Das Huawei P10 Lite ist nun auch offiziell vorgestellt worden und ergänzt die beiden neuen High End-Smartphones um ein solides aber unspektakuläres Mittelklasse-Modell. [UPDATE]

Auch wenn es zuletzt ein wenig unübersichtlich wurde, kann man Huawei zumindest keine inkonsistentes Vorgehen vorwerfen. Nachdem man im vergangenen Jahr mit den beiden P9-Modellen dem eigenen High End-Anspruch gerecht werden konnte, legte man einige Wochen danach eine Lite-Variante nach. Und nachdem das Huawei P10 und P10 Plus auf dem Mobile World Congress präsentiert wurden, lässt man demnächst wohl das P10 Lite folgen.

Das Mittelklasse-Smartphone ist in den vergangenen Wochen immer wieder bei verschiedenen Händlern aufgetaucht und derzeit deutet alles darauf hin, dass die Präsentation noch im März stattfinden wird und das Smartphone dann ebenfalls noch in diesem Monat in mindestens drei Farben in den ersten Ländern verfügbar sein wird. Wie man bei MobiFlip feststellte, scheinen die Produktbilder bereits seit dem 26. Februar gelistet – gut möglich also, dass man sich bei Huawei relativ kurzfristig gegen eine Präsentation auf dem MWC entschieden hat, um den anderen Neuvorstellungen nicht die Show zu stehlen. Denn auch wenn das P10 Lite wohl auf die Leica-zertifzierte Dual-Cam, die zuletzt im DxOMark solide 87 Punkte erreichen konnte, verzichten wird, wäre auf der Messe mit Blick auf die Unverbindlichen Preisempfehlungen wohl schnell thematisiert worden, ob das voraussichtlich 350 Euro teure Lite-Modell nicht die bessere Wahl für die meisten Nutzer sei.

Beim Anschluss zieht man nun gleich, der 3000mAh starke Akku wird über einen USB Typ C-Anschluss via Fast-Charging aufgeladen, der Fingerabdrucksensor ist aber weiterhin auf der Rückseite positioniert. Mit einem 5,2 Zoll großen IPS Full HD-Display, 4GB RAM, 32 GB erweiterbarem internen Speicher und einer 8 Megapixel Front- und 12 Megapixel-Hauptkamera reiht sich das Smartphone ansonsten aber in die lange Liste der anderen Huawei-Smartphones in dieser Preisklasse ein und lässt ein echtes Alleinstellungsmerkmal vermissen. Sollte es zudem ebenfalls auf den Kirin 655 setzen, dessen acht Kerne mit bis zu 2,1 respektive 1,7 GHz takten…den kennt man schon aus dem Huawei P8 Lite 2017 Edition, dem Honor 6x, dem neuen Honor 8 Lite und dem Huawei Mate 9 Lite. Langsam wird es ein wenig eng, selbst wenn man die Nova-Modelle erstmal außen vor lässt.

Im direkten Vergleich mit dem erwähnten Honor 6x, dass sich in unserem Testbericht mehr als bewährt hat und seit einigen Wochen auch in Deutschland erhältlich ist, vermisst man vor allem die Dual-Cam (die aber nicht automatisch besser sein muss) und muss dafür wohl auch erstmal noch ein wenig mehr hinlegen. Sollte sich das Smartphone relativ bald unter die 300 Euro-Grenze bewegen, könnte es aber dennoch für den ein oder anderen interessant werden. Von dem guten Namen der Flaggschiff-Serie wird es jedenfalls profitieren, auch wenn es mit denen nicht viel gemeinsam hat – optisch und technisch entspricht es dafür in nahezu allen Punkten dem Honor 8 Lite.

UPDATE: Das Huawei P10 Lite ist nun offiziell vorgestellt worden

Huawei hat im Rahmen einer geschlossenen Veranstaltung das P10 Lite präsentiert und dabei die weiter oben angeführten technischen Daten weitestgehend bestätigt. Wie erwartet setzt das Smartphone außerdem auf Android 7.0 und die EMUI-Oberfläche in Version 5.1 und wird auch in einer Dual SIM-Version erscheinen. Während die 12 Megapixel Hauptkamera (1,25 µm, f/2.2-Blende) mit einem LED-Blitz und Phasen-Detektions-Autofokus aufwarten kann, übernimmt man für die Frontkamera die Selfie-Techniken der anderen P10-Modelle und erlaubt den Einsatz verschiedener Filter und einen Porträt-Modus mit Bokeh-Effekt.

Ansonsten decken sich die technischen Daten mit den Angaben der Händler und Huawei bestätigt auch, dass das P10 Lite in Deutschland noch diesen Monat für 349 Euro in vier Farben erhältlich sein. Nur ein Detail kommt etwas unerwartet, denn scheinbar setzt das Smartphone doch nicht auf den bewährten Kirin 655, sondern auf den HiSilicon Kirin 658, bei dem es sich um einen leicht modifizierten Nachfolger handeln dürfte. Ob das aber nun ausreicht, um das P10 aus der Masse der zahlreichen Mittelklasse-Smartphones des Unternehmens hervorzuheben?