretschmann (72, Grüne) einen dringenden Appell an ihre Amtskollegen gerichtet, um entschlossen und einheitlich gegen die Verbreitung des Coronavirus vorzugehen.

Kretschmann und Söder wollen Länder-Chefs aufrütteln

BaWü-Landeschef Winfried Kretschmann (72, Grüne) und der bayrische Ministerpräsident Markus Söder (54, CSU) haben sich in einem gemeinsamen Brief mit einem dramatischen Corona-Appell an ihre 14 Ministerpräsidenten-Kollegen gerichtet. In dem Schreiben fordern die beiden Spitzenpolitiker eine strikte Anti-Corona-Politik. Zu diesem Zweck solle die konsequenten Umsetzung der Notbremse in den Gebieten mit hohen Inzidenzwerten angewendet werden und dann auch noch durch nächtliche Ausgangsbeschränkungen verstärkt werden. „Die dritte Welle rollt seit einigen Wochen unerbittlich über das Land. Die Lage ist ernst, ernster als viele glauben“, steht in dem Schreiben, das auch der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Über den Brief hatte zuvor auch die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet. „Wir müssen daher unsere Verantwortung jetzt wahrnehmen und dürfen nicht länger diskutieren. Das Virus verzeiht keine Verzögerungen“, machen Söder und Kretschmann unisono klar. „Jeder weitere Tag der Wartezeit bedeutet tausende von neuen Ansteckungen, die sich exponentiell durch unser Land fressen“, warnen die beiden Länderchefs eindringlich.

Kann Brief die Ministerpräsidenten auf einen gemeinsamen Kurs bringen?

Angesichts der aktuellen Lage dürfte schon bald neue Entscheidungen getroffen werden. Mit dem Brief wollen Söder und Kretschmann die Kollegen auf härtere Maßnahmen einstimmen. „Alle Instrumente, wie wir das Virus bekämpfen können, sind vorhanden – vor allem sind sie gemeinsame Beschlusslage“, machen die beiden Ministerpräsidenten klar. „Getragen von einem einheitlichen Geist gilt es jetzt, die Notbremse ohne weiteres Überlegen und Zögern konsequent umzusetzen. Hierzu gehören nächtliche Ausgangsbeschränkungen und adäquate Kontaktbeschränkungen bei einer Inzidenz über 100 sowie eine konsequente FFP2-Maskenpflicht und Tests“, stellen die beiden Spitzenpolitiker deutlich klar. Damit bestätigen sowohl Söder als auch Kretschmann, dass man das potenziell tödliche Virus konsequent bekämpfen müsse. „Sonst laufen wir Gefahr, dass sich durch ein ständiges Hin und Her die Lage bis in den Sommer hinein fortsetzt“, wird in dem Brief weiter gewarnt.

Situation in Deutschland spitzt sich zu

Zuletzt hatten die Behörden in Deutschland dem Robert-Koch-Institut (RKI) 17.051 neue Corona-Neuinfektionen gemeldet. In den letzten 24 Stunden waren zudem noch 249 Menschen an den Folgen des Virus gestorben. Leicht gesunken ist dagegen der bundesweite Inzidenzwert in Deutschland. Dieser fiel von 135,2 am Vortag auf aktuell 132,3 am Mittwoch. Ein weiterer Punkt in dem Schreiben ist eine rigurose Testpflicht auf das Virus an den Schulen nach den Osterferien. Auch hier sollte es nach Meinung von Söder und Kretschmann eine einheitliche Regelung in ganz Deutschland geben. „Wer keinen negativen Test hat, soll dann auch nicht am Präsenzunterricht teilnehmen können.“ Denn durch die britische Corona-Mutation bestehe eine erhöhte Gefahr auf Ansteckung für die Schüler, die das Virus dann wiederum in ihre Familien tragen könnten.

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