Wir wurden getäuscht! Wurden mehr Patienten als notwendig auf Intensivstationen behandelt?

Gerade erst wurde Deutschland von dem Skandal um die zu niedrigen Meldezahlen von Intensivbetten erschüttert, da droht bereits ein neuer Skandal, bei dem Kiniken und Krankenhäuser im Mittelpunkt stehen. Die Auswertung der Patientendaten in der Corona-Pandemie deute auf Fehlversorgung und Panikmache hin. Wurden besonders viele alte Menschen trotz eines sicheren Todesurteils beatmet?

Weiterer Skandal in der Coronapandemie zeichnet sich ab

Während der Skandal um die zu wenig gemeldeten Intensivbetten jetzt bereits die Staatsanwaltschaft beschäftigt, machen Experten bereits neue Vorwürfe: Diesmal geht es um Panikmache und Fehlversorgung von Patienten. Zahlreiche Experten vermuten, dass ein großer Anteil von Patienten intensivmedizinsich behandelt wurde, obwohl dies nicht notwendig gewesen sei. Diese Experten widerlegen zudem die Behauptung, dass bei der 3. Welle der Corona-Pandemie mehr jüngere Menschen von schweren Verläufen betroffen gewesen seien. Der Mediziner Dr. Matthias Thöns berät gemeinsam mit weiteren Kollegen bei „Zweitmeinung intensiv“ die Angehörigen von Intensivpatienten. „Wir haben Krankenkassendaten ausgewertet und festgestellt, dass die Bundesnotbremse auf der Basis völlig falscher Annahmen beschlossen wurde“, kritisiert der Mediziner. Nach Studie der Daten hatte das durchschnittliche Alter der Intensivpatienten in Deutschland bei 76 Jahren gelegen. Insgesamt 85,3 Prozent dieser Intensivpatienten war künstlich beatmet worden. Das durchschnittliche Alter der nach Intensivbeatmung verstorbenen Patienten soll sogar bei 82 Jahren gelegen haben. Weiterhin fanden die Mediziner heraus, dass die absolute Zahl junger Patienten im Verlauf der gesamten Pandemie gleich geblieben war. Die prozentuale Steigerung der Zahlen sei damit zu erklären, dass immer mehr ältere Menschen durch die Impfungen gegen Covid-19 geschützt waren.

„Unter Intensivbeatmung sind mehr über 100-Jährige als unter 39-Jährige verstorben“, verdeutlicht Thöns.

Gesamtzahl der Intensivpatienten „erstaunlich“ hoch

Nach der Auffassung von Thöns und seinen Kollegen sei die Gesamtzahl der auf den Intensivstationen behandelten Patienten erstaunlich. Bis zum Stichtag am 5. Juni waren unter den Versicherten 27.070 hospitalisierte Covid-Patienten verzeichnet worden. 25.116 dieser Patienten seien auf der Intensivstation behandelt worden. Ein geradezu unglaublicher Anteil von 92,8 Prozent! „Diese Zahl halte ich für völlig absurd. Das kann nicht allein mit medizinischer Notwendigkeit erklärt werden“, kritisiert Thöns. Könnten auch in diesem Fall finanzielle Anreize eine Rolle gespielt haben? Während die stationäre Behandlung eines Covid-19-Patienten mit durchschnittlich 5000 Euro beziffert wird, ist die Durchführung von Intensivbeatmung mit durchschnittlichen Kosten von 38.500 Euro deutlich teurer. Thöns, der auch als Pallativmediziner arbeitet. kritisiert vor allem die Maximaltherapie von schwerstkranken, alten Menschen. „Hochgerechnet auf Deutschland sind das 24 000 Patienten über 90, die beatmet werden“, moniert Thöns. Dies sei allerdings lediglich in Einzelfällen gerechtfertigt. Viele dieser Patienten würden zusätzlich unter Krankheiten wie Demenz oder Krebs leiden, so dass ihr Tod nur eine Frage der Zeit sei. „Wer wünscht sich denn seine letzten Tage an einem Beatmungsgerät zu liegen? Kein Mensch!“, verdeutlicht Thöns.

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